Bauwirtschaft braucht Impulse
OÖ. Mit rückläufiger Auftragsentwicklung ist zu rechnen. Vertreter der oö. Baubranche verlangen daher belebende Maßnahmen.

Auf das Baugewerbe und die baunahen Branchen kommen in den nächsten Jahren enorme Herausforderungen (Teuerungen, hohe Materialpreise, löchrige Lieferketten, verschärfte Richtlinien für Wohnbaukredite, Investitionszurückhaltung auf allen Ebenen, Arbeitskräftemangel) zu. Deshalb hat der oö. Branchenverbund Bauwirtschaft bereits jetzt Vorschläge erarbeitet, die die sich abzeichnenden Auftragseinbrüche abfedern und die Bauwirtschaft im weiteren Sinn beleben sollen.
Stütze für Stabilität
Mit deutlich mehr als 100.000 Mitarbeitern ist die oö. Bauwirtschaft die mit Abstand größte Arbeitgeberin — jeder vierte Arbeitsplatz in der gewerblichen Wirtschaft entfällt auf die Baubranchen. Damit die Baubranchen auch weiterhin ein Eckpfeiler für Stabilität und Wohlstand sein können, ist es aus Sicht der Landesinnungsmeister Othmar Berner (Dachdecker, Glaser, Spengler), Martin Greiner (Bauhilfsgewerbe), Josef Frauscher (Holzbau), Norbert Hartl und Stefan Mayer (Bau) sowie Gremialobmann Josef Simmer (Baustoffhandel) entscheidend, früh auf allen Ebenen belebende Maßnahmen zu setzen.
Gewerbliche Auftraggeber
Für Auftraggeber aus Industrie, Gewerbe und Handel regt der Branchenverbund eine Investitionsprämie mit Fokus auf Umweltschutz, Energiesparen und Nachhaltigkeit, abgewickelt von der Finanzverwaltung an. „Eine größere zeitliche Streckung wäre sinnvoll, denn so werden die gewerblichen Aufträge besser auf einen längeren Zeitraum verteilt“, betonen Baulandesinnungsmeister Norbert Hartl und sein Stellvertreter, Stefan Mayer.
Private Auftraggeber
Für private Auftraggeber wird das „Luxemburger Modell“ empfohlen, das privaten Bauherren eine Umsatzsteuerrückvergütung ermöglicht. „Das Modell macht das Bauen um 20 Prozent günstiger und dämmt den gewerbsmäßigen Pfusch ein. Denn die Steuerrückvergütung gibt es nur, wenn offizielle Rechnungen von Lieferanten und Leistungserbringern vorgelegt werden“, erläutert Martin Greiner, Landesinnungsmeister des Bauhilfsgewerbes.
Steuerliche Absetzbarkeit
Eine weitere Forderung des oö. Branchenverbunds ist die Wiedereinführung der steuerlichen Absetzbarkeit von Ausgaben zur Wohnraumschaffung. „Die seit Sommer geltenden Richtlinien verhindern beispielsweise, dass ein vorhandenes Wohngebäude nicht mehr zur Besicherung eines Wohnkredits herangezogen werden darf. Das muss repariert werden“, fordert Josef Simmer, Landesgremialobmann des Baustoff-, Eisen- und Holzhandels.Sozialen Wohnbau absichernWichtig ist zudem die temporäre Erhöhung des Wohnbauförderbudgets.
Sozialer Wohnbau
Zur Sicherstellung des mehrgeschoßigen Wohnbaus sind auch weiterhin erhöhte Förderungssätze erforderlich. „Der soziale Wohnbau ist nicht nur äußerst beschäftigungswirksam, sondern wirkt auch dämpfend auf das Mietpreisniveau. In Zeiten permanenter Teuerungen hat das erhebliche Bedeutung“, erklärt Othmar Berner, Landesinnungsmeister der Dachdecker, Glaser und Spengler. Des Weiteren fordert der Branchenverbund Bauwirtschaft OÖ, dass die ersten 20 Überstunden zur Gänze steuerfrei werden, um die Menschen zu mehr Arbeit zu motivieren. Holzbau-Landesinnungsmeister Josef Frauscher: „Das Motto am Bau sollte sein: Arbeit muss sich lohnen!“

