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Gewaltprävention: Neues Schutzkonzept für Linzer Kinder- und Jugendarbeit

Anna Fessler, 18.04.2024 11:21

LINZ. Die Offene Jugendarbeit ist wieder auf Vor-Corona Niveau: Linzer Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene besuchen wieder vermehrt die Angebote des Vereins für Jugend und Freizeit (VJF). Das vergangene Jahr wurde auch dazu genutzt, ein neues Schutzkonzept zu erarbeiten, das Leitlinien zur Gewaltprävention enthält.

Der Verein Jugend und Freizeit will mit einem neuen Schutzkonzept einen sicheren Raum für Linzer Kinder und Jugendliche in seinen Einrichtungen gewährleisten. (Foto: anatoliycherkas/stock.adobe.com)

Vizebürgermeisterin Karin Hörzing (SPÖ) präsentierte die Jahresbilanz 2023 des Vereins für Jugend und Freizeit. Hauptaufgabe des VJF ist die Förderung und Begleitung von Jugendlichen bei ihrer Alltagsgestaltung und Lebensbewältigung, Zielgruppe sind 8- bis 25-jährige.

Neues Schutzkonzept zur Prävention von Gewalt

Neu erarbeitet wurde 2023 ein Schutzkonzept nach international anerkannten Standards. Damit reagiert der Verein auf aktuelle Trends und Herausforderungen in der offenen Jugendarbeit. Das Konzept wurde gemeinsam mit Experten, etwa der Bundesvertretung für offene Jugendarbeit, entwickelt und beinhaltet Leitlinien für die Mitarbeiter, wie sie präventiv gegen jegliche Form von Gewalt, insbesondere auch sexualisierte Gewalt, vorgehen können.

Regelmäßige Risikoanalyse

Im Schutzkonzept festgelegt sind klare Verhaltensregeln für den respektvollen und angemessenen Umgang mit Kindern und Jugendlichen sowie Schulungsmaßnahmen für die Mitarbeiter, um sie für potenzielle Risiken zu sensibilisieren. Das Konzept sieht auch regelmäßige Risikoanalysen vor, damit mögliche Gefahrenquellen identifiziert und entsprechende Maßnahmen rechtzeitig ergriffen werden können. Durch diese ganzheitliche Herangehensweise will der Verein einen sicheren und geschützten Raum für alle Kinder und Jugendlichen in seinen Einrichtungen gewährleisten.

„Es ist essenziell, dass in der Kinder- und Jugendarbeit nicht nur auf reaktive Maßnahmen gesetzt wird, sondern durch eine Risikoanalyse, präventive Maßnahmen und Schulungen ein umfassender Ansatz verfolgt wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können so schon frühzeitig helfen und unterstützten.“, fasst Vizebürgermeisterin Hörzing zusammen.

Die Jugendarbeit des VJF in Zahlen

Hinsichtlich des Gesamtbesuchs wurde vergangenes Jahr ein Vorpandemie-Niveau wie 2019 erreicht.

  • Insgesamt fanden im vergangenen Jahr 83.413 Kontakte mit Jugendlichen und Teenagern statt
  • Von den Gesamtkontakten waren 37 Prozent Mädchen und 63 Prozent Buben
  • Durchschnittlich besuchten an insgesamt 1.544 Öffnungstagen 31,7 Jugendliche pro Tag die Einrichtungen im offenen Betrieb (dabei können junge Menschen ohne jegliche Zugangsvoraussetzung die Einrichtungen nutzen)
  • Es wurden 3.593 Beratungs- und Krisengespräche zu 8.139 Problemstellungen geführt
  • Die Jugendlichen befragten in 41.167 Informationsgesprächen die VJF-Mitarbeiter zu verschiedenen Themen
  • Es gab 13.745 Online-Kontakte
  • Der VJF beschäftigt 44,6 Vollzeitkräfte mit einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von 10,5 Jahren

„Die Zahlen des VJF verdeutlichen die essenzielle Rolle des Vereins Jugend und Freizeit in der Jugendarbeit. Durch ihre engagierte Arbeit ermöglichen sie es, dass Linzer Jugendliche nicht nur Unterstützung und Beratung erhalten, sondern auch einen sicheren Raum vorfinden, um sich zu entfalten. Die Vielfalt der Leistungsbereiche, von der Teeniearbeit über die offene Jugendarbeit bis hin zur Jugendberatung und Streetwork, zeigt das breite Spektrum an Unterstützungsmöglichkeiten. Die langjährige Betriebszugehörigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihr Engagement sind entscheidend für den Erfolg dieser Programme. Sie sind nicht nur Ansprechpartner*innen, sondern auch Vorbilder und Wegbegleiter für die Jugendlichen“, so Hörzing.

Die Highlights des vergangenen Jahres

Der VJF bietet ein breites Spektrum an Aktivitäten an, das vergangene Jahr stand ganz im Zeichen der Musik: im Jungendzentrum „Franx“ im Franckviertel wurden sechs Jugenddiscos organisiert, es gab ein Indoor-Konzert und das jährliche R.O.L.F. Open Air im Sommer und eine Halloween-Disco mit Tombola. Die Jugendkulturbox „ann and pat“ lud zu zahlreichen Konzerten von Indie bis Metal und ist mit einer eigenen Radioshow bei Radio FRO vertreten.

Die Teeniearbeit fokussierte sich auf Konfliktpädagogik, dazu wurden etwa Stimmungsuhren mit den Kindern gebastelt. Bei Challenge-Tagen, Turnieren und Ringkämpfen konnten sich die Teilnehmer austoben, und lernen, zu gewinnen oder auch zu verlieren. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Internationalen Festen, wie Fasching, Ostern, Ramadan oder dem Zuckerfest. Diese wurden thematisiert und gemeinsam gefeiert. Der Internationale Frauentag am 8. März und der Weltmädchentag am 11. Oktober standen im Zeichen der Mädchen und Frauen, was sich auch im Programm widerspiegelte.


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