„Verfechter eines selbstbewussten Landtages“ – Viktor Sigls letzter Arbeitstag im Landtag
LINZ. Heute verabschieden die Regierungsmitglieder und Abgeordneten des Oberösterreichischen Landtags ihren Präsidenten Viktor Sigl in den Ruhestand. Wolfgang Stanek wird bei der Landtagssitzung am 31. Jänner seine Nachfolge antreten.

Sigl sei ein Verfechter eines selbstbewussten Landtages gewesen, betont Gottfried Hirz (Klubobmann der Grünen) in seiner Rede. Auch unterstreicht Hirz die wichtige Rolle, die Viktor Sigl bei der Bildung der ersten Koalition zwischen Grünen und ÖVP gespielt hatte. Die Zusammenarbeit sei von Respekt und dem Willen zur Lösungsfindung geprägt gewesen, erinnert sich Hirz.
Verbindend und verbindlich
Sigl habe während seiner langen politischen Karriere eine große Anzahl von Verdiensten für Oberösterreich und dessen Bevölkerung aneinandergereiht, so Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ): „Verbindend und verbindlich, ein Mann mit Handschlagqualität.“Auch Landeshauptmann Stv. Manfred Haimbuchner (FPÖ) unterstreicht die Verlässlichkeit und Zielstrebigkeit Victor Sigls. Er erinnerte daran, dass schon sein Vater (Anm. Lambert Haimbuchner, Landtagsabgeordneter) zu ihm meinte: „Viktor ist in Ordnung, auf den kannst du dich verlassen.“
Auch Landeshauptmann Thomas Stelzer zollte dem „Parade-Mühlviertler“ Respekt. Besonders hob er Sigls Leistung während der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 hervor. „Wir haben es seiner Umsicht zu verdanken, dass wir schneller und besser aus der Krise gekommen sind.“
10.700 Tage für Oberösterreich
Er habe nun etwa 10.700 Tage in Interessensvertretungen in Oberösterreich gearbeitet, so Sigl, 3.500 Tage im Landtag, 3464 als Regierungsmitglied, 1.250 als WKOÖ-Präsident und 2.475 als Landtagspräsident.“Die jeweilige Aufgabe, die ich übertragen bekommen habe, habe ich als die schönste empfunden“, erklärt Sigl. Als die drei nachhaltigsten Projekte seiner Amtszeit sieht er die Etablierung der Fachhochschule in Oberösterreich, den Umgang mit der Finanzkrise 2008/09 und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Ein politisches Leben
Seit 1979 saß Viktor Sigl im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde Bad Kreuzen. Mit nur 31 Jahren wurde er hier 1985 zum Bürgermeister gewählt. Dann zog er für zehn Jahre, von 1990 bis 2000, als Abgeordneter in den Oberösterreichischen Landtag ein. Von 2000 bis 2003 war Sigl Präsident der WKOÖ und war danach für zehn Jahre Mitglied der Landesregierung. Seit April 2013 ist Sigl nun Präsident des Oberösterreichischen Landtages.


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