Pfotenhilfe: Das neue Tierschutzgesetz gibt keinen Grund zum Jubeln
LOCHEN. Nach heftigen Protesten von Tierschutzorganisationen wurde die Regierungsvorlage zur Tierschutzgesetznovelle überarbeitet und vergangene Woche präsentiert. Grund zum Jubeln gäbe es laut Johanna Stadler von der Pfotenhilfe Lochen jedoch noch immer nicht.

Seit Anfang letzter Woche liegt die Regierungsvorlage für eine Novelle im Tierschutzgesetz dem Parlament vor. Schon während der Verhandlungen kam es zu Protesten von Tierschützern gegen einige geplante Änderungen, wodurch diese noch einmal überarbeitet wurden. Doch während sich so manch politischer Regierungsvertreter mit dem Ergebnis durchaus zufrieden zeigt, gibt es bei Tierschutzorganisationen wie der Pfotenhilfe Lochen keinen Grund zum Jubeln. Zwar haben einige Verschlechterungen, wie Obfrau Johanna Stadler betont, verhindert werden können, aber einige schmerzhafte Wermutstropfen würden noch kommen. Das größte Problem sieht sie in einer „Aufweichung“ der erst vor rund einem Jahr eingeführten Kastrationspflicht von Freigängerkatzen, die zudem Schlupflöcher ohne Ende biete – auch wenn Zuchtkatzen künftig gechippt und registriert werden müssen.
Welpenhandel eindämmen
Einer der Hauptaugenmerke im neuen Gesetzesentwurf liegt auf dem illegalen Welpenhandel, dem mit einem Handelsverbot – vor allem im Internet – und strengeren Kontrollen ein Riegel vorgeschoben werden soll. Künftig sollen nur mehr registrierte Züchter ihre Tiere anbieten dürfen sowie Private, die ihr Tier aufgrund einer Notlage abgeben müssen. „Dass Landwirte hiervon ausgenommen sind, wird auch die Welpen-Mafia schnell als Ausrede missbrauchen“, befürchtet Stadler und kritisiert, dass auch der Verkauf von Hunde- und Katzenwelpen im Zoohandel weiterhin erlaubt sein wird. Auch die Betäubung und schmerzhafte Eingriffe bei Nutztieren sollen künftig nicht nur vom Tierarzt, sondern auch von „Hilfspersonen“ legal durchgeführt werden können. „Man hat sich nicht nur bei der Kastrationspflicht, sondern auch bei den Nutztieren den unterschiedlichsten Lobbies gebeugt“, bedauert Stadler.
Die Regierungsvorlage wird am 15. März im Rahmen der Sitzung des Gesundheitsausschusses im Parlament behandelt.


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