„Gleichenfeier“ bei der Neuen Donaubrücke Linz
LINZ. Am Donnerstag wurden die letzten noch fehlenden Bogenteile der Neuen Donaubrücke Linz angeliefert, die am Freitag eingehoben wurden. Jedes dieser beiden Stahlelemente hat ein Gewicht von 46 Tonnen.

„Die neue Donaubrücke Linz ist sicher das mit Abstand wichtigste Verkehrsprojekt der letzten Jahrzehnte. Trotz der sehr komplexen Konstruktion und der COVID19-Pandemie, die sich leider auch auf die Verkehrsfreigabe auswirken, rückt mit dem nunmehrigen Schluss der Brückenbogen die Fertigstellung in greifbare Nähe. Sie ist auch die Grundvoraussetzung für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, für Errichtung der beiden S-Bahnlinien S6 und S7. Mit den gemeinsam mit dem Land Oberösterreich vereinbarten Realisierung der beiden S-Bahnen und der beiden O-Buslinien wird sie für eine schrittweise Verkehrsentlastung in der Stadt sorgen. Wichtig ist nun aber vor allem, dass auch die Finanzierung der beiden S-Bahnen mit dem Bund rasch ausverhandelt werden“, informierten am Freitag vor Ort der Linzer Bürgermeister Klaus Luger und der Linzer Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein.
Sämtliche Stahlteile sind nun in Linz
Neben den hochaufragenden Baukränen am nördlichen und südlichen Brückenkopf auf Höhe St. Margarethen ist beim aktuellen Linzer Brückenbau-Boom das Geschehen auf der Montagefläche für die Neue Donaubrücke Linz am augenscheinlichsten. Erst gestern Donnerstag, 29. Oktober, wurden die letzten noch fehlenden Bogenteile angeliefert und nun am Freitag, 30. Oktober eingehoben. Jedes dieser beiden Stahlelemente hat ein Gewicht von 46 Tonnen.
Heute, Freitag, 30. Oktober 2020, werden auch noch die letzten vier Querträger in den in Urfahr über Land in Endlage errichteten Brückenbogen eingefügt. Das ist gleichbedeutend mit einer „Gleichenfeier“, mit der das Erreichen des Dachgeschoßes bei einem Haus gewürdigt wird. Jeder einzelne dieser Querträger hat ein Gewicht von 7,3 Tonnen.
Damit sind die letzten Stahlelemente des in Summe rund 300 Teile umfassenden Brückenpuzzles mit einem Gesamtgewicht von rund 8.500 Tonnen vor Ort. Angeliefert wurden die Stahlelemente aus Werken in Tschechien, Ungarn und Deutschland, wo sie vorgefertigt worden sind. Die Transporte mittels Spezialfahrzeugen erfolgten vorwiegend während der Nachtstunden.
Einschwimmen der Bauteile im Frühjahr
In den kommenden Wochen werden am über Land befindlichen Tragwerk so wie bei den anderen beiden bereits geschlossenen Brückenbögen 2 und 3 die Schweiß- und Korrosionsschutzarbeiten fortgeführt. Ebenso wird die letzte Deckschicht in der Farbe hellgrau aufgebracht. Man verwendet als Witterungsschutz für diese Arbeiten die typischen weißen „Zeltaufbauten“, die treppenartig an den Stahlbögen angeordnet sind.
„Trotz des fünfwöchigen Baustopps während des coronabedingten Lockdowns sollte somit der Endmontage und auch einem termingerechten Einschwimmen der bereits an Land zusammengebauten Brückentragwerke 2 und 3 nichts mehr im Wege stehen. Ebenso sollte der Verkehrsfreigabetermin im Oktober halten“, zeigen sich Bürgermeister Luger und Vizebürger-meister Hein zuversichtlich.
Brücke wird 15 Meter hoch
Die Dimensionen der Brückenbögen der Neuen Donaubrücke Linz (NDL) sind gigantisch. Mit 15 Metern Höhe überragen sie ein viergeschoßiges Haus. Ab dem Frühjahr 2021 sollen die beiden über der Donau befindlichen Brückenbögen mit einem Spezialschiff auf die beiden Flusspfeiler aufgesetzt werden. Anschließend sind die Betonfahrbahnplatte, die Brückenausrüstung (Geländer, Fahrbahnübergangskonstruktion, Inspektionswagen etc.), die Straßen- und Effektbeleuchtung sowie die Fertigstellung der beidseitigen Straßenanschlüsse an die Linke Brückenstraße und an die Hafenstraße geplant. Den Abschluss bilden der Rückbau des Vormontageplatzes sowie Ufergestaltungs- und Bepflanzungsmaßnahmen


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