Künftiger Pflegebedarf in Linz: 2022 Entscheidung für ein neues Seniorenzentrum nötig

Karin Seyringer Karin Seyringer, Tips Redaktion, 17.09.2019 10:56 Uhr

LINZ. Ab 2024 rechnet die Stadt Linz mit einem spürbaren Anstieg beim Bedarf an Pflegeplätzen für Senioren. Im Jahr 2022 müssen daher erste Beschlüsse für den Bau neuer Seniorenzentren fallen, berichten Bürgermeister Klaus Luger und Vizebürgermeisterin Karin Hörzing.

„Wir sind es den Linzern, die diese Stadt und dieses Land aufgebaut haben, schuldig, dass sie auch im höheren Alter bestmöglich versorgt und betreut sind. Das zur Verfügungstellen von geeigneten Angeboten wird daher auch in Zukunft einen großen Stellenwert in der Linzer Sozialpolitik besitzen“, so Bürgermeister Klaus Luger. 

Aktuell über 1.900 Betten

Über 1.900 stationäre Pflegeplätze stehen aktuell in Linz zur Verfügung – davon knapp 1.200 Betten in den zehn städtischen Seniorenzentren und rund 700 in den sieben privaten. Ziel der Stadt Linz ist es, pflegebedürftigen Menschen, die keine ausreichende private oder mobile Hilfe haben, binnen sechs bis acht Wochen einen Pflegeplatz anbieten zu können, erläutert Vizebürgermeisterin Sozialreferentin Hörzing. Im Durchschnitt innerhalb von vier Wochen könne aktuell ein Heimplatz zur Verfügung gestellt werden.

Jährlich wird etwa ein Drittel der Heimplätze neu belegt, wodurch sich wiederum kurze Wartezeiten ergeben. Die Zahlen zeigen auch: Nur jeder 25. Linzer über 60 Jahren ist aktuell in einem Seniorenzentrum untergebracht, wobei der Anteil der Frauen höher ist.  

„Moderne Pflegeeinrichtungen, altersgerechte Wohnungen, Tageszentren, 24 Stunden Betreuung, nachträgliche Lifteinbauten bis hin zu mobilen Diensten - Linz bietet Senioren ein umfassendes Angebot. Mit den Prognosen der Stadtforschung können wir den zukünftigen Bedarf ermitteln und so auch in Zukunft die Vollversorgung gewährleisten“, so Hörzing.

Neue Bedarfsprognose: Mehr Bedarf ab 2024

Mit Stichtag 1. Jänner 2019 hat die Stadtforschung Linz eine Bedarfsrechnung über die Pflegevorsorge für ältere Menschen in Linz erstellt. Ausgangspunkt für die Prognoserechnung war der Bevölkerungsstand zu Jahresbeginn. Berechnet wurden zwei Szenarien: „Status quo“ (die aktuelle Entwicklung bleibt auch künftig gleich) sowie „Gesünder Altern“ (neben steigender Lebenserwartung erfolgt auch die Pflegebedürftigkeit erst später).

Das Ergebnis: In den nächsten fünf Jahren bleibt der Bedarf in etwa gleich. Erst ab 2024 werde aus heutiger Sicht ein spürbarer Anstieg einsetzen. Im Jahr 2030 wird der prognostizierte Bedarf - je nach Szenario - bei zwischen 2.200 und 2.400 Plätzen liegen, im Jahr 2035 bei zwischen 2.400 und 2.700 Plätzen.

Ein unsicherer Faktor sei aber die Entwicklung bei der 24-Stunden-Betreuung, so Luger. Diese Form der Betreuung entlastet die stationäre Pflegeeinrichtungen. Im Jahr 2018 erhielten 638 Linzer einen Zuschuss zur 24-Stunden-Betreuung.

Beschlüsse für neue Heime ab 2022

Im Jahr 2022 werden daher die Beschlüsse für den Bau neuer Heime in Linz fallen müssen, so Bürgermeister Klaus Luger. Drei mögliche Flächen hat die Stadt Linz dafür reserviert: die Ecke Kapuzinerstraße/Hopfengasse, eine Fläche in Harbach und eine in Ebelsberg.

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