Entfernung der Ferihumerstraßen-Sperre entfacht Polit-Debatte (Update: 29.09)

Anna Fessler Tips Redaktion Anna Fessler, 28.09.2022 15:41 Uhr

LINZ. Die vorab kontrovers diskutierte Sperre der Ferihumerstraße wurde nach etwas über einer Woche wieder aufgehoben – laut Linz Linien und der Polizei sei es bereits in dem kurzen Zeitraum zu gefährlichen Situationen gekommen. Das Durchfahrtsverbot soll aber bleiben und wird während dem Urfahraner Markt auch durch einen Sicherheitsdienst kontrolliert.

Am Montag, 19. September, trat die Sperre der Ferihumerstraße auf Höhe des Peuerbachgymnasiums in Kraft. Nun wurde sie vorübergehend wieder aufgehoben.

Negative Stellungnahme der Linz Linien

Die Linz Linien sahen in einer Stellungnahme erhebliche Gefahr für schwere Unfälle im Verzug, da die Autofahrer zum Wenden die Schienen der Straßenbahn queren mussten und es dabei zu einigen gefährlichen Situationen gekommen sei. Außerdem seien einige Autolenker auch über die Gleise an der Sperre vorbeigefahren, was ebenfalls zu gefährlichen Situationen geführt habe – bei einem Lokalaugenschein wurden laut einer Aussendung der Stadt Linz binnen 25 Minuten sieben Lenker gezählt, die die Sperre illegal auf den Gleisen umfahren hätten. 

„Es war Gefahr im Verzug, deshalb hat die Behörde reagiert“

Dazu kam eine Sachverhaltsdarstellung der Polizei, die zu viele Fahrzeuglenker feststellte, die sich für ein vorschriftswidriges Verhalten entschieden hätten. „Es war Gefahr im Verzug, deshalb hat die Behörde reagiert und die Sperre der Ferihumerstraße wurde unterbrochen“, so Mobilitätsreferent Vizebürgermeister Martin Hajart, und weiter: „Eine Verkehrsberuhigung in der Ferihumerstraße bleibt aber weiterhin erklärtes Ziel. Über die weitere Vorgehensweise möchte ich mich mit dem Bürgermeister abstimmen.“

Das Durchfahrtsverbot ausgenommen Anlieger bleibt vorerst weiterhin in Kraft und wird während des Urfahranermarktes durch einen Sicherheitsdienst kontrolliert.

Bürgermeister entscheidet im Alleingang

Bürgermeister Klaus Luger ging nicht auf Hajarts Wunsch ein, sich abzustimmen, und entschied in Absprache mit der Linz AG, Maßnahmen zu treffen (vorgesehen sei die Errichtung einer Straßenbahnkreuzung mit Ampel). Der Vizebürgermeister dazu: „Ich nehme zur Kenntnis, dass der Bürgermeister darüber nicht mehr mit mir sprechen will“. Allerdings sei für die Ampelregelung eine eisenbahnrechtliche Bewilligung nötig, die eine lange Beantragungsdauer und hohe Kosten mit sich bringe. Somit sieht Hajart in der Ampelregelung keine ideale Lösung.

Grüne: „Aufhebung der Sperre kein Freibrief, das Durchfahrtsverbot zu missachten“

Die Linzer Grünen zeigen Verständnis für die Sicherheitsbedenken seitens der Linz Linien und der Polizei, fordern aber verschärfte Kontrollen und weitere Maßnahmen für die Ferihumerstraße. „Das Verkehrs- und Parkplatzsuchchaos während des heurigen Frühlingsmarktes darf sich dabei keinesfalls wiederholen“, so Klubobmann Helge Langer. Verstärkte Kontrollen seien aber nur ein erster Schritt, um sicherzustellen, dass sich Nicht-Anrainer an das Durchfahrtsverbot in der Ferihumerstraße hielten. „Eine dauerhafte Verbesserung der Situation lässt sich nur erreichen, wenn der vorhandene Straßenraum zugunsten der Öffis sowie des Fuß- und Radverkehrs neu aufgeteilt wird“, ist Langer überzeugt.

FPÖ übt Kritik an Verkehrspolitik

Die FPÖ übt durch Fraktionsobmann Wolfgang Grabmayr Kritik: Der „Alleingang von Verkehrsreferent Martin Hajart“ sei bereits missglückt, als dieser über Nacht die Begegnungszone am Hauptplatz verordnet habe. Die Demontage der Durchfahrtssperre in der Ferihumerstraße sei ebenfalls eine Überraschung. „In beiden Fällen versteckt sich Martin Hajart hinter seinen Beamten“, urteilt Grabmayr.

SPÖ: „Absehbar, dass die Sperre nicht funktioniert“

Verärgert zeigt sich auch SPÖ-Verkehrssprecher Florian Koppler: „Es war absehbar, dass die Sperre so nicht funktioniert. Der Verkehrsreferent hätte im Vorfeld dafür sorgen müssen, dass eine funktionierende und sichere Sperre errichtet wird.“ Die Linz AG habe bereits vor Anbringung der Sperre darauf aufmerksam gemacht, dass der U-Turn gesichert werden müsse, um Gefahrensituationen zu vermeiden. Die Linz Linien hätten aber zu keiner Zeit eine Aufhebung der Durchfahrtssperre angestrebt. Ziel sei gewesen, eine Bestandsaufnahme der Situation darzulegen, um daraus Verbesserungen ableiten zu können.

Linzer Volkspartei kann Kritik nicht nachvollziehen

Elisabeth Manhal, Klubobfrau der Linzer Volkspartei, reagiert empört auf die Kritik, der von der SPÖ gewünschte Gemeinderatsbeschluss sei vollständig umgesetzt worden. „Nun zu behaupten, wir hätten ihre Lösung nicht durchdacht und 'Husch-Pfusch' umgesetzt, ist schlichtweg falsch – denn wir haben mehrfach darauf hingewiesen, dass die Sperre vielleicht keine Ideallösung ist, weshalb wir uns für einen Pilotbetrieb eingesetzt haben“, so Manhal.

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