Stockbauernstraße wurde "über Nacht" zur Einbahn (Update 03.08, 15.28 Uhr)
LINZ. Die Stockbauernstraße und die Straße „Auf der Gugl“ sind seit dem vergangenen Wochenende eine Einbahn, die Anrainer zeigten sich davon überrascht. Hintergrund war der Wunsch der Polizei.

Weil bei den Heimspielen des LASK die gegnerischen Fans mit Bussen durch die Stockbauernstraße müssen, äußerte die Linzer Polizei den Wunsch nach einer Einbahnlösung. Auch die Umleitung der Fanmärsche war ein Grund. Zwei Straßen wurden somit zur Einbahn, zur Überraschung mancher Anrainer, für die sich die Zufahrt zum Wohnhaus damit verkompliziert.
Parkplätze stehen wieder für Bewohner zur Verfügung
Chefinspektor Heinz Oberauer von der Stadtpolizei Linz erklärt, warum die Einbahn aus sicherheitspolizeilicher Sicht eine große Verbesserung bedeutet: an Spieltagen müssen mehrere Busse mit Fans der gegnerischen Mannschaft durch die Stockbauernstraße gelotst werden – und das bei Gegenverkehr. Neben Platzproblemen und dem erforderlichen Personalaufwand bedeutete das auch einen Nachteil für die Anwohner: mit der neuen Verordnung stehen nun die Parkplätze wieder den Bewohnern zur Verfügung. „Dazu haben wir auch positive Rückmeldungen von den Anrainern erhalten“, so Oberauer.
Bisher sei auch noch niemand wegen des Fahrens gegen die Einbahn gestraft worden. Oberauer geht davon aus, dass sich mit der Zeit ein Gewöhnungseffekt einstellen wird. Das ist auch der Grund dafür, warum aus Sicht der Polizei eine Einbahn-Verordnung nur an Spieltagen keinen Sinn gemacht hätte, dies führe nur zur Verwirrung und verhindere einen Gewöhnungseffekt.
Stadt Linz räumt Fehler ein: Bewohner hätten informiert werden müssen
Der Linzer Verkehrsreferent Vizebürgermeister Martin Hajart räumt ein, dass bei Verordnungen mit derartigen Auswirkungen die Bewohner vorab informiert hätten werden müssen. Auch kündigt er an, dass eine Änderung vorgenommen werden solle: die Einbahn würde dann erst ab dem Tauberweg gelten statt wie jetzt ab der Bockgasse.
Anrainerin: Umwelt wird für ein paar Fußballspiele im Jahr zusätzlich belastet
Frau Pozar ist eine Anrainerin, die von der neuen Regelung betroffen ist. Sie hat kein Verständnis für die Verordnung. Die nun zur Verfügung stehenden Parkplätze würden den Anrainern nichts nutzen, diese hätten ohnehin ihre eigenen Garagen. „Auf den Parkplätzen stehen vor allem Pendler“, meint sie. Auch sieht sie nicht ein, warum man nun die Stockbauernstraße bis zum Spielplatz und dann den Weg auf der Gugl wieder retour fahren muss. „Nichts gegen Fußball, aber für ein paar Spiele im Jahr muss man jetzt im Kreis fahren und die Umwelt zusätzlich belasten.“, so Pozar, „dabei müsste man doch alles tun, was möglich ist, um die Umwelt zu schützen.“


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