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LINZ. Die Linz AG baut die Fernkälteversorgung der Zukunft: Eine neue Fernkältezentrale und ein drei Kilometer langer „Klimatunnel“ sollen künftig Gebäude in der Innenstadt klimafreundlich mit Kälte versorgen. Rund 100 Millionen Euro werden investiert. Die Fertigstellung ist Mitte 2028 geplant.

Energiepark Linz-Mitte (Foto: Linz AG)
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Der Energiepark Linz-Mitte in der Nebingerstraße 1 entwickelt sich zum Zentrum der Linz AG-Energiewende. Neben einem Wärmewandler entsteht dort aktuell eine Fernkältezentrale als Ausgangspunkt für ein neues Fernkältenetz.

„Klimatunnel“ als Hauptversorgungsachse

Herzstück des Projekts ist ein rund drei Kilometer langer „Klimatunnel“, der in bis zu 30 Metern Tiefe vom Energiepark Linz-Mitte über das Design Center und die Goethestraße bis zur Rainerstraße verläuft. Er bildet künftig die Hauptversorgungsachse für das neue Fernkältenetz. Von dort werden Gebäude über ein oberflächennahes Leitungsnetz angeschlossen.

„Mit der Fernkältezentrale und dem ‚Klimatunnel‘ realisieren wir zwei Schlüsselprojekte unserer Dekarbonisierungsstrategie. Wir schaffen damit nicht nur zusätzliche Kapazitäten für eine klimafreundliche Kälteversorgung, sondern entwickeln gleichzeitig eine zentrale Versorgungsachse, die unterschiedlichste Energie- und Infrastruktursysteme intelligent miteinander verbindet“, so Linz AG-Generaldirektor Erich Haider.

Bis zu 40 Megawatt

Die neue Fernkältezentrale wird zunächst eine Leistung von 28 Megawatt erreichen und ist bereits für einen späteren Ausbau auf 40 Megawatt ausgelegt. Laut Linz AG kann mit einem Megawatt Kälteleistung eine Fläche von rund 18.000 Quadratmetern versorgt werden – mit deutlicher Reduktion des Energieverbrauchs und CO2-Ausstoßes im Vergleich zu herkömmlichen Kühlsystemen. Gleichzeitig wird ein wesentlicher Teil der entstehenden Abwärme in das Fernwärmenetz integriert und so sinnvoll weiterverwendet. Ein Kältespeicher sorgt zusätzlich dafür, dass die Anlage effizienter arbeitet und Lastspitzen besser abgefangen werden können.

„Durch die gezielte Sektorkopplung nutzen wir die bei der Kälteerzeugung entstehende Abwärme und führen diese mit hoher Effizienz dem Fernwärmenetz zu – ein wesentlicher Hebel zur weiteren Dekarbonisierung“, so Linz AG-Vorstandsdirektor Josef Siligan.

„Wichtiger Schritt für klimafitte Stadt der Zukunft“

„Mit der Fernkältezentrale setzt Linz einen wichtigen Schritt für eine klimafitte Stadt der Zukunft. Gerade in dicht bebauten urbanen Räumen wird nachhaltige Kühlung immer mehr zur zentralen Frage der Lebensqualität“, so Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ), Aufsichtsratsvorsitzender der Linz AG.

„Fernkälte ist eine intelligente Antwort auf die steigenden Temperaturen in urbanen Räumen und trägt wesentlich dazu bei, den Energieverbrauch und die Emissionen im Gebäudesektor zu senken. Die Linz AG liefert mit diesem Projekt auch einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Genau solche Lösungen brauchen wir, um unsere Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die Lebensqualität in unseren Städten nachhaltig zu verbessern“, so auch Klima- und Umwelt-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne).

Auch Fernkältespeicher entsteht

Im Zuge des Großprojektes wird auch ein Fernkältespeicher realisiert. Er wird 13 Millionen Liter Wasser fassen, ist 40 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 22 Metern. Laut Linz AG wird er der größte Kältespeicher Europas in dieser Bauform sein.

Bei der Fernkältezentrale finden aktuell die vorbereitenden Maßnahmen sowie die Baufeldfreimachung statt. Für den Tunnel laufen die Vorbereitungen entlang der Trasse. Beim Startschacht sind die Bohrpfähle bereits fertig gestellt. Für August 2026 ist das Einsetzen der Tunnelbohrmaschine geplant.

Die Fertigstellung des Klimatunnels sowie der Bau und die Inbetriebnahme der Fernkältezentrale sind aus heutiger Sicht für Mitte 2028 geplant.

Unterstützt von Europäischer Investitionsbank

Investiert werden rund 100 Millionen Euro. Unterstützt wird es von der Europäischen Investitionsbank, die der Linz AG insgesamt 200 Millionen Euro für klimafitte Infrastruktur in Linz zur Verfügung stellt. Darüber hinaus wurde eine Bundesförderung im Rahmen der Klima- und Umweltschutzförderung (KPC) beantragt.

Auch lesen: 200 Millionen Euro für klimafitte Infrastruktur in Linz 

Eine zentrale Fernkälteversorgung ist vor allem eine Lösung für Krankenhäuser, große Einrichtungen und den Businesssektor. Zu den künftigen Kunden der Linz AG zählen die Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder und der Barmherzigen Schwestern.


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