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Dürre in Linz: Biber-Projekt hat Sammelgerinne vor dem Austrocknen bewahrt  

Brandstetter Olivia, 14.09.2026 17:02

LINZ. Die Dürre dieses Jahr hatte starke Auswirkungen auf Linz. Es gab 50 Milliarden Liter zu wenig Niederschlag – diese Wassermenge entspricht rund dem 100-fachen Volumen des Pleschinger Sees. Bäche in Urfahr sind ausgetrocknet, aber das Projekt von Beaver Lab hat zumindest das Urfahraner Sammelgerinne vor dem Austrocknen bewahrt.  

  1 / 2   Franziska Thurner (Beaver Lab), Fabian Holzinger (Beaver Lab), Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne), Stadtrat Thomas Gegenhuber (SPÖ) und Georgios Kyriazis, Bereichsleiter Wasserbau Stadt Linz (v. l.) über Dürre und das Projekt von Beaver Lab. (Foto: Tips/Brandstetter)

„Wir hatten in diesem Sommer 50 Milliarden Liter Wasser zu wenig verglichen mit den Jahren davor“, so Umwelt-Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) bei der Pressekonferenz am Montag. Sie beschreibt es als „massives Niederschlagsdefizit auch in Linz“. Gerade in Urfahr seien so die Bäche teilweise ausgetrocknet. 

„Die Trockenheit zeigt sehr konkret, warum Klimawandelanpassung auch eine Frage vorausschauender Investitionen und kluger Innovation ist. Mit dem städtischen Klimafonds unterstützen wir Projekte, die neue Lösungen unter realen Bedingungen erproben und deren Wirkung nachvollziehbar machen“, erklärt Stadtrat Thomas Gegenhuber (SPÖ). 

Die Beaver Dam Analogs und weitere kleinere Maßnahmen wurden von den Klimafonds mit knapp 100.000 Euro finanziert. Die Maßnahmen des finanzierten Projekt laufen noch bis Jahresende. 

Sammelgerinne konnte geschützt werden

Das Beaver Lab arbeitet seit 2024 mit Institutionen wie dem städtischen Wasserbau an der Gewässerentwicklung. „Aufgrund der Erfahrungen von 2024, wo schon der Unterlauf des Haselbachs partiell ausgetrocknet ist, ist ein großer Fokus auf Dürreprevention“, erklärt Fabian Holzinger von Beaver Lab. Sie arbeiten dabei mit naturbasierten Lösungen. „2024, zum Anfang des Projekts, wo es durchaus schon sehr viel um Dürreprävention gegangen ist, hätten wir uns aber niemals gedacht, dass so ein Jahr wie heuer jemals überhaupt möglich wäre, dass wir das dort erleben“, betont er. „Wirklich brutal“, so beschreibt er dieses Jahr. „Der wenige Regen, der die letzten Wochen gekommen ist, der ist im Nu verpufft“, erläutert Holzinger. 

Bislang wurden 21 Beaver Dam Analogs, genauer gesagt Biberdammimitate, eingesetzt. Diese ahmen die Funktion von Biberdämmen nach. Ihre Strukturen bremsen den Wasserabfluss und halten vorhandenes Wasser länger im Gewässersystem. Gleichzeitig entstehen tiefere Bereiche und Tümpel, die bei sinkenden Wasserständen als Rückzugsräume für Fische und andere Wasserlebewesen dienen.

Lange Zeit war der Höllmühlbach der einzige Zufluss zum Sammelgerinne. Hier war weiterhin noch ein wenig Wasser. Dank natürlichen Biberdämmen und Beaver Dam Analogs konnte auf 1,5 Kilometern des Sammelgerinnes das Wasser erhalten und vor dem Austrocknen bewahrt werden. „Und das verdanken wir Beaver Lab und der Biberfamilie“, betont Schobesberger. 

„Wir haben dort ein sehr umfassendes Programm gemacht, also viele kleine Maßnahmen breit gestreut“, erläutert Franziska Thurner, ebenfalls von Beaver Lab. Dazu gehören unter anderem die Beaver Dam Analogs und die Errichtung von Kleinhabitaten für unterschiedliche Lebewesen. 

Biber als Schlüsselspezies

„Biber sind eine Schlüsselspezies. Dort, wo Biber sich ansiedeln, kommen ganz viele andere seltene Arten durch diese Form der Infrastruktur, die sie bauen, auch zurück und da können wir wirklich mit Freude sagen, dass wir viele seltene Arten auf der roten Liste im Sammelgerinne kardieren also feststellen konnten“, betont Thurner. 

Laut Gegenhuber werden Klimawandelanpassungsprojekte sicher auch Teil von den Budgetverhandlungen sein.

Fragen, die noch offenstehen, betreffen laut Georgios Kyriazis, Bereichsleiter Wasserbau, unter anderem den Winter und den Schnee.


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