„Künstler werden das Land verlassen“
LINZ. Neben dem vieldiskutierten Sozialressort sind es vor der Landtagssitzung zum Budget 2018 vom 5. bis 7. Dezember vor allem Einsparungen im Kulturbereich, die für lautstarke Kritik sorgen. Eine Initiative wähnt gar bereits das Kulturland Oberösterreich in Gefahr.

Minus 34 Prozent bei der Literatur, minus 33 Prozent bei der Musik, minus 31 Prozent bei der Bildenden Kunst oder minus 28 Prozent bei Filmförderung, Volkskultur und Blasmusik. Zehn Millionen Euro sollen zudem bei den freien Ermessensausgaben eingespart werden. Auch bei den Initiativen der Zeitkultur sollen zehn Prozent gestrichen werden. So sehen die Einschnitte im Kunst- und Kulturbereich beim nun veröffentlichten Budgetentwurf der schwarz-blauen Landesregierung aus. Landeshauptmann und Kulturreferent Thomas Stelzer (ÖVP) sieht darin „moderate Kürzungen, die mit dem nötigen Augenmaß vorgenommen werden“ Und weiter: „Unser Ziel ist nicht, Häuser zuzusperren, sondern mehr Synergien zu heben.“
Für den Grünen Kultursprecher Severin Mayr unverständlich: „Ich frage mich, was hier moderat sein soll, wenn teilweise ein Drittel der bisherigen Förderhöhe gestrichen wird. Das hat mit Augenmaß nichts zu tun. Diese Rekordkürzungen wären ein drastischer kulturpolitischer Rückschritt.“
„Wir verlieren Vereine“
Am wenigsten vom Kürzungskurs betroffen sind die großen Institutionen des Landes: Sie müssen meist nur zwischen drei und sechs Prozent sparen. Und das Landesmusikschulwerk und die Landesausstellungen dürfen sich sogar über ein Plus von 1,5 und 0,9 Millionen Euro freuen.
„In Summe liegen alle Förderungen nur noch bei 4,7 Millionen Euro. Vor wenigen Jahren wurden hier noch 9 bis 10 Millionen Euro in das Kulturland OÖ investiert“, sieht der Geschäftsführer der KUPF OÖ, Thomas Diesenreiter, bereits Feuer am Dach: „Die Pläne drohen zu zerstören, was wir alle in Oberösterreich aufgebaut haben. Künstler werden das Land verlassen, es wird deutlich weniger Programm geben, Jobs werden vernichtet, wir werden ehrenamtliche Vereine verlieren. Wir fordern einen Runden Tisch, um Auswege aus dieser Sackgasse zu finden.“
Tausende Unterstützer
Auf der ins Leben gerufenen Website Kulturlandretten.at haben sich in kurzer Zeit knapp 10.000 Unterstützer und Kulturarbeiter eingetragen, die die Landesregierung vor Dezember zum Umstimmen bewegen wollen.


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15.11.2017 13:56
Kulturausgaben sind Investitionen
Warum man bei Kürzungen hochqualifizierte Arbeitskräfte, Tourist*innen sowie Arbeitsplätze im Kulturbereich verliert und dabei auch noch das Bruttoregionalprodukt vermindert? Das können Sie hier lesen: https://kupf.at/medien/zeitung/163/darum-sind-kulturausgaben-investitionen
14.11.2017 23:17
jobs?
"Jobs werden vernichtet" arbeit die Steuergeld verbraucht statt einbringt, sollte grundsätzlich ganz genau auf Sinnhaftigkeit geprüft werden. um Polizisten und Krankenpfleger werden wir nicht umhin kommen, aber künstler die nur vom steuergeld leben sind grossteils verzichtbar. imho
15.11.2017 13:58
Kulturausgaben sind Investitionen
Warum man bei Kürzungen hochqualifizierte Arbeitskräfte, Tourist*innen sowie Arbeitsplätze im Kulturbereich verliert und dabei auch noch das Bruttoregionalprodukt vermindert? Das können Sie hier lesen: https://kupf.at/medien/zeitung/163/darum-sind-kulturausgaben-investitionen