LINZ. Es ist nicht mehr alles eitel Wonne, das merkt man auch am Konsumverhalten. 65 Prozent der Konsumenten überlegen ihre Ausgaben zu senken und mehr zu sparen. 60 Prozent verschieben oder reduzieren größere Anschaffungen und 59 Prozent sind zurückhaltender bei Ausgaben für ihre Einkäufe. In Haushalten mit geringem Einkommen liegen die Werte noch deutlich darüber. Das berichtet das Institut für Handel, Absatz und Marketing an der JKU.

Dabei gäbe es einen übergreifenden Effekt, so die Experten. Die steigende Zahl an Geschäftsschließungen spiegle nicht nur individuelle Krisen wider, sondern auch strukturelle Umbrüche und tief sitzende Verunsicherungen in der Bevölkerung. Wenn große, bekannte Handelsmarken verschwinden, sendet das ein unübersehbares Signal aus: „Wenn sogar die es nicht schaffen – wer dann?“ Und genau dieses Narrativ lähmt“, heißt es bei den Forschern der Linzer Uni.
Sorge um Zukunft
Bei 65 Prozent der Konsumenten (16 bis 74 Jahre) lösen Meldungen über zunehmende Insolvenzen und Unternehmensschließungen Ängste aus, dass sich die eigene wirtschaftliche Lage verschlechtern könnte. 58 Prozent machen sich Sorgen um ihre finanzielle Zukunft, 42 Prozent über die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes.
Abwärtsspirale als Konsequenz droht
Diese Ängste haben unmittelbare Konsequenzen auf das Kaufverhalten. 65 Prozent der Konsumenten überlegen ihre Ausgaben zu senken und mehr zu sparen. 60 Prozent verschieben oder reduzieren größere Anschaffungen und 59 Prozent sind zurückhaltender bei Ausgaben für ihre Einkäufe. In Haushalten mit geringem Einkommen liegen die Werte noch deutlich darüber. Dieses kollektive Sicherheitsverhalten in Krisenzeiten belastet den Wirtschaftskreislauf zusätzlich.
Hier greifen sozioökonomische Reflexe: Unsicherheit drosselt den Konsum und Konsumzurückhaltung beschleunigt wiederum das wirtschaftliche Sterben – eine Abwärtsspirale, die schwer umzukehren ist.


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