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Linzer Unternehmensumfrage: ein Drittel plant Expansion

Nora Heindl, 17.04.2026 15:23

LINZ. Eine Linzer Unternehmensumfrage hat ergeben: Rund 72 Prozent sind mit dem Standort Linz (sehr) zufrieden. 

Rund 72 Prozent der befragten Unternehmer sind mit dem Standort Linz zufrieden. (Foto: Grafik Magistrat Linz Stadtforschung)

Knapp 1.000 kleinere und mittlere Unternehmen aus Linz beteiligten sich im Oktober 2025 an der Online-Umfrage. Neben Fragen zum Standort Linz wurden auch die wirtschaftliche Entwicklung und zukünftige Herausforderungen thematisiert. Aus dem Ergebnis geht hervor: Rund 72 Prozent sind mit dem Standort Linz (sehr) zufrieden.

„Die hohe Zufriedenheit zeigt deutlich: Linz ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Gleichzeitig sehen wir in den Ergebnissen auch die Auswirkungen der wirtschaftlich herausfordernden Jahre. Das bestärkt uns darin, weiterhin gemeinsam mit den Unternehmen an den besten Rahmenbedingungen zu arbeiten“, betont Bürgermeister Dietmar Prammer.

Stadtrat Thomas Gegenhuber, von dem die Umfrage ausging, hält fest: „Die Ergebnisse dieser umfassenden Befragung liefern uns wertvolle Erkenntnisse und bilden eine wichtige Grundlage für weitere Ableitungen.“

Starker Industriestandort in zentraler Lage

Aus der Umfrage geht hervor, dass Betriebe mit mindestens 100 Mitarbeitern den höchsten Anteil an Zufriedenheit aufweisen. Jene Branche, die am zufriedensten ist, ist die der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleister (zB. Vermietung von Kraftwagen etc., Vermittlung von Arbeitskräften, Reisebüros, Wach- und Sicherheitsdienste, usw.) mit 76 Prozent, gefolgt von der IT- und Telekommunikationsbranche und den sonstigen Dienstleistern wie beispielsweise Interessensvertretungen (Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände, Reparatur und Instandhaltung von Datenverarbeitungsgeräten und Gebrauchsgütern, Persönliche Dienstleistungen wie Wäscherei, Frisör- und Kosmetiksalons, etc.).

Am wenigsten zufrieden mit dem Unternehmensstandort Linz ist der Handel, wobei selbst hier knapp zwei Drittel (61,5 Prozent) der befragten Unternehmen zufrieden sind, gefolgt vom Bau und der Herstellung von Waren.

Als besondere Stärken des Standorts gegenüber anderen Städten geben Linzer Unternehmer vor allem den „Industriestandort und Standortentwicklung“ und die „zentrale Lage, Verkehrsanbindung“ an. 

Verhalten positiv was die Zukunft angeht 

Bei der Frage zur Entwicklung des Standorts machen sich die wirtschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Jahre bemerkbar. So ist knapp jedes zweite Unternehmen mit der Entwicklung in den letzten fünf Jahren zufrieden oder sehr zufrieden.

Verhaltener sind die Einschätzungen in Hinblick auf die Entwicklung in den kommenden fünf Jahren: Etwa ein Drittel der befragten Unternehmen ist der Ansicht, dass sich Linz positiv oder eher positiv entwickeln wird, ein weiteres Drittel geht davon aus, dass die Entwicklung gleichbleibend sein wird. 21,9 % bzw. 5,1 % sind der Ansicht, dass sich Linz eher negativ bzw. negativ entwickeln wird.

Ein Drittel der größeren Unternehmen plant Expansion

Die 62 teilnehmenden Unternehmen, mit mehr als 100 Beschäftigten, wurden zusätzlich gefragt, ob in den kommenden fünf Jahren Veränderungen im Flächenbedarf geplant sind: Trotz der getrübten Aussichten plant ein Drittel eine Expansion am Standort Linz.

Der häufigste Grund (80 Prozent) dafür ist, dass künftig mehr Personal benötigt wird. Weiters plant fast jedes zweite Unternehmen, das mit einer Expansion rechnet, eine Modernisierung, wodurch die Veränderung im Flächenbedarf begründet wird.

„Dass die Unternehmen trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen in den Standort investieren wollen, ist ein starkes Signal. Diese Investitionen sind die Basis für Arbeitsplätze und Wohlstand in unserer Region“, zeigt sich Bürgermeister Prammer erfreut.

Digitalisierungsoffensive wird positiv bewertet

Am zufriedensten mit der Linzer Stadtverwaltung sind die Unternehmen mit der Möglichkeit der digitalen Abwicklung, gefolgt von der Dauer der Bearbeitung. Bei beiden Punkten gaben jeweils rund 45 Prozent der befragten Unternehmen an, eher oder sehr zufrieden damit zu sein.

„Die vollständige Digitalisierung der Bauverfahren bringt Verbesserungen genau dort, wo sie am dringendsten gebraucht werden: Sie verkürzt lange Wartezeiten, vereinfacht komplexe Abläufe und macht das Verfahren sowohl für unsere Kundinnen und Kunden als auch intern deutlich effizienter“, erklärt Stadtrat Gegenhuber. Durch organisatorische Maßnahmen konnte die Verfahrensdauer bei den Bauverfahren um fünf Wochen reduziert werden.

Auch die Verständlichkeit von Formularen, die Klarheit der Zuständigkeit und die zeitgerechte Rückmeldung wurden ebenfalls von mehr als 40 Prozent überwiegend positiv bewertet. Bürgermeister Prammer betont, dass die begonnene Digitalisierungsoffensive auch im Jahr 2026 konsequent fortgesetzt und das digitale Angebot für Bürger und Unternehmen Schritt für Schritt erweitert wird: „ Der nächste Schritt ist die digitale Abwicklung von Genehmigungen für den öffentlichen Raum – von Veranstaltungen über Schanigärten bis zu Werbemaßnahmen. Ein neuer Flächenkalender macht transparent, welche Bereiche wann verfügbar sind, was besonders der Gastronomie und Eventplanung zugutekommt. Die Verfahrensdauer bei Betriebsanlagen haben wir bereits um zehn Wochen reduziert, deren vollständige Digitalisierung folgt im vierten Quartal 2026.“

Stadtrat Gegenhuber kritisiert jedoch, dass das Land Initiativen setzt, die der Deregulierung und Entbürokratisierung im Weg stehen. „Auch der Bundes- und Landesgesetzgeber sind gefordert, sich proaktiv einzubringen und zentrale Rechtsgrundlagen zu vereinfachen, damit Verfahren rascher abgewickelt werden können.“

Gewinnung von Fachkräften als Herausforderung

Die Entwicklung der Arbeitskosten sowie die Gewinnung von Fachkräften gelten unter den teilnehmenden Unternehmen als die größten Herausforderungen in den kommenden fünf Jahren: Jeweils 55,3 bzw. 55,2 Prozent der befragten Unternehmen nannten einen dieser beiden Punkte.

„Jedes zweite Unternehmen sieht die Gewinnung von Fachkräften als zentrale Herausforderung an. Diese Rückmeldung aus der Wirtschaft ist für mich ein klarer Handlungsauftrag, bestehende Angebote zu intensivieren und neue Maßnahmen zu setzen. Es gilt einerseits bereits bestehende Fachkräfte durch eine lebenswerte Stadt zu behalten, andererseits gilt es neue Fachkräfte auszubilden, zu fördern und zu gewinnen“, betont Bürgermeister Prammer.

Leistbarer Wohnraum und Unterstützung für internationale Fachkräfte

Etwa zwei Drittel der befragten Unternehmen gab an, dass die Schaffung von Wohnraum durch gemeinnützige Wohnbauträger sehr (24,2 Prozent) oder eher (40,3 Prozent) wichtig für die Gewinnung von Fachkräften ist. Auch Unterstützungsangebote für Fachkräfte aus dem Ausland sind für jedes zweite Unternehmen von Bedeutung.

„Die GWG, die im Eigentum der Stadt Linz ist, trägt wesentlich dazu bei, dass Wohnraum in Linz leistbar ist,“ hält Bürgermeister Prammer fest. „Weiters findet zweimal jährlich das Expats Café der Stadt Linz statt. Mit dieser Veranstaltung sprechen wir gezielt internationale Fachkräfte an und bieten Raum für Austausch, Vernetzung, aber auch um sich über unterschiedliche Anliegen zu informieren. Das Business Immigration Office Linz unterstützt bei bürokratischen Hürden, bspw. betreffend die Rot-Weiß-Rot Card”, fasst Stadtrat Gegenhuber die Angebote der Stadt Linz zusammen.

Die Befragung fand in Form einer Online-Befragung statt und wurde im Oktober 2025 an rund 6.900 kommunalsteuerpflichtige Unternehmen in Linz gesendet. 969 Unternehmen nahmen an der Befragung teil, das entspricht einer Beteiligung von rund 14 Prozent.


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