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Linzer Flughafen bekommt wieder Anbindung an wichtiges Drehkreuz Frankfurt

Steiner Christoph, 04.02.2026 15:38

LINZ/HÖRSCHING. (Update) Wichtiger Erfolg für den Flughafen Linz. Der Airport erhält ab 29. März 2026 wieder eine direkte Flugverbindung zum internationalen Luftverkehrsdrehkreuz Frankfurt. Die Verbindung wird von der dänischen Fluggesellschaft DAT bedient. Das teilte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) mit.Update: Bürgermeister Dietmar Prammer über möglichen Anteilsverkauf durch die Stadt Linz. Update: Reaktion von Parteien und Wirtschaftsvertretern

Die Frankfurt-Verbindung wird wieder aufgenommen. (Foto: Steiner)
Die Frankfurt-Verbindung wird wieder aufgenommen. (Foto: Steiner)

Möglich wird dies durch eine sogenannte Public Service Obligation (PSO), mit der eine strategisch wichtige Anbindung des Wirtschaftsraums Oberösterreich sichergestellt wird. Das Land Oberösterreich übernimmt eine Anschubfinanzierung von maximal neun Millionen Euro pro Jahr für einen Zeitraum von insgesamt vier Jahren. Insgesamt setzt das Land also wenn zur Verlustabdeckung notwendig 36 Millionen Euro ein. 

Wichtiges Drehkreuz

Landeshauptmann Stelzer betont die Bedeutung der Wiederaufnahme der Verbindung. „Ein internationaler Wirtschaftsstandort braucht auch eine internationale Anbindung. Für Oberösterreich ist klar: Die Verbindung zu einem globalen Drehkreuz ist ein entscheidender Standortfaktor. Deshalb haben wir uns bewusst dafür entschieden, die Fluglinie Linz–Frankfurt abzusichern. Frankfurt ist eines der wichtigsten europäischen Drehkreuze und eröffnet unseren Betrieben, unseren Mitarbeitern sowie dem Export neue Perspektiven.“

In einem ersten Schritt wird in der Sitzung der Oberösterreichischen Landesregierung am Montag, 9. Februar, ein Zuschuss für den Sommerflugplan beschlossen. Die Mehrjahresverpflichtung soll anschließend dem Oberösterreichischen Landtag zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

„Viele Bereiche profitieren“

„Für Oberösterreich als Wirtschafts- und Exportbundesland Nummer 1 ist die bestmögliche Anbindung an die internationalen Märkte unerlässlich. Die Wiederanbindung an den globalen Hub Frankfurt stärkt den Flughafen Linz als zentrale Infrastruktureinrichtung für unser Bundesland: Davon profitieren nicht nur Wirtschaft und Industrie, sondern auch andere Bereiche, wie Tourismus, Wissenschaft und Forschung oder auch der Sport“, erklärt Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP), Aufsichtsratsvorsitzender Flughafen Linz, gegenüber Tips

Dreimal täglich

Die neue Flugverbindung wird mit einem Flugzeug mit 70 Sitzplätzen betrieben und soll dreimal täglich von Montag bis Donnerstag, zweimal täglich am Freitag sowie ein- bis zweimal täglich am Wochenende angeboten werden. Geplant ist zudem ein Night-Stop in Linz.

Update: Anfrage wegen Linz-Anteilen

In weiterer Folge ist auch ein möglicher Kauf der Linz-Anteile durch das Land Oberösterreich am Flughafen Linz möglich. Bisher sind Stadt und Land je zur Hälfte Eigentümer. Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) bestätigt eine unverbindliche Anfrage des Landes zum möglichen Ankauf der städtischen Anteile am Flughafen.

„Für uns ist dabei zunächst zu klären, ob ein Verkauf grundsätzlich in Frage kommt. In weiterer Folge müssen wir sehr genau prüfen, welche Vor- und Nachteile sich daraus für die Stadt, den Flughafen und den Wirtschaftsstandort ergeben würden. Zentral sind dabei auch die Konditionen eines möglichen Verkaufs, insbesondere Fragen der Unternehmensbewertung. Uns geht es um die langfristige Absicherung der Verkehrsinfrastruktur. Das sind komplexe Fragestellungen, die man nicht innerhalb weniger Tage beantworten kann und die eine sorgfältige Prüfung und intensive Gespräche erfordern“, so Prammer.

FPÖ begrüßt Wiederaufnahme

„Dass diese zentrale Linie wieder in Betrieb geht, ist ein Schritt in die richtige Richtung und ein erster wichtiger Impuls, um den Flughafen Linz wieder anheben zu lassen“, siegt Stadtrat Michael Raml (FPÖ) ein positives Signal für den Wirtschafts- und Standort Linz.

„Die Wiederherstellung der Frankfurt-Verbindung ist ein wichtiges Signal für unsere Betriebe und für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts insgesamt. Es ist der erste Schritt, weitere müssen folgen, um das Ökosystem des Linzer Flughafens zukunftsfähig aufzustellen“, betont Thomas Bründl, Präsident der Industriellenvereinigung Oberösterreich. 

„Eine leistungsfähige internationale Anbindung ist kein Luxus, sondern eine zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Beschäftigung“, schließt sich Oberösterreichs Wirtschaftskammer-Präsidentin Doris Hummer an. 

Transparenz gefordert

Auch das MFG begrüßt die Entscheidung, fordert aber Transparenz. „Erfolgsmeldungen ersetzen keine Antworten auf zentrale Fragen zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit und zum finanziellen Risiko für das Land“, so Landesparteiobmann Joachim Aigner. „Wenn Landesmittel in Millionenhöhe eingesetzt werden, muss klar sein, welche Ziele damit verfolgt werden, welche Risiken bestehen und wie diese politisch kontrolliert werden.“

Kritik von Grünen

Wenig Freude mit der Wiederaufnahme haben die Grünen. „Man darf Landeshauptmann (Thomas, Anm.) Stelzer und Landesrat (Markus) Achleitner heute wohl auf Wolke sieben vermuten. Endlich gibt’s wieder eine Linz-Frankfurt-Verbindung. Aber um welchen Preis: 36 Millionen Euro buttert man in den nächsten vier Jahren in diese eine Linie. 36 Millionen an Steuergeld rinnt in ein dänisches Shuttle, um vor allem Manager in die Finanzmetropole zu fliegen. Während hier im Land etliche Bereiche zusammengespart werden, bei den Ärmsten gekürzt wird, hat man offenbar noch genug Geld für die Konzerne. Die Flieger werden Richtung Frankfurt wieder abheben. Bleibt abzuwarten, ob auf den erträumten Neustart dann nicht eine harte Landung in der Realität folgt“, reagiert der Grüne Klubobmann  Severin Mayr.


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