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OÖ. Am 24. Jänner stehen in die Landwirtschaftskammerwahlen an. Michael Schwarzlmüller, designierter Bundeschef der SPÖ Bauern unterstrich in einer Pressekonferenz gemeinsam mit Oberösterreichs SPÖ-Vorsitzender Birgit Gerstorfer die Bedeutung für regionale Lebensmittel und faire Produktpreise. „Die Bürokratie gehört aus dem Weg geräumt, die Landwirtschaft muss Freude machen und unterm Strich muss sie Einkommen schaffen, egal welche Größe des Betriebes“, so Schwarzlmüller.

Michael Schwarzlmüller steht an der Bundesspitze der SPÖ-Bauern. (Foto: SPÖ)
Michael Schwarzlmüller steht an der Bundesspitze der SPÖ-Bauern. (Foto: SPÖ)

„Die Corona-Krise hat viele zum Nachdenken angeregt, auch darüber, wie das Leben nach der Krise aussehen kann und wie sie künftig leben wollen“, so Birgit Gerstorfer. „Warum etwa wird Fleisch hunderte Kilometer nach Österreich transportiert.“ Sie und Michael Schwarzlmüller, designierter Bundeschef der SPÖ Bauern, Landwirt und Bürgermeister von Reichraming, fordern mehr Unterstützung durch die Politik für die regionalen Betriebe anstatt der Förderung der großen Agrarindustrie.

Herkunftskennzeichnung in Gastro gefordert

Der erste Schritt dahingehend sei geschafft, so Gerstorfer: Im Juni hat der Nationalrat die verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Fleisch, Milch und Eiern im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung beschlossen. Bis heute gebe es so eine Verpflichtung aber nicht in der Gastronomie. „Sich auf Freiwilligkeit zu verlassen, ist zwar gut gemeint, aber nicht ausreichend“, so die SPÖ-Vorsitzende. Sie und Schwarzmüller fordern eine Kennzeichnungspflicht für regionale Produkte in den Lokalen. „Es braucht eine verpflichtende Kennzeichnung und ein Gütesiegel, wenn das Schnitzel beim Wirt heimisch ist und das Tier nicht unter schlechten Bedingungen aufgezogen und dann quer über den Kontinent transportiert wurde.“

Die Menschen in Österreich würden sich bemühen, trotz Krise die regionale Wirtschaft zu unterstützen. „Das ist sehr löblich, dieses Bemühen muss aber auch auf politischer Ebene Fuß fassen“, so Gerstorfer. „Wir laden die Wirtschaftskammer ein, anzuerkennen, dass die Kennzeichnung allen etwas bringt: den Wirten genauso wie den Landwirten und den Konsumenten. Klar ist auch: regionale Lebensmittel schaffen Arbeitsplätze.“

Hin zur Vielfalt

Wichtig seien allgemein gute Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft, weg von Monopolisten, hin zur Vielfalt. Es müsse für eine ökonomisch unabhängige Bauernschaft eingetreten werden, so Schwarzlmüller. „Faire Preise für die Produkte sind uns ein Grundanliegen.“ Er sieht in der Reform der GAP „Gemeinsamen Agrarpolitik“ den entscheidenden Hebel, um die Landwirtschaftspolitik neu zu gestalten. „Im EU-weiten Vergleich ist unsere heimische Landwirtschaft eher kleinstrukturiert – gerade für diese kleinen Betriebe wird das wirtschaftliche Überleben aber immer schwieriger. Deshalb wollen wir Landwirtschaftsministerin Köstinger und die EU-Kommission nochmals dazu auffordern, sich für eine bessere Verteilungsgerechtigkeit bei der Vergabe von EU-Mitteln einzusetzen“, so der Vorsitzende der SPÖ-Bauern. „Die Bürokratie gehört aus dem Weg geräumt, die Landwirtschaft muss Freude machen und unterm Strich muss sie Einkommen schaffen, egal welche Größe des Betriebs.“

Es brauche Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und keine Kürzungen

Es brauche mehr Gerechtigkeit – die EU-Förderungen sollen nicht mehr rein an die Flächen, sondern verstärkt an die Arbeitsleistung gekoppelt werden. Konkret fordern die SPÖ-Bauern einen Sockelbetrag für kleine und mittlere Betriebe sowie eine niedrige Obergrenze für Großbetriebe.

Im Gegensatz zu immer größeren Betrieben, Monokulturen und Pestizideinsatz, um dem Wettbewerb standzuhalten, brauche es einen Wandel zur nachhaltigen Landwirtschaft, die regionale Wirtschaftskreisläufe miteinbeziehe. Gefordert wird daher eine bessere Honorierung von Ökosystem-Leistungen.

Dritter wichtiger Punkt für Schwarzlmüller: Es dürfe zu keiner Kürzung des Agrarbudgets kommen – weist er auch auf den Beitrag der heimischen landwirtschaftlichen Klein- und Mittelbetriebe zur Lebensqualität im ländlichen Raum durch die Pflege der Kulturlandschaft und dem damit verbundenen Schutz vor Naturgefahren hin.


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