Wahl-Liste der Linzer SPÖ fixiert: Zwölf „Neue“ auf wählbaren Plätzen

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Viele neue Gesichter für den Gemeinderat (Foto: GERHARD GRUBER)
Jürgen Affenzeller Jürgen Affenzeller, Tips Redaktion, 09.06.2021 13:29 Uhr

LINZ. Eine 121 Personen (Durchschnittsalter unter 45 Jahre) umfassende Kandidatenliste für die Gemeinderatswahl am 26. September stellte der Linzer Bürgermeister Klaus Luger am Mittwoch vor. „Wir wollen nicht mit Angst Politik machen, sondern mit Zukunftsoptimismus. Dafür stellen wir die Linzer SPÖ auch breiter auf“, betont Luger.

In exakt 109 Tagen, am 26. September 2021, wählen die Linzer ihren Gemeinderat und Bürgermeister. Bekanntlich wurde Bürgermeister Klaus Luger bereits im Herbst des Vorjahres von den SPÖ-Mitgliedern direkt als Bürgermeisterkandidat bestätigt. Am Dienstagabend nominierte die Bezirksparteikonferenz der SPÖ Linz-Stadt die übrigen 121 Kandidaten für den Gemeinderat. Zudem wurde ein weitblickendes und weitreichendes Arbeitsprogramm für die nächste Periode verabschiedet.

200 Delegierte stimmten über Liste ab

Die mehr als 200 in der Lösehalle der Tabakfabrik Linz anwesenden Delegierten stimmten mit großer Mehrheit für den von Bürgermeister Klaus Luger präsentierten Wahlvorschlag (alle 121 Kandidaten erhielten über 90 Prozent der Stimmen). Zugleich verabschiedeten sie auch, und zwar einstimmig, das Wahlprogramm der Linzer SPÖ, das den Rahmen für die kommende Arbeitsperiode absteckt.

AK-Präsident Johann Kalliauer hob es in seinen Grußworten an die Konferenz als beispielgebend hervor, weil es den Fokus auf die wesentlichen Zukunftsfragen richte und dabei den Menschen mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt stelle. Landesparteivorsitzende Landesrätin Birgit Gerstorfer betonte in ihrer Grußbotschaft an die Delegierten den gelebten Zusammenhalt in Linz, der sich in der Krise unter anderem in zahlreichen Nachbarschaftsprojekten und für den Ausweg aus der Krise im von Bürgermeister Klaus Luger initiierten „Pakt für Linz“ zeigen würde.

Die Hälfte der Kandidaten tritt neu an

„Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, neben vielen erfahrenen Mitstreitern ebenso viele neue Gesichter für eine Kandidatur im gemeinsamen Team zu begeistern“, meint SPÖ-Linz Chef Bürgermeister Klaus Luger. „Damit haben wir sowohl die Voraussetzung geschaffen, dass die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre fortgesetzt werden kann, als auch die Weichen für die Zukunft gestellt“, so das Linzer Stadtoberhaupt.

Lokale Herkunft bunt gemischt

Rechnet man den direkt gewählten Bürgermeister heraus, so finden sich auf den nächsten 24 Plätzen exakt 12 Frauen und 12 Männer, wobei ebenso die Hälfte dieser Kandidaten neu in der Gemeinderatsfraktion wäre. Das Durchschnittsalter der Kandidaten beträgt unter 45 Jahre: je zwei sind unter 30 bzw. über 60 Jahre alt, je sechs zwischen 30 und 40 bzw. 50 und 60 Jahren, die übrigen acht sind im Alter zwischen 40 und 50 Jahren.

So gut gemischt wie die Altersgruppen ist auch ihre lokale Herkunft: von Kleinmünchen und Spallerhof im Linzer Süden bis St. Magdalena-Steg im Norden der Stadt sind beinahe alle Stadtregionen vertreten. Jene Kandidaten, die nicht Stadtteilorganisationen repräsentieren, kommen aus den großen Zielgruppenorganisationen der Sozialdemokratie: von der Gewerkschaft über den Sportverein ASKÖ zu den SPÖ-Frauen, Jugend und PensionistInnen.

Auch die berufliche Bandbreite der Liste ist vielfältig: von der Elementarpädagogin über drei Schulpädagogen bis zu einem leitenden Pädagogen an der Pädagogischen Hochschule sowie zwei Universitätsprofessoren ist das Bildungswesen über alle Segmente vertreten, darunter zwei Personalvertreter. Unter den übrigen zwölf Angestellten bzw. Arbeitern, darunter sechs in privatwirtschaftlich geführten Unternehmen, findet sich mit dem zweitjüngsten Kandidaten ein weiterer Betriebsrat.

Vertreter auch in der Privatwirtschaft erfolgreich

Die jüngste Kandidatin ist nicht nur Verbindungsglied zur Jugend, sondern auch zu ihrer mehrsprachigen Community. Mit dem Hardware-/Software-Engineer einer global agierenden IT-Firma und der Projektleiterin eines internationalen Logistikunternehmens finden sich überdies zwei erfahrene Gemeinderäte migrantischer Herkunft auf der Liste. Sie repräsentieren nicht die einzigen in der Privatwirtschaft erfolgreichen Köpfe: neben einer Unternehmensentwicklerin haben sich gleich zwei selbständige Unternehmer für eine Kandidatur im Team Luger entschieden.

Mut und Offenheit bestimmen das Arbeitsprogramm

Das Linzer Stadtoberhaupt ging schließlich in seiner programmatischen Rede sowohl auf die Details zu seinen Überlegungen für die Teamzusammensetzung als auch auf die Schwerpunkte des künftigen Arbeitsprogramms ein. Die Linzer SPÖ habe – für viele überraschend – Mut bewiesen, als sie als erste große Bezirksorganisation innerhalb der Sozialdemokratie im Vorjahr ihren Parteivorsitzenden und Spitzenkandidaten für die Bürgermeisterwahl sowie den ersten Listenplatz für die Landtagskandidatur durch eine Mitglieder- Direktwahl bestimmen ließ.

Jetzt würde sich dieser Mut, die Offenheit und Zukunftsgewandtheit wieder zeigen, weil neben erfahreneren Menschen ebenso viele neue Kandidaten an so genannter wählbarer Stelle gereiht würden. Auf den Plätzen vier und fünf würden dabei auch Menschen für die Sozialdemokratie kandidieren, die bislang außerhalb der traditionellen Parteiorganisation erfolgreich ihren Weg gegangen seien, eine davon sei nicht einmal Mitglied der SPÖ.

Diese neuen Zugänge seien neben den Erfahrungen aus der gemeinsamen Arbeit in den Parteistrukturen auch notwendig, um miteinander weiterhin mit Weitblick und Offenheit auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren zu können. Dies habe sich in der Vergangenheit bewährt, in der man immer auf eine mutige offene Stadt der Regeln und des gegenseitigen Respekts anstelle einer angstgetriebenen, gespaltenen Gesellschaft mit einer hemmenden Verbotskultur gesetzt habe.

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