Wirtschaftskammer OÖ plant Kostensenkung bei gleichzeitiger Leistungssteigerung
LINZ/OÖ. Die oberösterreichische Wirtschaftskammer wird laut Präsidentin Doris Hummer die Kammerumlage 2 senken, bei gleichzeitiger Steigerung der Leistung für die Mitglieder. Es gelte nun, das Vertrauen zurück zu gewinnen. Ein geplanter Personalabbau soll durch natürliche Abgänge geschafft werden.

Anlass für die Reform waren die Turbulenzen rund um den ehemaligen Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich, Harald Mahrer. Seine Nachfolgerin, Martha Schultz, kündigte nun Einsparungen von 100 Millionen Euro pro Jahr ab 2030 an, 200 der 800 Stellen der Bundeskammer in Wien sollen bis Ende des Jahres 2027 gestrichen werden. Auch die Wirtschaftskammer OÖ (WKOÖ) wird sparen. In einer Taskforce unter der Leitung von WKOÖ-Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger, in der alle oberösterreichischen Wählergruppen vertreten waren, wurden in den vergangenen Monaten Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Organisation erarbeitet. Leitlinien sind der Ausbau und die Optimierung der Leistungen sowie eine Senkung der Kammerumlagen für die Mitglieder.
Geplante Einsparungen und Senkungen
Bei den aktuell 415 Vollzeitäquivalenten in OÖ sollen 10 Millionen Euro eingespart werden, das sind in etwa 10 bis 15 Prozent der Belegschaft. Der Personalabbau soll durch natürliche Abgänge wie Pensionen und anfallende Kündigungen seitens der Arbeitnehmer ohne Nachbesetzung in den nächsten drei bis vier Jahren erfolgen. Im Gegenzug soll durch den Ausbau von KI-Services die Produktivität gesteigert werden, um Entlastungen zu ermöglichen, auch eine engere Zusammenarbeit mit anderen Landeskammern ist geplant. „Die Wirtschaftskammer Oberösterreich ist seit Jahren Vorreiter unter den Landeskammern und übernimmt mit dem österreichweit niedrigsten Beitragssatz die Rolle des Kostenführers. Seit 2015 wurden die Mitgliedsbeiträge bereits zweimal gesenkt. Die WKOÖ setzt diesen Kurs mit dem Ziel fort, auch künftig den Ländervergleich bei der Kammerumlage 2 anzuführen. Bis 2029 soll sie von derzeit 0,19 Prozent auf 0,16 Prozent sinken. Mit der bereits 2025 erfolgten Senkung bedeutet das minus 20 Prozent. Damit leistet Oberösterreich seinen Beitrag zum Erreichen des bundesweiten Entlastungsziels von 100 Millionen Euro“, kündigt WKOÖ-Präsidentin und Wirtschaftsbund-Obfrau Doris Hummer im Zuge der Wirtschaftsparlamentssitzung an. Mit der Kammerumlage 2 finanzieren die Betriebe die Wirtschaftskammer.
Ausbau der Leistungen
Trotz der Sparmaßnahmen soll es zu einem Ausbau der Leistungen kommen. Eine Ausbildungsoffensive mit Schwerpunkt auf kleine und mittlere Unternehmen, unter anderem durch persönliche Coaches, ist geplant. Künftig werde es einen Beraterstab geben, der Unternehmen zum Beispiel bei einer GPLB-Prüfung, bei einer Betriebsanlagenverhandlung, im Umgang mit der Gewerkschaft oder mit dem Finanzamt persönlich coacht und unterstützt. Auch in die Ausbildung, etwa in die duale Lehre, wird weiter investiert. „Schon jetzt wird die Hälfte des Budgets für Bildungsmaßnahmen verwendet“, betont Hummer. „Und gäbe es die Wirtschaftskammer nicht, würde das niemand machen.“


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