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LINZ/OÖ. Der Equal Pay Day (Tag der Einkommensgleichheit) findet in Oberösterreich heuer am heutigen 4. Oktober statt, was bedeutet, dass Frauen 89 Tage praktisch „unbezahlt“ arbeiten.

Die Einkommensschere klafft weiter auf. Foto: Wodicka
  1 / 3   Die Einkommensschere klafft weiter auf. Foto: Wodicka

Dieser Tag markiert den Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern als den Zeitraum, den Frauen bis Jahresende noch arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Gehalt von Männern zu kommen.

In Linz „erst“ am 23. Oktober

Frauen verdienen um 24,2 Prozent weniger als Männer. In Summe sind das im heurigen Jahren 12.111 Euro. Der Einkommensgerechtigkeit am nächsten kommen die Linzerinnen und Welserinnen: Der Equal Pay Day ist hier am 23. Oktober. Der österreichische Equal Pay Day ist am 20. Oktober. Im Jahr 2017 war er am 13. Oktober.

Unterschiedliche Gründe

Die Gründe für diesen nach wie vor hohen Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern sind vielschichtig und reichen von der Berufswahl (viele Frauen wählen tendenziell geringer entlohnte „frauentypische“ Berufe) über Kinder- und Pflegezeiten bis hin zum Umstand, dass nach einer Teilzeitbeschäftigung nicht mehr der Weg zurück in die Vollzeitbeschäftigung gefunden wird. Zu berücksichtigen ist auch, dass es für Teilzeitbeschäftigte schwierig ist, in gut bezahlte Führungspositionen zu gelangen.

„Das Land Oberösterreich nimmt in Bezug auf die Einkommenstransparenz eine Vorreiterrolle ein. Alle oö. Landesbetriebe mit mehr als 150 dauernd beschäftigten Arbeitnehmer haben bereits erstmals mit 31. Juli 2011 einen Einkommensbericht erstellt – laut Gleichbehandlungsgesetz wäre dies erst ab dem Jahr 2014 vorgesehen gewesen. Die oö. Landesunternehmen dienen somit als Vorbild für private Unternehmen und nehmen österreichweit eine Vorreiterstellung ein“, betont Landesrätin Christine Haberlander.

„Ziel ist der 31. Dezember“

„Unser Ziel ist es weiter, dass der Equal Pay Day am 31. Dezember stattfindet und Frauen damit für ihre Leistungen fair entlohnt werden“, fordert  Elfriede Schober, ÖGB-Frauenvorsitzende in Oberösterreich. Dazu brauche es einen Ausbau der flächendeckenden, leistbaren und vor allem qualitativ hochwertigen Kinderbildungseinrichtungen mit Öffnungszeiten, die eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen. „Durch das neue Arbeitszeitgesetz mit 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche wird es für Frauen allerdings noch schwieriger, Vollzeit zu arbeiten“, ortet Schober einen Angriff auf die Selbstbestimmung der Frauen.


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