Luger: „Silvester-Einschränkungen überzogen und realitätsfern“
LINZ. Als voreilig und aktionistisch bewertet der Linzer Bürgermeister Klaus Luger die jüngsten Corona-Maßnahmen der Bundesregierung. Die Silvester-Einschränkungen hält er für „überzogen“, die nächsten angekündigten Massentests für „voreilig“.

Das Stadtoberhaupt ruft in diesem Zusammenhang die ursprünglichen Ziele der Bundesregierung in Erinnerung: „Der Lockdown light sollte eine gemeinsame Adventzeit ermöglichen, der harte Lockdown wenigstens Weihnachtsfeiertage und Silvester im Kreis der Liebsten und enger Freunde. Die sehr kurzfristig angekündigten Massentests sollten die Dunkelrate der Infizierten vor den Feiertagen ausweisen. Nach der sehr geringen Bereitschaft der Bevölkerung sich testen zu lassen, werden Maßnahmen getroffen, die einem pragmatischen Krisenmanagement immer weniger entsprechen“, fasst Luger auch als Präsident des Oberösterreichischen Städtebundes seinen Eindruck der letzten Tage zusammen.
Weniger Teilnehmer als erwartet
Trotz der spontanen Ankündigung der Massentests und der nicht vorhandenen oder mangelhaften Hilfestellung des Bundes haben Land Oberösterreich, Städte- und Gemeindebund die Entscheidung mitgetragen und die Umsetzung organisiert. Am ersten Tag nahmen weniger Menschen als erwartet teil. Zudem liegt der Anteil der positiv Getesteten mit 0,25 Prozent extrem niedrig. Konkret für Linz: von 12.213 Tests erwiesen sich 31 als positiv.
„Ich würde jedenfalls erst das Ende der noch drei Tage laufenden Tests abwarten, um weitere Massentests anzuordnen. Erst danach wäre es angemessen, auf Basis von Daten und Fakten weitere Entscheidungen zu treffen. Die gestrige Ankündigung intensivierter Massentests ist voreilig und aktionistisch“, meint Bürgermeister Luger.
Kritik an Silvester-Regelungen
Nicht sinnvoll seien auch weitere Schnellschüsse, deren Auswirkungen noch dazu diametral zu den Lebenswelten der Menschen im Land verlaufen. Die neue Silvester-Verordnung sei ein Musterbeispiel dafür: „Dass nur sechs Personen aus zwei verschiedenen Haushalten feiern dürfen, entspringt einer konservativen Vorstellung, dass ein Haushalt aus Mutter-Vater-Kind bestehe“, meint Luger.
„Das entspricht jedoch nicht der gesellschaftlichen Lebensrealität. Viele Menschen hätten die ursprünglich in Aussicht gestellte Beschränkung für ein Treffen von bis zu zehn Personen akzeptiert, wahrscheinlich auch eine geringere Anzahl, jedoch aus mehr als zwei Haushalten. Das hätte allen ein Zusammenkommen mit dem engsten Freundeskreis ermöglicht. Diese überzogene Bevormundung sorgt dafür, dass immer mehr Menschen die Bereitschaft verlieren, dieser Regierung zu folgen“, so Luger weiter.
Das Linzer Stadtoberhaupt plädiert für einen besonneneren und faktenbasierten Kurs. „Einen solchen könnten wieder mehr Menschen mittragen. Zudem würde die Bundesregierung damit auch das stark schwindende Vertrauen der Bevölkerung wieder zurückgewinnen können“, meint der Linzer Bürgermeister Klaus Luger abschließend.


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