Neue Schutzmaßnahmen in Linzer Pflegeheimen und im Magistrat
LINZ. Mit 394 Personen verzeichnet die Stadt Linz am Freitagvormittag einen neuen Höchsttand an Covid-Infizierten, über 1.000 Linzer sind in Quarantäne. Nach einer Sitzung mit dem Krisenstab verkündete Bürgermeister Klaus Luger am Freitag weitere Maßnahmen der Stadt etwa in Pflegeeinrichtungen und forderte Lockerungen bei Quarantäne-Bestimmungen und Ausweitungen der Testkapazitäten ein.

Mit Stand 23. Oktober, 10 Uhr, sind 394 Linzer positiv getestet –ein neuer Höchsttand in der Stadt. Neue Cluster tauchten zuletzt in Pflegeheimen wie im Seniorenzentrum Kleinmünchen auf. Der Krisenstab tagte deshalb bereits am Donnerstagabend länger, um mögliche Aktivitäten und Maßnahmen zu besprechen.
Ruf nach Verkürzung der Quarantäne
„Quer durch die Bevölkerung, unabhängig vom Alter und Geschlecht ist dieses Virus inmitten der Gesellschaft angekommen und nicht mehr an älteren Menschen feststellbar, sondern eher bei den Jüngeren. Über tausend Linzer sind in Quarantäne und scheiden so auch aus dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben aus“, beschreibt der Linzer Bürgermeister.
Er fordert Änderungen bei Quarantänebestimmungen ein: „Kontaktpersonen 1 werden aufgrund einer Empfehlung vom Robert Koch Institut mit 14, und wie in OÖ mit 10 Tagen Quarantäne belegt. Auch Menschen, die negativ getestet sind, sind zehn Tage in Quarantäne. Wir wissen, dass ab dem sechsten Tag der Ansteckung, nachdem Symptome auftreten, die Experten feststellten, dass die Ansteckungsgefahr auffällig sinkt. Wenn jemand negativ getestet worden ist, dann soll jemand auch nicht mehr in Zwangsquarantäne geschickt werden. Auch Menschen in Quarantäne, die keine Symptome haben, sollen künftig ab dem 6. Tag aus der Quarantäne entlassen werden“, so der Linzer Bürgermeister.
Warum das gefordert wird? „Weil wir feststellen, dass viele Menschen die ja sinnvollen Maßnahmen in Frage stellen. Jemand, der negativ getestet ist, und so behandelt wird wie einer, der positiv getestet ist, dann hält man sich oft nicht mehr an die Spielregeln.“
Ausweitung der Testkapazitäten gefordert
Für den Linzer Bürgermeister ist auch die Ausweitung der Testkapazitäten ein wichtiger Faktor: „Wir haben die Antigen-Schnelltests zur Verfügung, die innerhalb von 15 Minuten ein Ergebnis liefern. Diese Tests sollen massiv ausgebaut werden, doch sie kommen bisher noch nicht überall an. Wir haben da bei den Bezirksbehörden ein Beschaffungsproblem. „
Geteilte Dienste im Magistrat
- Es wird kein Lockdown durchgeführt, sondern sämtliche Dienste und Leistungen wie bisher angeboten. „Aber wir orientieren uns in der internen Arbeitsaufteilung an der Krisenzeit. Dort wo wir kritische Infrastruktur haben, wird es wieder geteilte Dienste geben.“
- Größere Besprechungen werden wieder per Videokonferenzen durchgeführt.
- Sämtliche Veranstaltungen wie Ehrenauszeichnungen, bis Weihnachten wurden abgesagt.
Einschränkungen für demente Personen
Der Krisenstab hat auch Maßnahmen bei Seniorenzentren überlegt. „Ältere und demente Menschen sind in ihrer Bewegungsfreiheit sicherlich in diesen Zeiten eingeschränkt. Diese Erkrankten dürfen sich nur mehr auf der eigenen Station aufhalten. Hierfür brauchen wir zusätzliches Personal. Ich betrachte die Entwicklung in Pflegeheimen für grundsätzlich eine Entwicklung, die wir sorgsam im Auge behalten sollten, auch wenn ich sie nicht für kritisch befinde in Linz“. betont Luger.
Der Bürgermeister kündigt an: „In städtischen Pflegeheimen, wo Gefahr in Verzug ist, werden wir jedem Mitarbeiter einen Schnelltest unterziehen, erst bei negativem Test kann der Mitarbeiter den Dienst antreten. Wir sind im Contact Tracing in Linz vorne mit dabei. Haben erst kürzlich wieder sieben neue Mitarbeiter aufgenommen.“


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