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LINZ/OÖ. Um den Herauscorderrungen des oberösterreichischen Arbeitsmarktes - wie Fachkräftemangel oder Digitalisierung - aktiv zu begegnen, haben Land OÖ, AMS OÖ und das Sozialministeriumsservice OÖ neue strategische Programm „Arbeitsplatz Oberösterreich 2030“ ausgearbeitet.

(v.l.) Gerhard Straßer, Landesgeschäftsführer AMS OÖ, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und Brigitte Deu, Landesleiterin Sozialministeriumservice OÖ Foto: Land OÖ / Daniel Kauder

Noch vor wenigen Jahren waren in Österreich eine halbe Million Menschen auf Jobsuche. Die Oberösterreichische Politik begegnete dem im Jahr 2012 mit langfristigen Handlungsrahmen für die Arbeitsmarktpolitik und zur Fachkräftesicherung initiiert hat. Das angestrebte Ziel von zusätzlich 30.000 Erwerbstätigen bis zum Jahr 2020 wurde somit schon 2017 erreicht. Nun präsentierten Land OÖ, AMS OÖ und das Sozialministeriumservice OÖ das neue strategische Programm „Arbeitsplatz Oberösterreich 2030“ zur Fachkräfte-Sicherung.

Fachkräftemangel entgegenwirken

„Wir erwaten weiter sinkende Arbeitslosigkeit“, so Achleitner. Jedoch werde sich auch der Fachkräftemangel verstärken. „Es fehlen da 35.000 alleine durch die Demographie. Wenn wir nicht rechtzeitig gegensteuern, würden in Oberösterreich im Jahr 2030 bis zu 127.000 Fachkräfte fehlen und das muss vermieden werden“, betont der Wirtschaftslandesrat. Dieses besteht aus einem Maßnahmenmix der darauf Abzielt - speziell auch junge Menschen - bedarfsgerecht auszubilden und mehr Oberösterreicher auf den Arbeitsmarkt zu bringen, aber auch auf qualifizierten Zuzug setzt.

Bildung als Win-Win-Situation

Derzeit verfügen noch fast 20 Prozent der Personen im Haupterwerbsalter in Oberösterreich – das sind mehr als 150.000 Menschen – lediglich über einen Pflichtschulabschluss. Auch unter Oberösterreichs Jugendlichen (20 – 24 Jahre) verfügen heute rund 15 Prozent lediglich über einen Pflichtschulabschluss, das sind pro Jahrgang mehr als 2.000 junge Menschen, die eine bessere Ausbildung erzielen sollten. Zum einen Sichert das für die Betroffenen bessere Zukunftschancen wie Gerhard Straßer, Landesgeschäftsführer des AMS OÖ betont: „ Ab der Lehre reduziert sich die Arbeitslosigkeit – und zwar nicht um ein Viertel, sondern auf ein Viertel.“ Zum anderen Hilft diese Qualifizierungsmaßnahme dem Fachkräftemangel vorzubeugen.

1,5 Millionen mehr für junge Menschen

Spezielles Ziel der Maßnahme sind unter anderem Jugendliche und junge Erwachsene. Im gegensatz zumBund kürzt hier das Land OÖ die Mittel welche es für die Maßnahmen des AMS bereitstellt nicht. Im Gegenteil: „Hier investieren wir heuer 1,5 Millionen mehr als im Vorjahr“, so Achleitner. „Da zu kürzen halte ich für einen Fehler. Die haben noch das ganze Leben vor sich.“

Zuzug notwendig

Doch alleine die Qualifizierung und die verstärkte Einbindung von zum Beispiel Frauen ins Erwerbsleben ist zu wenig, ist man sich einig. Mit 1. Februar 2019 wurde daher das „Talent Attraction Programm“ gestartet. Ziel des Projekts – ausgelegt auf drei Jahre mit einem Budgetvolumen von drei Millionen Euro – ist es, den Standort OÖ als international attraktive Arbeitsregion zu positionieren und qualifizierte Fachkräfte aus dem In- und Ausland zu gewinnen. So zum Beispiel werden in der Region Danzig viele IT-Kräfte ausgebildet, die oft nach Großbritannien auswandern. Hier will sich OÖ als attraktive Alternative positionieren.

Headhunting in Österreich

Doch nicht nur aus dem Ausland sollen die benötigten Fachkräfte kommen, auch aus Österreich selbst. Aufgrund des Erfolgs des Projekts „Job & Wirtschaft“ wurde beginnend mit Februar 2019 mit der Akquirierung von Fachkräften für oö. Betriebe in Wien begonnen. Diese Initiative wird in Kooperation zwischen Land OÖ, AMS Wien und AMS OÖ umgesetzt.

FACC als Pilotunternehmen

Die FACC AG mit ihrem Hauptwerk in St. Martin im Innkreis steht für dieses Projekt als Pilotbetrieb bereit. Die FACC AG benötigt mittelfristig 500 – 700 Fachkräfte, mittlerweile wurden die Jobprofile erarbeitet und sind Grundlage für die Akquirierungsarbeit der Servicestelle in Wien. Entscheidend am Projekterfolg wird der umfassende Servicecharakter sein: Interessierte Personen werden nach Oberösterreich begleitet und hier beginnt die Arbeit der Servicestelle in Oberösterreich. Beginnend mit der Begleitung zum Vorstellungsgespräch, einer Betriebsbesichtigung, einer Besichtigung der Region, Unterstützung bei der Wohnungssuche, Jobsuche für die/den Partner/in oder Hilfe bei einem Kindergartenplatz.


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