Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

OÖ. Rund 20 Prozent weniger Lehrverträge als zum gleichen Zeitpunkt 2019 wurden bei der Wirtschaftskammer angemeldet. WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer betont: „Wir haben genug offene Lehrstellen, aber es gibt kaum Bewerber für die offenen Lehrplätze.“

Doris Hummer schlägt eine Lehrlingsoffensive vor (Foto: www.robertmaybach.com)
Doris Hummer schlägt eine Lehrlingsoffensive vor (Foto: www.robertmaybach.com)

Die Lehrvertragsanmeldezahlen per Ende Juni weisen einen starken Rückgang auf. Rund 20 Prozent weniger Lehrverträge als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr wurden bisher bei der Wirtschaftskammer angemeldet.

Befragung unter den Ausbildungsbetrieben

„Wir haben von unseren Ausbildungsbetrieben vehement das Signal erhalten, dass es kaum Bewerber für die aktuell angebotenen offenen Lehrplätze gibt“, so WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. „Deshalb haben wir in den vergangenen zwei Wochen eine Befragung unter allen oberösterreichischen Ausbildungsbetrieben durchgeführt, um ein abgesichertes Bild des Lehrstellenmarktes für diesen Herbst zu erhalten.“

  • Nur jeder fünfte Betrieb gibt an, dass die „Corona-Krise“ Auswirkungen auf die Lehrlingsaufnahme für den eigenen Betrieb hat.
  • In Summe zeichnen die befragten Betriebe ein Bild, dass sich die tatsächliche geplante Lehrlingsaufnahme nur geringfügig vom Niveau des Vorjahres unterscheidet.
  • 50 Prozent sagen, dass sie ihre offenen Lehrplätze nicht besetzen können. In Summe weisen die 726 Betriebe, die rückgemeldet haben, alleine rund 500 offene Lehrstellen auf.
  • Der Grund für eine Nichtaufnahme ist meistens nicht Covid-bedingt ist, sondern liegt zum überwiegenden Teil an der Bewerbersituation (für 56 Prozent der befragten Betriebe!). Entweder es gibt keine Bewerbungen und die Bewerbung scheitert mangels Eignung.

Schnuppertage fielen aus

Hauptgrund für die niedrigeren Lehrvertragsanmeldungen ist, dass der Bewerbungsmarkt zum Erliegen gekommen ist. Verantwortlich dafür sind einerseits die nicht durchgeführten Schnuppertage und Schnuppermöglichkeiten aufgrund der Schulschließungen, aber auch die betrieblichen Einschränkungen der vergangenen Monate. Zusätzlich sind heuer viel weniger Schulumsteiger von berufsbildenden höheren und mittleren Schulen sowie Gymnasien am Bewerbungsmarkt.

Hummer schlägt eine Lehrlingsoffensive vor

  • Nutzung der Sommermonate/Ferienmonate für Schnuppertage und Bewerbungsverfahren bei Ausbildungsbetrieben durch Jugendliche
  • Vermittlungsoffensive des AMS in Richtung offener Lehrstellen und Lehrstellensuchender
  • „Schulterschluss“ aller Beratungsinstitutionen wie Jugendservice, Jugendcoachings, aber auch regionaler Jugendinitiative hinsichtlich Beratung und Vermittlung

„Wir laden dabei auch die Arbeiterkammer und Gewerkschaften ein, gemeinsam mit der Wirtschaft mitzuhelfen, damit die Jugendlichen ihre Chancen am ersten Arbeitsmarkt ergreifen“, so Doris Hummer. „Auch wir als WKO Oberösterreich werden selbstverständlich aktiv beim Finden von geeigneten Lehrplätzen mit unterstützen.“

 

 


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden