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LINZ. Eine hochkarätig besetzte Runde diskutierte Dienstagabend im Q27 im Quadrill/Tabakfabrik zum Thema „Mission: (Im)possible? KI, die neue Kraft in Linz“. Initiiert wurde die Podiumsdiskussion von Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) im Rahmen seiner „Vordenker“-Veranstaltungsreihe.

  1 / 2   Am Podium v. l. Marcus Warrelmann (SEA.AI GmbH), Smart-City Expertin Katja Schechtner, Initiator Vizebürgermeister Martin Hajart, Dynatrace-Mitgründerin Sok-Kheng Taing und Albert Ortig (Netural Group GmbH & NXAI) (Foto: Prietzel/privat)

„Das Knowhow ist da, die Infrastruktur noch ausbaufähig“, so Hajart zu Beginn der Diskussion.

Mit ihm auf der Bühne diskutierten die auf der ganzen Welt gefragte Stadtforscherin, Mobilitäts- und Smart-City-Expertin Katja Schechtner (Senior Urban Scientist and Global Advisor for Innovation & Technology, Mitglied des IT:U-Gründungskonvents), Albert Ortig (Gründer und CEO das es digitalen Dienstleistungsunternehmens Netural Group GmbH und von NXAI), Dynatrace-Mitgründerin Sok-Kheng Taing sowie Marcus Warrelmann, CEO der Linzer SEA.AI GmbH.

Zu Gast bei der sechsten Ausgabe der Vordenker-Veranstaltung „Forward“ waren auch rund 130 Gäste aus Wirtschaft, Gesellschaft, KI- und Startup-Szene sowie dem universitären Umfeld. Durch den Talk führte Moderatorin Theresa Breiteneder.

Linz als Standort weiterbringen

Ziel der Veranstaltung sei es laut Hajart, Linz als Standort weiterzubringen. Beim Thema KI sei es ein Muss, an Board zu bleiben – gefragt wurde auch danach, welche Schritte die Politik setzen müsse, um voranzubringen. 

Gerade Kommunalpolitik müsse groß denken. „Wollen wir Teil einer KI-Revolution sein, braucht Linz ordentlich Tempo, Infrastruktur, Geld und allen voran Mut, um Standortentscheidungen für unsere Zukunft zu treffen,“ fasst Hajart zusammen. „Sonst sind wir raus aus dem Match.“

Schließlich sei es auch nicht selbstverständlich, dass derartige international tätige Unternehmen am Standort Linz festhalten würden. Für die Politik müsse das ein klarer Auftrag sein.

„Campus Linz“

Es gehe darum, den „Campus Linz“ positiv weiterzuentwickeln und in die Zukunft zu führen. „Dafür müssen wir uns in erster Linie um die klügsten Köpfe bemühen. Es geht um eine stärkere Vernetzung – der Unternehmen und ihrer Mitarbeiter untereinander, aber auch der Betriebe mit den (universitären) Forschungs- und Ausbildungsstätten. Grundlage ist natürlich auch die nötige Infrastruktur, und dabei reden wir über Rechenzentren, eine gute verkehrliche Anbindung, zusätzliche Erweiterungsflächen für die Universitäten inklusive günstiger Wohnmöglichkeiten im unmittelbaren Umfeld.“

„Mehr Selbstbewusstsein nötig“

Österreich habe mehr Selbstbewusstsein nötig, aber auch etwas mehr Konzentration auf Österreich selbst – „was können wir, davor dürfen wir uns nicht fürchten“, ist Schechtner überzeugt.

Die SEA.AI GmbH mit mittlerweile fünf Standorten weltweit habe sich bewusst dazu entschieden, weiter in Linz zu bleiben, erläutert CEO Warrelmann: „Aufgrund eines starken Kernteams, der Umgebung mit der Tabakfabrik, dem Einzugsgebiet mit neuen Talenten, aber auch einem guten Gleichgewicht bei den Lebenserhaltungskosten.“ Bessern müsse sich vor allem die Fluganbindung von Linz.

Sonderapplaus bekam Dynatrace-Mitbegründerin Sok-Kheng Taing für die neu eingerichtete Bildungs- und Betreuungseinrichtung für Kinder am Standort Linz, die im August eröffnet. Die Besonderheit: Die Einrichtung für Mitarbeiter ist zweisprachig und basiert auf dem pädagogischen Konzept „STEAM“. Das Programm basiert auf spielerischem, praxisorientiertem Lernen, das Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen, Kunst und Mathematik in alltäglichen Aktivitäten zum Leben erweckt. Entwickelt wurde es gemeinsam mit dem Familienbund Oberösterreich. „Das soll ein Leuchtturmprojekt sein“, freut sich Sok-Kheng Taing auf den Start.

Gerade solche Einrichtungen, wie auch eine gute Willkommenskultur seien nötig, um internationale Fachkräfte nach Linz zu holen. Sok-Kheng Taing wie auch Schechtner sind zudem überzeugt, dass Englisch eine Selbstverständlichkeit sein muss.

„Außergewöhnliche Grundlage“ 

Ortig sieht Linz bzw. die Region auf dem besten Weg zur KI-Revolution. Mit dem größten Machine Learning-Institut in Europa an der JKU unter Koryphäe Sepp Hochreiter gebe es bereits „eine außergewöhnliche Grundlage“. Auch die Industrie rundherum sei da, Linz sei im B2B-Bereich bereits sehr stark. „Wichtig“, so auch er, „ist die Willkommenskultur, die Leute arbeiten zu lassen, ohne dass es kompliziert wird, die Infrastruktur in Form von Datacentern. Es gibt wenige Gegenden mit so konzentriertem Knowhow, wir dürfen uns nur nicht dran hindern lassen, zu Tun.“

Die spannenden Erkenntnisse des Abends will Vizebürgermeister Hajart in die Erstellung eines KI-Masterplans für Linz einfließen lassen.


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