Weniger Reinigung in der Linzer Innenstadt sorgt für Wirbel
LINZ. Nachdem am Mittwoch bekannt wurde, dass die Stadt Linz offenbar bei der Stadtreinigung einspart – und Kritik seitens FPÖ, ÖVP und Grünen folgte, erteilte die zuständige Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) am Donnerstag den Auftrag, die Einschränkung der Landstraßenreinigung rückgängig zu machen.

Die Reinigungsleistung entlang der Landstraße wurde laut Bericht der „Krone“ eingeschränkt. Am Donnerstag vermeldete Vizebürgermeisterin, Personalreferentin Merima Zukan (SPÖ), das die neue Reinigungsorganisation bereits seit April 2026 gelte. Die Anpassungen bei der Stadtreinigung seien „keine Kürzung des Qualitätsanspruchs, sondern Teil einer umfassenden organisatorischen Neuaufstellung. Ziel ist es, Personal und Ressourcen dort einzusetzen, wo und wann sie tatsächlich benötigt werden. Mit der Neustrukturierung des Geschäftsbereichs Stadtgrün und Straßenbetreuung und der Schaffung einer eigenen Fachabteilung für Stadtreinigung wurden Arbeitsabläufe und Diensteinteilungen erstmals seit vielen Jahren systematisch analysiert und neu organisiert“, so Zukan.
„Keine Verschlechterungen festgestellt“
Ihr Auftrag sei es, Einsparungspotenziale zu nutzen und mit den öffentlichen Geldern verantwortungsvoll und effizient umzugehen. „Entscheidend ist für mich: Effizienter zu arbeiten bedeutet nicht, weniger zu leisten. Der Anspruch an die Sauberkeit unserer Stadt bleibt unverändert hoch“, so die Vizebürgermeisterin.
Mit der Neuorganisation würden Reinigungsleistungen stärker danach organisiert, wann und wo sie tatsächlich erforderlich und am wirksamsten seien. Dazu gehöre auch, Arbeitszeiten gezielter einzusetzen oder das Entleeren kaum gefüllter Mistkübel bedarfsgerechter zu planen.
Bei regelmäßigen Überprüfungen seien bislang keine Verschlechterungen des Sauberkeitszustands festgestellt worden. Die neuen Abläufe würden auch laufend evaluiert und bei Bedarf angepasst, heißt es aus dem Büro der Vizebürgermeisterin.
Schobesberger im Vorfeld nicht informiert
Die fachlich für die Stadtreinigung zuständige Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) kritisiert, im Vorfeld nicht informiert worden zu sein. Sie hat mittlerweile auch den Auftrag erteilt, diese Einschränkungen rückgängig zu machen.
Anders als etwa im Gemeinderat beschlossen, sei die Reinigung nicht ausgebaut worden, sondern abgebaut worden. „Es wurde das bestehende Leistungsspektrum in der stark frequentierten Landstraße sogar eingeschränkt, und zwar deutlich. So findet die Nassreinigung nicht mehr wie bisher alle zwei Wochen, sondern nur mehr alle drei Wochen statt. Das entspricht einer Reduktion von 50 Prozent und das ausgerechnet in der Zeit, wo es praktisch keinen Niederschlag gab, also die ‚natürliche‘ Reinigung quasi null war“, so die Kritik.
Auch hätten sich die Zeiten der Mistkübel-Entleerung in der Landstraße geändert. Nicht wie vorher täglich bis 22 Uhr, sondern nun Dienstag, Donnerstag und Freitag nur mehr bis 19 Uhr sowie montags und mittwochs nur mehr bis 15 Uhr würden diese geleert, „der letzte also noch bevor der Großteil der Menschen aus der Arbeit kommt, bevor der Trubel in der Landstraße überhaupt anfängt.“
„Völlig inakzeptabel“
Schobesberger: „Das ist aus meiner Sicht völlig inakzeptabel. Das geht in die komplett falsche Richtung und widerspricht all unseren Bemühungen, die Landstraße als Einkaufsstraße weiter zu attraktiveren. Ich habe daher den Auftrag erteilt, das rückgängig zu machen“, so die für die Stadtreinigung zuständige Stadträtin Schobesberger.
Deutliche Kritik auch von FPÖ und ÖVP
Schon am Mittwoch kritisierten auch Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) und Vizebürgermeister, ÖVP-Chef Martin Hajart die Kürzung bei der Stadtreinigung.
„Dass die Stadt sparen muss, steht außer Frage. Aber Sparen braucht klare Prioritäten. Eine saubere Stadt ist kein Luxus, sondern gehört zu den grundlegenden Leistungen, die sich die Bürger von ihrer Stadt erwarten dürfen“, so Raml. Er forderte deshalb eine Sauberkeitsoffensive mit mehr Straßenkehrern und eine sofortige Rücknahme der Kürzungen. Und weiter: „Wir diskutieren seit Monaten darüber, wie wir die südliche Landstraße und den Bereich rund um den Volksgarten wieder attraktiver, sicherer und lebenswerter machen. Gleichzeitig bei der Sauberkeit zurückzufahren, ist genau das falsche Signal. Wer möchte, dass sich die Menschen gerne in der Innenstadt aufhalten, muss für ausreichend Personal und Budget für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit sorgen.“
Ebenso sieht es die ÖVP: Linz müsse der Verwahrlosung entgegenwirken, kritisiert auch VP-Linz Chef Hajart. „Gerade jetzt bei der Stadtreinigung den Sparstift anzusetzen, ist das völlig falsche Signal. Die Antwort auf den zunehmenden Schmutz und immer mehr Beschwerden kann nicht sein, dass in Linz der Putzbesen in die Ecke gestellt wird.“ Gerade die Landstraße müsse als zentrale Einkaufsstraße und Aushängeschild der Landeshauptstadt besonders gepflegt werden. „Ein attraktives Stadtzentrum sei nicht nur für die Linzerinnen und Linzer wichtig, sondern ebenso für Handel, Gastronomie, Tourismus und Wirtschaft.“








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