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"Müssen mit Anzeige rechnen": Linzer "Müllsünder" werden künftig bestraft

Anna Fessler, 17.06.2024 13:52

LINZ. Linz nimmt sich Wien zum Vorbild: eine Woche haben zwei Führungskräfte des Linzer Ordnungsdienstes von den Wiener „Waste Watchers“ gelernt. In der Bundeshauptstadt werden „Müllsünder“ konsequent bestraft, auch in Linz müsse man in Zukunft mit einer Anzeige rechnen, so Stadtrat Michael Raml (FPÖ). LinzPlus kündigt zu dem Thema einen Antrag in der nächsten Gemeinderatssitzung (27.06) an.

Achtlos weggeworfener Müll ist das Aufreger-Thema Nummer Eins unter den Meldungen, die beim Linzer Bürgerservice eingehen. Stadtrat Michael Raml will "Müllsünder" daher künftig zur Kasse bitten. (Foto: Volker Weihbold)

In Wien sind 40 hauptberufliche „Waste Watchers“ unterwegs. Sie kontrollieren die Einhaltung des Wiener Reinhaltegesetzes, welches ein ausdrückliches Verbot von Verunreinigen im öffentlichen Raum vorsieht. Die Waste Watchers sind befugt Verstöße gegen das Gesetz abzumahnen, Organstrafen zu verhängen und auch Anzeige zu erstatten. Wer zum Beispiel Zigarettenstummel oder Kleinmüll wegwirft, muss mit einer Mindeststrafe von 50 Euro rechnen. Nur bei fünf Prozent der Vorfälle bleibt es bei Belehrungen. Anzeigen können teuer werden: bis zu 2.000 Euro Strafe sind möglich. Die dadurch eingenommenen Gelder werden für Sauberkeitsmaßnahmen verwendet.

Gleichzeitig wurden mehr Hundekotsackerlautomaten aufgestellt und Müllkörbe mit Aschenbechern aufgerüstet.

„Müllsünder müssen in Zukunft mit einer Anzeige rechnen“

Der Linzer Sicherheitsstadtrat Michael Raml kündigt an: „Für Sauberkeit in der Stadt braucht es auf jeden Fall die Mithilfe und Selbstverantwortung der Bevölkerung. Zigarettenstummel & Co können nicht einfach achtlos auf den Boden geworfen werden. Diese Vermüllung ist nicht akzeptabel. Der Ordnungsdienst wird in Linz deshalb vermehrt darauf achten. Müllsünderinnen und Müllsünder müssen in Zukunft mit einer Anzeige rechnen.“

Der Geschäftsführer des Linzer Ordnungsdienstes, Helmut Haas will Wien als Vorbild nehmen und funktionierende Maßnahmen an Linz anpassen. In den kommenden Monaten sollen die Erkenntnisse aus der Woche in Wien auf die Umsetzbarkeit in Linz überprüft werden. Neu ist die Idee nicht: die Linzer Volkspartei brachte sie 2023 ins Spiel. 

LinzPlus stellt Antrag auf Waste Watchers für Linz im kommenden Gemeinderat

Bewegung in die Sache kommt nun auch durch einen LinzPlus-Antrag im kommenden Gemeinderat am 27. Juni. Die Fraktion fordert darin, dass der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) den rechtlichen Rahmen für Waste Watchers auch in Linz schafft, damit diese befugt sind Strafen zu verhängen und Verfahren gegen Müllsünder einzuleiten und die „Müll-Sheriffs“ engagiert.


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