Israelische Fahne vor Linzer Rathaus zerstört: Täter ausgeforscht
LINZ. Als Zeichen der Solidarität mit der Zivilbevölkerung wurde in Linz vor dem Alten Rathaus die israelische Fahne gehisst. In der Nacht auf den 12. Oktober zerschnitten unbekannte Täter die Fahne. Die Stadt Linz hat bereits Anzeige erstattet, Bürgermeister Klaus Luger zeigt sich empört über den Vandalismus. Noch am selben Abend konnte die Polizei zwei Verdächtige ausforschen.

Die Stadt Linz kauft nun eine weitere Fahne des Staates Israel an, um diese erneut zu hissen. Klaus Luger betont: „Als Bürgermeister verurteile ich diesen Akt des politisch motivierten Vandalismus auf das Schärfste. Die Stadt Linz, die seit 1986 den Titel der Friedensstadt trägt, lehnt Terrorismus und dessen Unterstützung entschieden ab. Linz ist eine Stadt der Vielfalt, der freien Meinungsäußerung und des friedvollen Miteinanders, in der politische Diskussionen auf sachlicher Ebene ausgetragen werden. Vandalismus, Zerstörungswut und Gewalt gegenüber Personen oder staatlichen Symbolen haben hier keinen Platz!“
FPÖ-Sicherheitsstadtrat Michael Raml äußerte sich ebenfalls zur Tat: „Die schrecklichen Nachrichten aus dem Nahen Osten machen mich tief betroffen und selbstverständlich hoffe ich, dass dieses Blutvergießen ein rasches Ende findet. Keinesfalls darf aber dieser Konflikt in unserer Stadt getragen werden. Ich lehne jegliche Gewalt gegenüber Menschen und Sachen ab und verurteile diese Tat aufs Schärfste.“ (Update 17.25 Uhr)
Die Polizei konnte bereits am Abend der Tat einen 14-Jährigen und einen 16-Jährigen aus Linz, ausforschen. In der Wohnung des 14-Jährigen wurde ein Teil der Fahne gefunden und sichergestellt. Die beiden Beschuldigten sind laut Angaben der Polizei geständig, wobei sich beide gegenseitig beschuldigten, die Tat begangen zu haben. Die zwei Linzer werden bei der Staatsanwaltschaft Linz angezeigt. (Update 13.10)
Israel im Kriegszustand
Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern tobt seit Jahrzehnten – der Angriff der Hamas auf Israel bedeutet eine neuerliche Eskalation. Am 7. Oktober 2023 begann die islamistische Hamas einen Großangriff mit Raketen auf Israel. In mehreren Städten ermordeten die Islamisten Zivilisten, darunter auch Kinder. Die Hamas überfiel das Musikfestival „Supernova“ und tötete dabei hunderte junge Menschen, bisher wurden etwa 270 Leichen auf dem Gelände gefunden. Zudem wurden mehr als 100 Menschen von der Hamas entführt und als Geiseln genommen. Israel hat nach den Terrorangriffen den Gaza-Streifen von der lebensnotwendigen Infrastruktur getrennt, um die Freilassung der Geiseln zu erreichen. Die israelische Luftwaffe bombadiert Ziele im Gazastreifen.
Pro-Palästina-Demo in Wien
In Wien fand am 11. Oktober eine angemeldete Pro-Palästina-Demonstration am Stephansplatz statt. Obwohl sie wenige Stunden zuvor von der Polizei untersagt wurde, versammelt sich dort einige hundert Personen. Grund für die Untersagung waren nachrichtendienstliche Erkenntnisse. Polizeipräsident Gerhard Pürstl hatte bei einer Pressekonferenz im Vorfeld erklärt, dass die Kundgebung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit untersagt werde. Man müsse verhindern, „dass der gewalttätige Konflikt im Nahen Osten auf die Straßen Wiens getragen wird.“ Pürstl berief sich dabei auf Informationen der Direktion Staatsschutz Nachrichtendienst (DSN). Ursprünglich war die Veranstaltung als Mahnwache für die palästinensischen Opfer angekündigt worden. Am Samstag wird in Wien eine weitere größere Kundgebung erwartet.


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