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OÖ. Die duale Ausbildung ist auch im Jahr 2021 weiterhin unangefochten die beliebteste Ausbildungsform bei der oö. Jugend geblieben und hat diese Position sogar leicht ausbauen können. Insgesamt sind 6.667 Personen (2020: 6.588) — davon 4.305 Burschen und 2.362 Mädchen — in das erste Lehrjahr gestartet. Das bedeutet eine Zunahme von 1,2 Prozent (+79) zusätzlichen Lehrlingen im ersten Lehrjahr gegenüber dem Jahr davor.

 (Foto: Kzenon/Shutterstock.com)
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Konkret absolvierten per 31. Dezember 2021 15.235 Burschen und 7.238 Mädchen und damit 22.473 Personen (2020: 22.885) eine Lehre in Oberösterreich. Gegenüber dem Vorjahr stellt dies eine geringfügige Abnahme von minus 1,8 Prozentpunkten dar. Dieser Rückgang ist einerseits darauf zurückzuführen, dass nach den geburtenstarken Jahrgängen in den Jahren davor die Zahl der 15-Jährigen zuletzt rückläufig gewesen ist. Andererseits hat aber auch die Corona-Pandemie ihren Einfluss auf die Abnahme der Gesamtzahlen.

„Dennoch ist erfreulich, dass sich damit im abgelaufenen Jahr erneut knapp die Hälfte (konkret 45 Prozent) der 15-Jährigen für die duale Ausbildung in Oberösterreich entschieden hat. Ein Rekordwert für ganz Österreich, wo der Anteil bei rund 37 Prozent liegt“, betont WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer.

Große Vielfalt der Lehrberufe

Österreichweit gibt es aktuell 211 Lehrberufe, davon elf Modullehrberufe mit zusätzlichen 42 Haupt- und 33 Spezialmodulen sowie 28 „Schwerpunktberufe“ mit zusätzlichen 94 Schwerpunkten wie z.B. Einzelhandel.

Die Hitliste der Top-10-Lehrberufe hat 2021 der Modulberuf Metalltechnik vor den Lehrberufen Einzelhandel und Elektrotechnik angeführt. Knapp ein Drittel aller Lehrlinge in Oberösterreich entscheidet sich für einen dieser drei Lehrberufe, was bei 6.752 Lehrlingen 30,4 Prozent ergibt. Auf Platz vier findet sich der Kraftfahrzeugtechniker mit 12,1 Prozent wieder, dicht gefolgt vom Bürokaufmann. Ebenfalls in die Top-10-Lehrberufe in Oberösterreich geschafft hat es mit 3,4 Prozent die Prozesstechnik.

Nur mehr 38,86 Prozent aller weiblichen Lehrlinge (7.238) wählen zwischen den Lehrberufen Einzelhandel, Bürokauffrau und Friseurin (Stylistin). Bemerkenswert ist, dass der Modullehrberuf Metalltechnik bereits auf dem vierten Platz der weiblichen Lehrlinge liegt. Immerhin werden aktuell 256 junge Frauen in diesem Lehrberuf ausgebildet.

Bei den männlichen Lehrlingen entfallen ebenfalls knapp 40 Prozent auf die drei stärksten Lehrberufe. Klar zu sehen ist, dass gerade die technischen modularen Lehrberufe bei den männlichen Lehrlingen sehr beliebt sind. Der Metalltechniker, Elektrotechniker, Kraftfahrzeugtechniker und der Mechatroniker führen die Liste der Top 10 an und decken hier ganze 69,3 Prozent ab.

Als Lehrlingsausbilder Nr. 1 in Oberösterreich behauptet sich erneut die Sparte Gewerbe und Handwerk mit insgesamt 9.803 Lehrlingen. Das bedeutet, dass fast jeder zweite Lehrling in dieser Sparte ausgebildet wird. Die Industrie belegt mit 5.065 Lehrlingen Platz 2 und auf Platz 3 folgt der Handel mit 2.821 Lehrlingen.

Spitzenreiter ist Linz mit 18,4 Prozent aller oö. Lehrlinge, gefolgt von Vöcklabruck mit 9,3 Prozent und Linz-Land mit 8,8 Prozent. Bei den Bezirken gibt es aber durchwegs große Unterschiede bei der Entwicklung der Lehrlingszahlen.

Österreich-Benchmark in der Lehrlingsausbildung

Oberösterreich liegt bei den Einwohnern mit rund 1,48 Millionen hinter Wien und Niederösterreich an dritter Stelle (16,7 Prozent der Gesamtbevölkerung). Mit 22.473 Lehrlingen hat das Bundesland sowohl bei den Lehrlingszahlen als auch bei der Anzahl an Lehrbetrieben seine führende Position in der Lehrlingsausbildung behalten. 20,9 Prozent aller österreichischen Lehrlinge erhalten ihre Berufsausbildung in Oberösterreich und werden in den insgesamt 5.146 Betrieben ausgebildet. Das entspricht 18,8 Prozent aller österreichischen Lehrbetriebe.

Zuwachs bei Kandidatenanzahl zur Lehrabschlussprüfung

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die betriebliche Ausbildung als auch auf das Berufsschulwesen haben zu der Befürchtung geführt, dass die Erfolgsquote der Lehrabschlussprüfungskandidaten 2021 schlechter werden würde. Erfreulicherweise zeigt die Jahresstatistik, dass es sowohl insbesondere bei den Antrittszahlen (2021: 10.615; 2020: 10.359 Kandidaten; 2019: 10.508 Kandidaten) als auch bei den Linz Erfolgsquoten gegenüber den Vorjahren kaum Veränderungen gegeben hat. „Diese Tatsache ist sowohl für die Lehrabsolventen als auch für die Betriebe höchst erfreulich, da alle Absolventen dringend aufgrund des nach wie vor hohen Fachkräftemangels benötigt werden“, so Hummer.

Um den Kandidaten das Anmeldeprocedere zu erleichtern bzw. in digitaler Form zu ermöglichten, hat die WKOÖ das Online-e-Service und weitere Digitalisierungsprojekte umgesetzt. Die Zahl der Kandidaten bei den Lehrabschlussprüfungen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 147 auf 10.483 erhöht. 8.132 Kandidaten haben die Prüfung bestanden, davon 1.543 mit Auszeichnung und 2.108 mit gutem Erfolg. Darüber hinaus absolvierten 132 Personen eine Teilqualifizierung gem. §8b (10) BAG.

Duale Akademie kommt bundesweit

Vor knapp vier Jahren hat die Wirtschaftskammer Oberösterreich mit der Dualen Akademie ein neuartiges Bildungsangebot auf den Markt gebracht. Im Lehrgang 2022/23 werden mittlerweile 13 verschiedene Berufsbilder angeboten.

Aufgrund der starken Nachfrage konnte nun das festgelegte Ziel, die Duale Akademie bundesweit auszurollen, für das Jahr 2022 fixiert werden. Dafür wurde ein eigenes Koordinationsbüro in der Wirtschaftskammer Oberösterreich in Linz eingerichtet.

Starke Nachfrage nach Lehre mit Matura

Das Projekt „Lehre mit Matura“ ist weiterhin auf hohem Niveau nachgefragt. Im Bundesländerranking gab es von Anfang November 2020 bis Ende April 2021 (Stand: 15. Mai 2021) mit 2.209 Mädchen und Burschen die (absolut) meisten Teilnehmer an der „Lehre mit Matura“ in Oberösterreich.

Oö. Betriebe sind Spitzenreiter bei der Unterstützung der Lehrlinge

Die Ausbildungsqualität wird von den oö. Ausbildungsbetrieben hochgehalten. In keinem anderen Bundesland werden Lehrlinge durch ihre Ausbildungsbetriebe so intensiv unterstützt wie in Oberösterreich. Da in vielen Berufen die Anforderungen im fachlichen, aber auch im sozialen Bereich steigen, investieren die Betriebe vermehrt auch in überbetriebliche Aus- und Weiterbildungsangebote für Lehrlinge und auch Ausbilder.

In Summe wurden über Lehre.fördern, dem Förderservice der WKOÖ-Lehrlingsstelle, 5,78 Mio. Euro an die Ausbildungsbetriebe für diese Qualifizierungsmaßnahmen refundiert. Das bedeutet, dass für jeden oberösterreichischen Lehrling jährlich durchschnittlich 257,39 Euro in die Aus- und Weiterbildung außerhalb des Betriebes investiert werden. Auch das ist der bundesweite Top-Wert (Ö-Schnitt: 172,35 Euro).

Duale Ausbildung birgt nachhaltiges Potenzial zur Sicherung des Fachkräftebedarfs

Trotz aktuell steigender Herausforderungen auch für den Arbeitsmarkt bleibt der Fachkräftemangel einer der zentralen Hemmschuhe für die oö. Wirtschaft. Das WKO-Fachkräfteradar bestätigt einmal mehr, dass zwei Drittel aller oö. Betriebe sehr stark bzw. stark vom Fachkräftemangel betroffen sind.

Besonders betroffen sind das Gewerbe und Handwerk, die Industrie und der Handel, die ihrerseits einen überwiegenden Teil der Fachkräfte selbst im Rahmen einer Lehre qualifizieren.

Bewerber für offene Lehrstellen dringend gesucht

Im Jahresschnitt gab es in Oberösterreich durchschnittlich 1.670 (2020: 1.537) offene Lehrstellen bei durchschnittlich 591 (2020: 784) Lehrstellensuchenden. Damit war laut AMS OÖ auch im abgelaufenen Jahr der rechnerische Lehrstellenüberhang von durchschnittlich 1.079 im Jahresverlauf massiv. Diese Zahlen entsprechen auch beinahe der Situation vor Corona. Viele offene Lehrstellen können aus Mangel an geeigneten Bewerbern nicht besetzt werden.

Im Jahresdurchschnitt gab es in folgenden Berufen den größten Lehrstellenüberhang: Metall und Elektro (418 offene Stellen), Tourismus und Freizeitwirtschaft (325), Handel (301), Bau (172) aber auch die Büroberufe (130)

Neues Beratungsangebot — Service Employer Branding

Die richtigen Mitarbeiter und Lehrlinge zu finden und zu binden ist zentrales Handlungsfeld und Stellschraube für die Zukunft vieler Betriebe. Die WKOÖ hat deshalb einen neuen Servicebereich eingerichtet, welcher Betriebe künftig bei der Steigerung ihrer Arbeitgeber-Attraktivität unterstützen soll.

Seit Mitte 2021 gibt es über das Service Employer Branding entsprechende Beratungs- und Servicedienstleistungen. Zusätzlich werden seit Jahresbeginn 2022 auch geförderte Beratungen durch externe Berater angeboten. Dieses Beratungs-Angebot wird auf Ebene der Branchenverbünde entwickelt und gefördert. Darin inbegriffen sollen interessierte Betriebe auch ein zielgerichtetes Coaching für ihren Auftritt bei der OÖ Job Week erhalten.

„Gerade Klein- und Mittelbetriebe wünschen sich ganz konkrete Ideen und Umsetzungsvorschläge, wie sie im Bereich der Ansprache neuer Mitarbeiter — insbesondere auch durch den Einsatz neuer Medien — die ‚richtigen‘ Mitarbeiter für Ihr Unternehmen finden können. Zusätzlich geht es auch darum, bestehende Mitarbeiter an das eigene Unternehmen langfristig zu binden“ so WKOÖ-Präsidentin Hummer. Mehr Informationen unter employer.branding@wkooe.at

„Zeitgerechte Berufsorientierung ist das A und O für eine erfolgreiche Zukunftsplanung!“

„In den kommenden Wochen bis zu den Semesterferien müssen viele Jugendliche in Oberösterreich eine Entscheidung treffen, ob sie eine Lehre beginnen wollen oder die schulische Ausbildung fortsetzen. Dieser Berufsorientierungsprozess ist derzeit für unsere jungen Mädchen und Burschen aufgrund der Corona-Pandemie sehr schwierig. Wir wollen sie daher bestmöglich unterstützen, denn die richtige Wahl der Qualifizierung und Ausbildung ist gerade jetzt wichtiger denn je“, unterstreicht WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer.

Corona bringt auch einen massiven Schub für die digitale Berufsorientierung, denn der Trend zur Online-Berufsinformation hat in den letzten beiden Jahren rasant zugenommen und die Angebote dazu sind umfangreicher und benutzerfreundlicher denn je. „Die Entscheidung für den weiteren beruflichen oder schulischen Ausbildungsweg ist eine der wichtigsten im Leben. Wir unternehmen alles, um auch in Corona-Zeiten verlässliche und umfassende Informationen geben zu können“, appelliert Hummer an Schüler, Eltern und Lehrkräfte, sich über das umfassende Angebot zur Berufsorientierung rechtzeitig zu informieren und dieses aktiv zu nutzen.

So sind alle Infos der oö-weiten Messe Jugend & Beruf im Herbst 2021 noch bis Mai 2022 unter www.jugendundberuf.info abrufbar. Die digitale Plattform „OÖ schnuppert“ ermöglicht Jugendlichen eine ganz einfache Suche und Kontaktaufnahme mit Betrieben, die Schnupperplätze anbieten. Aktuell sind etwa 1.200 Betriebe gelistet, die mehr als 2.200 Schnupperplätze anbieten. Eine digitale Testplattform erhebt die persönlichen Stärken und Fähigkeiten, erhalten bleibt das anschließende Beratungsgespräch durch einen Arbeitspsychologen. Seit Beginn dieses Schuljahres haben sich bereits über 210 Schulen mit 8.606 Schülern der 8. Schulstufe zur Potenzialanalyse angemeldet.


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