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AK-Wertschöpfungsbarometer 2019/2020: „Zu Beginn der Pandemie waren die oö. Unternehmen gut aufgestellt“

Anna Stadler, 10.03.2021 18:59

OÖ/LINZ. Rund 30.000 Euro überstieg 2019 die Pro-Kopf-Produktivität die Ausgaben für die Mitarbeiter bei den untersuchten Mittel- und Großunternehmen, das zeigt der aktuelle AK-Wertschöpfungsbarometer. Außerdem Ergebnis der Untersuchung: Trotz Kurzarbeit beschloss ein Sechstel der Unternehmen 2020 Gewinnausschüttungen. AK OÖ-Präsident Johann Kalliauer übt Kritik.

Symbolfoto (Foto: Andrii Yalanskyi/Shutterstock.com)
Symbolfoto (Foto: Andrii Yalanskyi/Shutterstock.com)

Jedes Jahr analysiert die AK Oberösterreich die veröffentlichten Jahresabschlüsse von mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften in Österreich und berechnet daraus den „Wertschöpfungsbarometer“. Dieser untersucht die Wertschöpfung pro Mitarbeiter und stellt sie den Pro Kopf-Personalaufwendungen gegenüber. Da die Jahresabschlüsse erst im Verlauf des nächsten Jahres veröffentlicht werden müssen, liegen aktuell die Zahlen für 2019 vor – dem letzten Jahr vor der Corona-Krise. „Zu Beginn der Pandemie waren die oö. Unternehmen gut aufgestellt“, resümiert AK OÖ-Präsident Johann Kalliauer aus den vorliegenden Zahlen.

Über 93.000 Euro Wertschöpfung pro Arbeitnehmer

In Oberösterreich wurden 724 Unternehmen mit 200.522 Arbeitnehmern – das entspricht knapp 30 Prozent aller unselbständig Beschäftigten in OÖ – untersucht. Im Durchschnitt konnte jeder Mitarbeiter 2019 eine Pro-Kopf-Wertschöpfung in Höhe von rund 93.695 Euro erwirtschaften. Im Vergleich zu 2018 hat sich dieser Wert leicht um rund 0,7 Prozent vermindert, war aber um rund 2,9 Prozent höher als 2017.

2019 überstieg die Pro-Kopf-Produktivität die Pro-Kopf-Personalaufwendungen – zum Vorteil der Unternehmen – durchschnittlich um rund 30.474 Euro. Von 2017 bis 2019 hat sich dieser Wert in den untersuchten 724 Unternehmen geringfügig um 1,1 Prozent reduziert.

Kritik an Gewinnauszahlungen

Kritik übt er an während der Krise gefassten Beschlüssen zur Gewinnauszahlung: In Oberösterreich haben 2020 126 der untersuchten Unternehmen, und damit in etwa jedes sechste, trotz eines Kurzarbeitsantrages eine Ausschüttung des Vorjahresgewinnes an die Eigentümer beschlossen. „Trotz Kurzarbeit eine auszuschütten ist zwar rechtlich zulässig, hat aber eine gewaltig schiefe Optik.“

Insgesamt haben die untersuchten Mittel- und Großbetriebe Ausschüttungen in Höhe von rund 11,9 Prozent des Eigenkapitals vorgenommen. Eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals sei zwar „selbstverständlich“, jedoch habe dies auch für die eingesetzte Arbeitsleistung zu gelten. Eine entsprechende Anhebung des Gehaltes für Arbeitnehmer finde jedoch oft nicht statt. „Ich möchte nur auf das Missverhältnis hinweisen.“

Investitionen gestiegen

Positiv sei hingegen, dass die durchschnittlichen Sachinvestitionen in den untersuchten österreichischen Unternehmen 2019 deutlich angestiegen sind. „Das ist wichtig nicht nur für die Konkurrenzfähigkeit, sondern auch für die Erhaltung von Arbeitsplätzen.“ 2019 lagen die Sachinvestitionen pro Beschäftigtem durchschnittlich bei 16.185 Euro und damit auf dem höchsten Wert seit zehn Jahren und damit nominell um 36,6 Prozent über dem Wert des Jahres 2009. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass das vor allem bei den Großunternehmen gekommen“, so Reinhard Brachinger vom Kompetenzzentrum Betriebliche Interessenvertretung der AK OÖ.


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