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WIEN/OÖ. Der Bund wird zur Mitfinanzierung des regionalen Teils des „1-2-3-Klimatickets“ 100 Millionen Euro im Jahr zuschießen, gab Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Mittwoch bekannt. Für Oberösterreich bedeutet das 16,745 Millionen Euro jährlich. Oberösterreich stehe bereit, das Ticket einzuführen, so Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ)

Öffentlicher Verkehr (Foto: Volker Weihbold)
Öffentlicher Verkehr (Foto: Volker Weihbold)

2021 startet die österreichweite Stufe des Klimatickets - das sei „revolutionär“, so Klimaschutzministerin Gewessler. Mit der österreichweiten Stufe, die vom Bund finanziert wird, wird man dann österreichweit umgerechnet für drei Euro pro Tag alle Öffis nutzen können.

Bei den regionalen Stufen der Klimatickets in den Bundesländern wird der Bund mitfinanzieren, mit 100 Millionen Euro jährlich. Aufgeteilt wird das Geld nach dem Bevölkerungsschlüssel, so der Beschluss des Ministerrats am Mittwoch. Für Oberösterreich bedeutet das 16,745 Millionen Euro jährlich. Die Bundesländer können mit dem Geld das Ticket an sich oder auch Angebotsausweitungen im Öffentlichen Verkehr finanzieren, so Gewessler.

Die genaue Ausgestaltung der regionalen Tickets in den Bundesländern sei in Verhandlung, nennt die Ministerin auch das Beispiel Oberösterreich und Salzburg, wo es Überlappungen gibt.

„OÖ hat Grundlagen bereits geschaffen“

Das regionale Klimaticket müsse nun rasch umgesetzt werden, Oberösterreich stehe bereit, das klimafreundliche Ticket einzuführen, so Landeshauptmann Thomas Stelzer und Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner. Nun sei der Bund gefordert, das notwendige Einvernehmen mit allen Verantwortlichen bzw. Beteiligten – alle Bundesländer, die notwendigen Städte und Verkehrsverbünde – ehestens herzustellen. Nur unter dieser Voraussetzung sei eine Umsetzung möglich und auch nur dann kommen die Gelder tatsächlich in den Bundesländern an.

„Das Land Oberösterreich hat die Grundlagen jedenfalls bereits geschaffen und steht bereit, das klimafreundliche Ticket einzuführen, damit die Menschen die Öffis in Oberösterreich noch einfacher, bequemer und günstiger nutzen können“, so Stelzer und Steinkellner. 

Grüne: „Oberösterreich profitiert“

„Das österreichweite Klimaticket ist praktisch im Ziel und das regionale Ticket für Oberösterreich mit den neuen Bundesmillionen kurz davor. Die Einigung gibt es ja schon, jetzt fließen dank Ministerin Gewessler weitere Millionen Euro ins Land, um die Umsetzung dieses revolutionären Tickets zu unterstützen. Ein Ticket, das den Öffentlichen Verkehr hier in Oberösterreich auf eine neue Ebene hebt, die Pendler teils erheblich entlastet und dem Klima hilft. Die Grüne Öffi-Offensive läuft auf Hochtouren und Oberösterreich profitiert“, freut sich auch der Grüne Landessprecher und Klima-Landesrat Stefan Kaineder über den Ministerratsbeschluss. Der Grüne Klubobmann und Verkehrssprecher Severin Mayr sieht in den 16,7 Millionen Euro für OÖ einen „satten Betrag“. „Dies ist nicht nur ein weiterer wichtiger Baustein, um das regionale Klimaticket in Oberösterreich umzusetzen. Es ist auch ein deutlicher Beleg, dass der Bund Verantwortung für diese Umsetzung übernimmt. Und es ist eine deutliche Botschaft an all jene im Land, die viel zu lange auf Asphalt und Beton gesetzt haben.“

1-2-3-Klimaticket

Mit dem 1-2-3-Klimaticket wird man erstmals mit nur einer einzigen Fahrkarte alle öffentlichen Verkehrsmittel (zum Beispiel Bus, Straßenbahn, U-Bahn, Zug) nutzen können. Es wird drei verschiedene Stufen geben: Das 1er-Klimaticket gilt für alle Öffis in einem Bundesland. Das 2er-Klimaticket gilt für zwei Bundesländer. Mit dem 3er-Klimaticket ist ganz Österreich abgedeckt.

Das Klimaticket für ganz Österreich wird 1.095 Euro kosten und ein Jahr gültig sein. Ermäßigungen für Menschen bis einschließlich 25 Jahren und ab 64 Jahren sowie mit Mobilitätsbeeinträchtigungen sind geplant.

Das 2er-Klimaticket wird 730 Euro kosten, das 1er-Klimaticket 365 Euro.


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