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LINZ/OÖ. „Es droht ein Versorgungskollaps im oberösterreichischen Gesundheits- und Sozialsystem“, warnt Branko Novakovic, Vorsitzender der ÖGB Arge für Gesundheits- und Sozialberufe OÖ und Zentralbetriebsratsvorsitzender im Kepler Universitätsklinikums und verweist auf die prekäre Situation der Beschäftigten in Gesundheitseinrichtungen. 

Branko Novakovic bei der Aktion der "Offensive Gesundheit" (Foto: ÖGB-LO OÖ)
Branko Novakovic bei der Aktion der "Offensive Gesundheit" (Foto: ÖGB-LO OÖ)

Gemeinsam mit der Offensive Gesundheit, einer Initiative von Ärzte- und Arbeiterkammern sowie den Gesundheitsgewerkschaften machte der ÖGB OÖ am Mittwoch mit der auf die prekäre Situation der Beschäftigten in Gesundheitseinrichtungen in ganz Österreich aufmerksam. Auch in Oberösterreichs Krankenhäusern gab es um 5 nach 12 einen Walk-out, bei dem die Beschäftigten einmal mehr versuchen, ihren dringenden Anliegen Nachdruck zu verleihen.

Druck auch in Zeiten mit weniger Covid-Kranken extrem hoch

„Gerade die Beschäftigten in oberösterreichischen Spitälern stehen seit geraumer Zeit unter einem enormen Druck. Dieser Druck ist - obwohl die Pandemie in Wellen verläuft – permanent extrem hoch. Auch in Zeiten mit weniger Covid-Erkrankten, wie z.B. im Sommer, geht es mit Hochdruck weiter, weil verschobene Behandlungen und Operationen eingeholt werden müssen“, beschreibt Novakovic. Teilweise würden die Abteilungsvorstände im Bereich der Chirurgie berichten, dass sie viele notwendige operative Eingriffe bereits jetzt auf ungewisse Zeit in die Zukunft verschieben müssten.

Beschäftigte können notwendige Versorgung nicht mehr gewährleisten

„Auch die Tatsache, dass sie, egal, wie sehr sie sich anstrengen, die notwendige Versorgung nicht gewährleisten können, belastet Spitalsmitarbeiter schwer“, beschreibt Novakovic die psychische Belastung, die auf den Beschäftigten lastet. Heute, mit der Aktion 5nach12, vielleicht zum letzten Mal bevor sie endgültig resignieren, fordern die Mitarbeiter Reformen und Unterstützung, Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und Entlastung.

„5 nach 12 bedeutet, dass es für Manches leider schon zu spät ist. Wir können aber noch hoffen, dass mit den entsprechenden Maßnahmen zumindest der absolute Kollaps des Gesundheitswesens verhindert wird“, stellt der Betriebsrat und Gewerkschafter klar. Jetzt rasch handeln, bevor es wirklich zu spät ist „An der Misere, in der wir uns befinden, ist nicht nur die Pandemie schuldig. Unser Gesundheits- und Sozialsystem wurde durch mangelnde Bereitschaft der Zuständigen, die permanente Überlastung des Personals und den Personalmangel zu akzeptieren, an die Wand gefahren. Die Pandemie hat diese Entwicklung natürlich massiv beschleunigt“, stellt Novakovic klar.

„Muss es wirklich so weit kommen, dass tausende Pflegekräfte aufgeben und kündigen, bevor etwas gemacht wird? Denn dann ist es wirklich zu spät!“


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