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OÖ. Nach coronabedingtem Rückgang steigt die Anzahl der Kinder in oö. Betreuungseinrichtungen wieder. Mit Stichtag 15. Oktober 2021 wurden insgesamt 66.389 Kinder in 1.307 Einrichtungen in OÖ betreut. Das bedeutet ein Plus von 1.362 Kindern gegenüber dem Vorjahr, zeigt die „Kindertagesheimstatistik 2021/22“.

 (Foto: nadezhda1906/stock.adobe.com)
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In insgesamt 385 Krabbelstuben mit 726 Gruppen, 738 Kindergärten und 184 Horten wird in Oberösterreich Kinderbetreuung angeboten.  

  • 6.930 Kinder besuchen eine Krabbelstube für unter 3-Jährige (plus 688 Kinder, plus 52 Gruppen seit dem Vorjahr, insgesamt 726 Gruppen in 385 Krabbelstuben)
  • 46.663 Kinder gehen in den Kindergarten (plus 645 Kinder, plus 55 zusätzliche Gruppen seit dem Vorjahr, insgesamt 738 Kindergärten)
  • 12.796 Kinder gehen in den Hort (plus 29 Kinder, zehn Gruppen und drei Betriebe weniger seit dem Vorjahr)

In den letzten zehn Jahren habe sich damit die Anzahl der Kinder, die institutionellen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen besuchen, um knapp 20 Prozent erhöht, so Bildungs-Landesrätin, LH-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP). Großen Wert legt sie auf den Ausbau bei den unter-3-Jährigen.

Betreuungsquote bei unter 3-Jährigen bei 19,6 Prozent

Die Betreuungsquote bei den 0-bis 2-Jährigen liegt bei 19,6 Prozent, inklusive Tagesmütter bei 21,2 Prozent. Vor zehn Jahren waren es 11,9 Prozent. Die Anzahl der Krabbelstubengruppen hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre knapp verdoppelt (2012: 316 Gruppen; 2021: 726 Gruppen).

Die Betreuungsquote bei den Kindern im Alter zwischen 3 bis 5 Jahren beträgt 94 Prozent und liegt im Vergleich zum Jahr 2012 um 1,8 Prozent höher. In der Alterskategorie der 6- bis 9-Jährigen werden 2021/22 19,4 Prozent der Kinder institutionell betreut. Hier gibt es kaum Veränderungen zum Vorjahr bzw. zum Jahr 2012.

Haberlander sieht in der Kindertagesheim-Statistik den Beleg, „dass das Land Oberösterreich und die Gemeinden gemeinsam daran arbeiten, den Ausbau konsequent voranzutreiben, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen und dabei ein qualitativ hochwertiges Bildungsangebot für die Jüngsten zu bieten.“ Daran werde weiter festgehalten.

Im Schnitt 8,4 Stunden geöffnet

Die Kindergärten in OÖ haben im Schnitt 8,4 Stunden am Tag bzw. 41,8 Stunden pro Woche geöffnet. Hier sei trotz Corona eine Steigerung erreicht worden. 83 Prozent der Kinder haben dabei die Möglichkeit, in ihrem Kindergarten bis zwischen 15 und 16 Uhr betreut zu werden. Die Eltern von 14 Prozent der Kinder machen im Schnitt von diesem Angebot Gebrauch (ohne Stadt Linz).

Allerdings gibt es regionale Unterschiede: In Wels, Urfahr-Umgebung und Linz-Land haben 98 Prozent die Möglichkeit, am Nachmittag im Kindergarten zu bleiben, nutzen tun dieses Angebot zwischen 21,9 und 16,7 Prozent. In Braunau wäre das Angebot, bis längstens 16 Uhr betreut zu werden, für gut 50 Prozent der Kinder vorhanden, genutzt wird es von 5,8 Prozent, zeigt die Statistik.

17,3 Prozent nicht deutscher Muttersprache

Fast unverändert blieb der Anteil von Kindern mit nicht-österreichischer Staatsbürgerschaft in den oö. Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen mit 17,3 Prozent (plus 0,6 Prozentpunkte). Auch hier sind die Unterschiede regional groß: Hier heben sich vor allem die Statutarstädte Wels (38,2 Prozent), Linz (35,7 Prozent) und Steyr (21,3 Prozent), sowie der Bezirk Linz-Land (20,4 Prozent) deutlich vom Rest Oberösterreichs ab. Den niedrigsten Ausländeranteil gibt es mit 3,3 Prozent im Bezirk Freistadt.

Mit zusätzlicher Sprachförderung werde gezielt und bestmöglich auf den Schuleintritt vorbereitet, so Haberlander.

Ausbauprogramm läuft

Aktuell befinden sich 126 Kindergartenprojekte, 74 Krabbelstubenprojekte und acht Hortprojekte im laufenden Bau- und Finanzierungsprogramm des Landes. Das entspricht einem Investitionsvolumen von rund 146 Millionen Euro (Stand Juni 2022).

Bereits vorgemerkt bzw. in Planung und beim Land OÖ angemeldet sind zudem zwölf Hortbauprojekte, 92 Krabbelstubenbauprojekte und 123 Kindergartenbauprojekte, geschätztes Investitionsvolumen: 75,5 Millionen Euro.

Personalmangel große Herausforderung

Eine große Herausforderung sei aber der Personalbedarf. Haberlander sieht hier auch den Bund gefordert, es brauche eine Ausbildungsoffensive, um etwa auch motivierte Spätberufene oder Helfer, die an einer Weiterbildung interessiert sind, abzuholen.

2021/22 sind in OÖ 10.774 Beschäftigte für die Bildung und Betreuung der Kinder in institutionellen Einrichtungen tätig. Im Personalschlüssel brauche OÖ den Bundesländervergleich nicht zu scheuen: in einer Kindergartengruppe sind durchschnittlich 18,8 Kinder (Stichtag 15. Oktober), in der Krabbelstube 9,5 Kinder, im Hort 19,5. In Vollzeitäquivalenten betrachtet, kommen auf eine Vollzeitstelle in einem OÖ Kindergarten 9,1 Kinder, so die Statistik.

SPÖ, Grüne und NEOS nicht zufrieden

Die Statistik zeige vor allem Lücken bei der Betreuung der unter 3-Jährigen auf, so SPÖ-Klubvorsitzender Michael Lindner. Hier liege der Bundesschnitt bei 27,6 Proeznt, in OÖ lediglich bei 19,6 Prozent. „Es fehlen alleine 3.600 Kinderbetreuungsplätze bei den unter 3-Jährigen, um auf die anderen Bundesländer aufzuschließen“, kritisiert Lindner.  

Die Grünen sehen keine „großen Schritte“, sondern ein „Dahintapsen“. „Dass die Kinderbetreuung in OÖ ausgebaut werden muss, weiß man von Aigen bis Windischgarsten“, so Bildungssprecher Reinhard Ammer. Es brauche Ausbau bei den Drei- bis Sechsjährigen, die Einrichtungen würden zu früh schließen.

Für NEOS-Klubobmann Felix Eypeltauer ist klar, dass es außerhalb des Zentralraums mehr flexible Angebote brauche. Fehlendes flächendeckendes Angebot würden vor allem die Familien und Unternehmen zu spüren bekommen, denn zu viele Arbeitskräfte müssten sich zwischen Familie und Vollzeitjob entscheiden.


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