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LINZ. Während der Linzer Wirtschaftsreferent Vizebürgermeister Bernhard Baier (ÖVP) ein Zuverdienst-Verbot für Arbeitslose fordert um „mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen“, erteilt der freiheitliche Vizebürgermeister Markus Hein diesem Vorhaben eine klare Absage: „Baier will Arbeitslose in die Armutsspirale treiben!“

Die August-Arbeitslosenquote für Linz-Stadt liegt bei 7,6 Prozent. (Foto: volker weihbold)
Die August-Arbeitslosenquote für Linz-Stadt liegt bei 7,6 Prozent. (Foto: volker weihbold)

Am Arbeitsmarkt hat Linz die Covid-Krise überwunden. Es gibt rund 1.000 Beschäftigte mehr als vor der Krise und eine Rekordzahl an offenen Stellen. „Der Arbeitsmarkt hat gedreht. Die Linzer Betriebe suchen so viele Mitarbeiter wie noch nie. Es muss alles dafür getan werden, dass möglichst viele offene Stellen mit Menschen besetzt werden, die derzeit als arbeitssuchend gemeldet sind“, so Vize-Bürgermeister Bernhard Baier.

Denn angesichts der guten Jobaussichten hat Linz noch immer zu viele Arbeitslose. Die geschätzte August-Arbeitslosenquote für Linz-Stadt liegt bei 7,6 Prozent (im Vorjahresmonat 10,5 Prozent) und hat damit den niedrigsten Stand für August seit acht Jahren erreicht. Dennoch liegt diese deutlich über der Arbeitslosenquote von OÖ mit 4,5 Prozent.

5.446 offene Stellen im Arbeitsmarktbezirk Linz

Die Jobaussichten im Arbeitsmarktbezirk Linz (Linz-Stadt und Urfahr-Umgebung) sind mit 5.446 offenen Stellen (+2.604 im Vergleich zum Vorjahr) bei 8.615 Stellensuchenden (minus 3.323 im Vergleich zum Vorjahr) so gut, wie seit vielen Jahren nicht.

Im Schnitt kommen in Linz nur 1,6 Stellensuchende auf eine offene Stelle. Den größten Arbeitskräftemangel - mit nicht einmal halb so vielen Bewerbern wie offenen Stellen - gibt es in den technischen Berufen (938 offene Stellen) und bei den Metall- und Elektroberufen (778 offene Stellen). Auch am Bau (264 offene Stellen), im Verkehr (210 offen Stellen) und in den Gesundheitsberufen (277 offene Stellen) gibt es mehr offene Stellen als Stellensuchende in Linz. Erstmals gibt es in Linz im Fremdenverkehr mit 552 offenen Stellen bei 506 Arbeitslosen einen Stellenüberhang.

Ganz anders ist die Situation bei den Hilfsberufen mit 2.381 Arbeitslosen (!) und fast 9-mal so vielen Arbeitslose wie offene Stellen. Doch selbst bei den Hilfsberufen gibt es mit 271 offenen Stellen dreimal so viel Stellen, wie im Vorjahr und zeigt, dass auch hier zu viele Stellen unbesetzt bleiben.

ÖVP-Ruf nach Zuverdienst-Verbot

„Unser Ziel muss sein, mehr arbeitslos gemeldete Personen wieder in Beschäftigung zu bringen. Ich bin davon überzeugt, dass dies durch eine Abschaffung oder zumindest durch eine starke Einschränkung der Zuverdienstmöglichkeit für Arbeitslose (derzeit sind 475 Euro erlaubt) erreicht werden kann“, so Baier.

FPÖ-Vizebürgermeister entschieden gegen Pläne

 „Ich halte es für denkbar unmenschlich, jenen, die am stärksten von Armut bedroht sind, noch mehr wegnehmen zu wollen. Durch das von der ÖVP angedachte Zuverdienstverbot für Arbeitslose würden diese nur noch weiter in die Armutsspirale getrieben werden. Die Volkspartei hat davor scheinbar keine Scheu“, so der freiheitliche Linzer Vizebürgermeister Markus Hein. Nachdem sich österreichweit die Stimmen aus der Volkspartei häufen, Zuverdienstmöglichkeiten für Arbeitslose zu streichen, hat sich nun auch der Linzer VP-Bürgermeister Baier dieser Forderung angeschlossen.

„Anstatt selbst in der Bundesregierung für Verbesserung zu sorgen, lässt die ÖVP ihre Unfähigkeit lieber an den arbeitslosen Menschen aus. Das ist tragisch. Gleichzeitig ist sie und ihre überzogenen Corona-Einschränkungen in tausenden Fällen der Grund, warum Menschen überhaupt in die Arbeitslosigkeit geschlittert sind. Die meisten Arbeitslosen suchen sich ihre aktuelle Situation nicht aus und viele können sich und ihre Familien nur durch kleine Zuverdienste über Wasser halten. Ich stehe auf der Seite dieser Menschen und möchte für sie Verbesserungen erreichen. Die ÖVP hingegen will ihnen noch mehr wegnehmen, als sie es schon getan hat“, erklärt der Freiheitliche abschließend.


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