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LINZ. Der Neubau des Donauparkstadions in Linz hat laut Rechnungshof (RH) am Ende deutlich mehr gekostet als ursprünglich vorgesehen. Das zeigt ein aktueller Bericht des Rechnungshofs. Insgesamt beliefen sich die öffentlichen Investitionen laut den Berechnungen der Prüfer auf rund 59,9 Millionen Euro. Der Rechnungshof empfiehlt, rund eine Million Euro zurückzufordern. 

Donauparkstadion (Archivbild) (Foto: VOLKER WEIHBOLD)
Donauparkstadion (Archivbild) (Foto: VOLKER WEIHBOLD)

Der Bau des Linzer Donauparkstadions, das 2023 fertiggestellt wurde, war um einiges teurer als geplant, stellt der Rechnungshof (RH) fest. Doch das ist nicht der einzige Kritikpunkt.

Keine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse

Laut Rechnungshof gab es vor Projektbeginn keine umfassende Kosten-Nutzen-Analyse – trotz der hohen Investitionssumme. Diese Summen wurden vom Land Oberösterreich, der Stadt Linz, der Immobilien Linz GmbH & Co KG (ILG) und der Donauparkstadiongesellschaft getragen.

Auch bei der Projektsteuerung sieht der RH Verbesserungsbedarf: Der Bauherr – die eigens für den Bau des Stadions gegründete Donauparkstadiongesellschaft – informierte den Gemeinderat und den Aufsichtsrat nicht regelmäßig, sondern nur anlassbezogen, über wichtige Entwicklungen, wird kritisiert.

Genehmigten Investitionskosten überschritten

Im Laufe des Projekts wurde der ursprüngliche Leistungsumfang mehrfach angepasst. So wurden etwa Medientechnik, Trafostation und Netzanschluss aus dem Bauauftrag herausgenommen und später gesondert als Zusatzaufträge beauftragt. Dadurch konnten die ursprünglich genehmigten Kosten von 39,8 Millionen Euro zunächst weitgehend eingehalten werden, tatsächlich kamen aber zusätzliche Ausgaben hinzu.

Insgesamt überschritt die Stadiongesellschaft laut Rechnungshof die genehmigten Investitionskosten um etwa 4,2 Millionen Euro beziehungsweise 10,8 Prozent.

Falsche Abrechnung und Überzahlung

Auch die Vergabe und Abrechnung des Projekts standen im Fokus der Prüfung. Während des Vergabeverfahrens wurde von Fixpreisen auf veränderliche Preise umgestellt. Laut Rechnungshof führte dies zu Überzahlungen an den Totalunternehmer. Allein in diesem Bereich wurden rund 498.000 Euro zu viel bezahlt, kommen die Prüfer zum Schluss. Weitere 483.000 Euro seien zudem auf doppelt verrechnete Preissteigerungen beim Baustahl gefallen.

Diese beiden Summen zusammengerechnet – fast eine Million Euro – soll sich nun der Bauherr vom zuständigen Totalunternehmer zurückholen, empfiehlt der RH.

Schulungen empfohlen

Der Rechnungshof sieht die Ursachen unter anderem in Mängeln bei der Rechnungsprüfung. Künftig sollten die entsprechenden Prozesse überarbeitet und Mitarbeiter gezielt geschult werden. Zudem wird empfohlen, Preisregelungen klarer zu gestalten und bestehende Normen konsequent anzuwenden.

Kritik von der Linzer ÖVP, der FPÖ und den Grünen

Der Bericht des Rechnungshofs löst viele Reaktionen in der Linzer Stadtpolitik aus.

Scharfe Kritik kommt von der Linzer ÖVP. Geschäftsführer Michael Obrovsky spricht von einem „Schlag ins Gesicht der Steuerzahler“ und sieht politischen Klärungsbedarf: „Was wusste Dietmar Prammer als Aufsichtsratsvorsitzender der verantwortlichen Muttergesellschaft?“, so Obrovsky. Die Volkspartei fordert eine umfassende Aufarbeitung im Kontrollausschuss.

Die FPÖ Linz übt ebenfalls harte Kritik und spricht von einem „Finanzdebakel“ sowie einem „Lehrbeispiel für SPÖ-Misswirtschaft“. Gemeinderat Manuel Danner fordert eine vollständige Aufarbeitung im Kontrollausschuss und die Einbindung der Rechnungshof-Prüfer.

Auch die Grünen sehen dringenden Handlungsbedarf, denn „der Bericht zeichnet ein Bild der Sorglosigkeit, Schlamperei und mangelnder Kontrolle seitens der Verantwortlichen“, sagt Kontrollsprecherin Ursula Roschger. Sie fordert eine „schonungslose, transparente Aufarbeitung“ und betont, dass angesichts der Vielzahl an Kritikpunkten „nicht zur Tagesordnung übergegangen werden darf“.

„Trotz Kritik ein Erfolgsprojekt“

Die Stadt Linz und die Immobilien Linz GmbH (ILG) wiederum sehen den Rechnungshofbericht als Grundlage für Verbesserungen und wollen die Empfehlungen umsetzen.

Geplant sind mehr Transparenz, klarere Vertragsgrundlagen sowie strengere Kontroll- und Prüfprozesse. Vizebürgermeisterin, Liegenschaftsreferentin und Aufsichtsratsvorsitzende der ILG Merima Zukan (SPÖ) betont, dass die Zwei-Stadien-Lösung bewusst getroffen worden sei und das Projekt bereits Wirkung zeige: „Das Donauparkstadion ist weit mehr als eine Sportstätte: Es stärkt die Identität eines ganzen Quartiers, belebt die lokale Wirtschaft und übertrifft die geplanten Erträge.“

Verbesserungen angekündigt

Immobilien Linz GmbH (ILG)-Geschäftsführer Markus Eidenberger verweist auf die schwierigen Rahmenbedingungen während der Bauphase und kündigt Verbesserungen an: „Die Hinweise des Rechnungshofs fließen in unsere laufende Organisationsentwicklung ein: von standardisierten Berichten über klare Prüfpfade bis zu noch stringenteren Vertragsgrundlagen. Konkret erhöhen wir Transparenz und Governance, schärfen Prozesse und Dokumentation und stärken die Qualitätssicherung.“


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