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LINZ. Der Urfahraner Herbstmarkt ab 2. Oktober wirft seine Schatten voraus: Während die Linzer Grünen die geplante Sperre des Donauradwegs während des Urfahranermarkt kritisieren, lehnen die Freiheitlichen etwa eine im Sicherheitskonzept geplante unterschiedliche Kennzeichnung von Geimpften und Getesteten strikt ab.

Nach einer mehr als einjährigen Pause soll von 2. bis 10. Oktober der beliebte Urfahraner Herbstmarkt wieder abgehalten werden. (Foto: volker weihbold)

Die Sperre des vielbefahrenen Donauradweges ist laut Medienberichten Teil des Corona-Konzeptes für den bevorstehenden Urfahranermarkt. „Es kann nicht sein, dass hier auf Kosten des Radverkehrs geplant wird und die einzig funktionierende Hauptradachse für zwei Wochen nicht befahrbar ist. Kein Mensch würde auf die Idee kommen, eine Autobahn so lange für eine Veranstaltung zu sperren“, kritisiert Markus Rabengruber, Stadtplanungsexperte und Gemeinderatskandidat der Grünen Linz.

Die Radfahrer für 14 Tage auszubremsen, stellt für die zuständigen Vizebürgermeister aber anscheinend kein Problem dar. „Das ist nicht zu akzeptieren. Die Verantwortlichen müssen rasch eine Lösung finden, damit der Radweg offengehalten wird und die medial kolportierten Pläne umgehend auf den Tisch legen“, fordert Klubobmann Helge Langer eine Nachbesserung des Corona-Konzeptes.  

Hein: Sündteures Urfix-Corona-Konzept ist untragbar

„Wir Freiheitliche können dem aus dem Ruder gelaufenen Corona-Konzept für den Urfahranermarkt am Donnerstag im Stadtsenat nicht zustimmen“, stellt der Linzer Vizebürgermeister Markus Hein eingangs klar und erklärt: „Wir wollen, dass die Linzer unbeschwert feiern können. Das ist mit diesem Konzept aber leider nicht möglich. Die unterschiedliche Kennzeichnung von Geimpften und Getesteten lehnen wir ganz klar ab. Die ´3G-Regel´ gilt für alle gleich, es ist absolut unnötig für alle weithin sichtbar zu kennzeichnen, welche ´gleicher´ sind als andere. Darüber hinaus ist die Verkehrslösung unbefriedigend. Der Treppelweg, der täglich von unzähligen Sportlern genutzt wird, soll einfach tagelang ersatzlos gesperrt werden. Das halte ich nicht für vertretbar“, führt Hein aus.

Er weist auf einen Aspekt ganz besonders hin: „Ich als zuständiger Verkehrsreferent wurde über keinerlei Maßnahmen informiert. Ich habe nur über Umwege von diesem Konzept erfahren, Marktreferent Vbgm Baier hat mich auf Nachfrage lediglich an die städtische Bezirksverwaltung verwiesen. Diese hat es mir schließlich, nachdem sie ein OK von Bürgermeister Luger einholen musste, weitergegeben. Das kann ja wohl wirklich nicht sein. Auch dem freiheitlichen Linzer Gesundheitsstadtrat Michael Raml, der wohl über ein Corona-Konzept informiert sein sollte, wurde bis heute das Konzept nicht vorgelegt. Transparenz und gute Kommunikation sehen ganz anders aus.“

Für Hein sei nicht zuletzt fraglich, ob die Aufregung rund um das 230.000 Euro teure Konzept überhaupt nötig ist: „Bevor es dazu viel Theater gibt, sollte ÖVP-Vizebürgermeister Baier bei seinen Parteikollegen in Wien nachfragen, ob der Urfahranermarkt ab 2. Oktober überhaupt stattfinden kann. Es sieht nämlich eher so aus, als würden ÖVP und Co. schon sehr bald wieder die Menschen einschränken und solche Veranstaltungen verbieten. Wir Freiheitliche möchten den Menschen ein schönes und unbeschwertes Fest ermöglichen. Das ist unter den aktuellen Umständen rund um das Corona-Konzept leider nicht möglich.“

Einfriedung des Jahrmarktgeländes geplant

Das gemeinsam mit einem externen Veranstaltungsmanagement erarbeitete Präventionskonzept sieht eine vollständige bauliche Einfriedung des Jahrmarktgeländes vor. Für alle Besucher und arbeitenden Personen am Jahrmarktgelände soll die 3G-Regel gelten. Bei einer von drei Kontrollstellen, die verteilt an zentralen Punkten in der näheren Umgebung des Jahrmarktgeländes situiert sein werden, können Besucher ihren 3G-Nachweis vorzeigen. An den Ein- und Ausgängen zum Jahrmarktgelände erfolgt neben einer Kontrolle des 3G-Nachweises auch die laut der COVID-19-Öffnungsverordnung notwendige Registrierung der Besucher.

Die Kosten für die Umsetzung des COVID-19-Präventionskonzeptes werden sich auf rund 230.000 Euro belaufen und werden von der Stadt übernommen. Die Entscheidung fällt am 9. September im Linzer Stadtsenat.


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