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LINZ. Nach dem Rekord-Sommer 2018 sorgt auch der heurige Juni bereits mit extremen Hitzewellen für Schweißperlen, auch bei der Politik: In Linz steigt der Ruf nach Begrünungsmaßnahmen im Kampf gegen die städtischen Hitzeinseln. Das aktuelle EU-Projekt „Clarity“ zeigt konkrete geeignete Linzer Anpassungsmaßnahmen auf. 

  1 / 2   Hitzewellen wie in diesem Juni setzen besonders den Bewohnern in Städten zu. Linz will nachhaltig handeln. Foto: Weihbold

Die Zahlen sind eindeutig: Schon 2018 hatte Linz 34 Hitzetage (mit mehr als 30 Grad) – der Durchschnitt lag 1981 bis 2010 noch bei 11 solchen Tagen. „Auch die wachsende Zahl der Tropennächte, also einer Nachttemperatur von über 20 Grad, hat eine wachsende gesundheitliche Belastung besonders für Kinder, Kranke und ältere Menschen zur Folge“, weiß die Linzer Umweltstadträtin Eva Schobesberger. Das Projekt „Clarity“ zeigt Möglichkeiten im Kampf gegen so genannte Hitze-inseln in Städten wie Linz auf.

Wenige Bäume senkendie Temperatur spürbar

„Durch die Reduktion von Treibhausgasen, vor allem aber durch den Aufbruch der Versiegelung und dem Einsatz von Bäumen und Begrünung können 10 bis 15 heiße Tage weniger geschafft werden, zudem die Temperatur an Orten wie dem Hauptplatz oder der Linzer Altstadt mit nur wenigen Bäumen mehr um bis zu 22,3 Grad über den Tag verteilt gesenkt werden“, berichtet Wolfgang Loibl vom Austrian Institute of Technology (AIT) über die erstaunlichen Ergebnisse der Untersuchung in mehreren Linzer Stadtteilen.

Wird ein ähnlicher Weg nicht bald eingeschlagen, könnte dies verheerende Folgen für das städtische Klima haben: „Linz wächst weiter und damit auch die Größe des Wärmespeichers. Die durchschnittliche jährliche Anzahl der Hitzetage wird in den Jahren 2021 bis 2050 in der Linzer Innenstadt von rund 10 auf durchschnittlich 25 Tage zunehmen, die Anzahl der Tropennächte von 18 Tagen auf über 34 Tage ansteigen“, so Loibl.

„Auch bestehende Grünanlagen schützen“

Auf ebendiese angeregte Stadtgrün-Offensive setzt nun auch die Politik: „In der Vergangenheit wurden zum Missfallen vieler Linzer unattraktive Steinwüsten wie am Martin-Luther-Platz, Domplatz oder am Pfarrplatz errichtet. Gestaltungen dieser Art rächen sich natürlich besonders an Hitzetagen im Sommer. Nachdem bereits im Gemeinderat erfolgreich und einstimmig Fassadenbegrünungen durchgesetzt wurden, werden wir uns nun vermehrt um Baum-Alleen entlang der Straßen kümmern“, kündigt Infrastruktur-Stadtrat und Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ) bereits an.

Für die Grüne Eva Schobesberger zählt auch der Schutz bestehender Grün- und Parkanlagen: „Wir fordern auch ein Bekenntnis der Stadt zum Schillerpark und eine klare Absage an das Tiefgaragenprojekt.“

Luger: „Linz wird Klimastadt“

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) will im Rahmen einer Nachhaltigkeitserklärung für Linz die Klimaziele der Stadt bis 2030 definieren. So solle Linz von der „Friedens- zur Klimastadt“ werden, auch bei der Friedensstadt gab es eine umfangreiche Deklaration.

Kein „Klimanotstand“

Auf die Ausrufung eines „Klima-Notstandes“, wie von den Linzer Grünen gefordert, will Luger aber verzichten: „Bei einem Notstand schwingt immer die Gefahr einer Panik mit und zu Recht die Erwartungshaltung, dass die Politik mit radikalen, von oben verordneten Maßnahmen diesen Zustand beendet“, so Luger.


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