Stelzer kündigt Lockdown in OÖ und Salzburg an - Update (14 Uhr)
LINZ/OÖ. In der Landtagssitzung am Donnerstagvormittag kündigte Landeshauptmann Thomas Stelzer einen mehrwöchigen Lockdown für alle in Oberösterreich und Salzburg ab kommendem Montag, 22. November, an. UPDATE: Für Donnerstag, 17.30 Uhr ist eine Presskonferenz angekündigt.

„Wenn es zu keinem bundesweiten Lockdown kommt, werden Oberösterreich und Salzburg ab nächster Woche in den Lockdown gehen“, betont Stelzer noch vor der Landeshauptleutekonferenz am Freitag. Dieser Lockdown soll für alle - also sowohl für Ungeimpfte als auch für Geimpfte gelten.
„Wir haben sehr sehr wenig Spielraum“
Noch Donnerstag Nachmittag wird er das medizinische Expertenboard des Landes zu Beratungen über die weiteren Schritte einberufen. „Wir haben seit Montag auch den Lockdown für Ungeimpfte - es sind also sehr einschränkende, harte Maßnahmen in Kraft. Ziel ist es, die Zahlen schnell und akut zu senken. Ich sage aber auch: Wir haben nicht mehr viel Spielraum, um nicht zu sagen, sehr, sehr wenig Spielraum“, begündet Stelzer, der gerade in enger Abstimmung mit Salzburg die Vorbereitungen für diese Maßnahme trifft.
UPDATE: Pressekonferenz
Um 17.30 Uhr werde Stelzer, seine Stellvertreterin Christine Haberlander, Bürgermeister Klaus Luger als Präsident des Städtebundes OÖ, OÖ. Gemeindebund-Präsident Johann Hingsamer und Primar Bernd Lamprecht gemeinsam vor die Presse treten, um die Öffentlichkeit über Details zu informieren.
Klaus Luger (Bürgermeister Linz): „Lockdown war längst an der Zeit“
„Längst war es an der Zeit, einen Lockdown zu verhängen. Ich begrüße es, dass nun Landeshauptmann Thomas Stelzer für einen lokalen Lockdown eintritt. Die Lage droht ansonsten außer Kontrolle zu geraten. Städte- und Gemeindebund stehen bereit, sich wie schon öfters in die Konkretisierung der Regelungen einzubringen, damit sie praxisnah und umsetzungsorientiert festgelegt werden. Insbesondere ist es mir wichtig, für die Bevölkerung einen realistischen Zeitrahmen festzulegen. Vor allem brauchen wir eine klare Strategie, um zumindest Perspektiven für ein Weihnachtsfest zu ermöglichen“, betont der Linzer Bürgermeister Klaus Luger, der schon am Mittwoch für einen Lockdown plädiert hat.
Angesichts der täglichen Höchstwerte an Neuinfektionen sah Bürgermeister Luger schlussendlich nur noch den Weg in den Lockdown als Option zur Eindämmung dieser Entwicklung: „Wir sind gefordert, den Rat der Experten ernst zu nehmen. Kinder und Jugendliche stehen in dieser 4. Welle ganz besonders im Fokus der Gefährdung. Die kommenden Tage sollten wir dafür nutzen, um uns auf das Impfen der Über-5-Jährigen vorzubereiten, um dies rasch anbieten zu können.“
Severin Mayr (Grüne): „Lockdown ist schmerzhaft, aber erwartbar und unumgänglich“
„Dieser Lockdown ist schmerzhaft, aber unumgänglich und eigentlich erwartbar. LH Stelzer hat offenbar die Dramatik endlich erkannt, das Quasi-Flehen der Ärzteschaft erhört und eine der ganz dicken Reißleinen gezogen. Das ist das Ergebnis von viel zu langem Zaudern und Zögern. Dieser Lockdown mag die Lage etwas entspannen, er wird aber nicht die Pandemie besiegen. Das kann nur die Impfung. Wer das nicht erkennt, darf jetzt schon die Mitschuld für den nächsten Lockdown und viele weitere Corona-Opfer abonnieren“, kommentiert der Grüne Klubobmann LAbg. Severin Mayr den von LH Stelzer im heutigen Landtag angekündigten Lockdown für Oberösterreich ab nächster Woche, sollte es zu keinem bundesweiten Lockdown kommen.
Mayr erwartet sich die endlich gezeigte Konsequenz des Landeshauptmann auch gegenüber dem Koalitionspartner FPÖ: „Er hat die Querschüsse vor und hinter den blauen Kulissen zu stoppen. Auch bei der weiteren Vorgangsweise auf die ExpertInnen, ÄrztInnen und Wissenschafter zu hören und nicht auf das Geschwurbel seines Koalitionspartners. Einer FPÖ mit engen Kontakten zu einem rechtsaußen-Medienmacher, der die Briefkästen dieses Landes mit tiefster Agitation zumüllt. Damit muss Schluss sein. Der LH muss dafür sorgen, dass sich sein Koalitionspartner einklinkt in ein konstruktives und konsequentes Vorgehen, die Impfquote dorthin zu bringen, wo sie hingehört, um eine Gesundheitskatastrophe zu vermeiden“, so Mayr.


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