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Vor zwei Monaten wurden die ersten Flüchtlinge in Zelten auf dem Polizeisportplatz in der Derfflingerstraße untergebracht. Die Stimmung ist ruhig, die Hitze und das beengte Leben in den Mannschaftszelten setzt den Bewohnern aber zu.

  1 / 3   Keine Bilder mehr von Flüchtlingen - Schaulustige und Journalistenbesuche machen das Leben in der Zeltstadt noch komplizierter. Foto: Schobesberger

Derzeit sind 278 Menschen in den Zelten untergebracht - ausschließlich Männer. Für Familien und Kinder wäre das nicht geeignet, erklärt Bernd Innendorfer vom ­Innenministerium während eines Rundgangs durch das Zeltlager.

Leben im ZeltJe acht Männer sind pro Zelt untergebracht, Privatsphäre gibt es hier nicht. Die „Einrichtung“ ist spartanisch, je ein Feldbett und ein versperrbarer Spind pro Person, Strom gibt es nur für die Heizlüfter mit denen die Zelte nachts beheizt werden. Das größte Problem sei die enorme Hitze in der Vorwoche gewesen, erklärt der etwa dreißigjährige Mohano aus Indien, der bereits seit sechs Wochen in der Zeltstadt lebt. Um der drückenden Hitze zu entkommen, suchen die Flüchtlinge auch jetzt noch Abkühlung im Schatten unter den Bäumen am Polizeigelände. Nachts wiederum, werde es mitunter recht frisch, erzählt Mohano und durch das verrottende Gras würde es in den Zelten mittlerweile stinken. Mit dem Essen habe er keine Probleme, natürlich wäre ein wenig Abwechslung nett, zum Frühstück gebe es immer Brot und Marmelade, aber das sei kein Problem.Gekocht wird für die Flüchtlinge direkt in der Küche der Polizei (übrigens ohne zusätzliches Personal). Hier versucht man auf die speziellen Bedürfnisse der Bewohner einzugehen, was mit zunehmender Erfahrung immer besser gelingt. Nun, während des Ramadan, gibt es auch einen zusätzlichen Abenddienst, um den Muslimen eine Mahlzeit für das Fastenbrechen nach Einbruch der Dunkelheit bieten zu können.Auf mögliche Unwetter ist man dank der in der Nachbarschaft beheimateten Feuerwehr gut vorbereitet. Man habe die Feuerwehr gebeten, Sandsäcke vorzubereiten, um im Fall von Unwettern schnell helfen zu können, so Innendorfer. Eine kurzfristige Unterbringung in Bussen, wie dies etwa in Traiskirchen gemacht wurde, sei in Linz nie angedacht gewesen.Ruhige StimmungDas Zusammenleben der Flüchtlinge untereinander klappt bisher erfreulich gut. Es habe kaum Konflikte gegeben, erklärt Innendorfer, und diese hätten sich auf verbale Streitereien und Drängeleien bei der Essensausgabe beschränkt. Auch die Betreuer und Organisatoren hätten mit der Zeit dazugelernt und wüssten nun, wie man Konflikte, etwa bei der Belegung der Zelte, vermeiden könne, so Innerhofer weiter.

Neue QuartiereObgleich in der Derfflingerstraße große Problem bislang vermieden werden konnten, muss klar sein, dass eine Unterbringung in Zelten nur ein Provisorium sein kann. Die Ankündigung, dass sie mit Ende des Monats in Gebäuden, wenn auch teils weiterhin in Großquartieren, untergebracht werden sollen, wird von den Flüchtlingen mit Erleichterung aufgenommen.Ein vergangene Woche im Landtag beschlossenes Gesetz (Unterbringungs-Sicherstellungsgesetz) soll bürokratische Hürden ausräumen und so die Schaffung von Ersatzquartieren erleichtern. Auf Basis dieses Gesetzes können Quartiere für je maximal 100 Personen eingerichtet werden. Bis Ende Juli sollen in Oberösterreich so zusätzliche 1500 Plätze geschaffen werden.Bereits mit 20. Juli soll die schrittweise Verlegung der Flüchtlinge beginnen, Ende des Monats soll kein Flüchtling mehr in einem Zelt untergebracht sein.


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