Sexualpädagogik: Bildungsminister rät Schulen von Zusammenarbeit mit Marbacher Verein TeenSTAR ab
MARBACH. Heute sprach sich VP-Bildungsminister Heinz Faßmann gegen eine Zusammenarbeit mit dem Sexualkundeverein TeenSTAR Österreich – er hat seinen Sitz in Marbach – aus.

Der Verein war bereits wiederholt aufgrund der Inhalte in seinen sexualpädagogischen Unterlagen öffentlich kritisiert worden. Nun meldete sich VP-Bildungsminister Heinz Faßmann zu Wort – er will den Bildungsdirektionen mit einem Schreiben von einer Zusammenarbeit mit TeenSTAR abraten. Zuvor hatte die Wochenzeitung „Falter“ neues Unterrichtsmaterial von TeenSTAR problematisiert. So würden in den Materialien etwa homophobe Sichtweisen, natürliche Empfängnisverhütung und Schädlichkeit von Masturbation propagiert.
Oppositon zufrieden
SPÖ, Neos und Jetzt begrüßen die Entscheidung Faßmanns. „Auch wenn es Monate gedauert hat: Die Ankündigung Faßmanns ist ein Sieg der Vernunft“, so SP-Abgeordneter Mario Lindner. „Ein Verbot dieses mehr als fragwürdigen, fundamental-christlichen Vereins ist längst überfällig und die einzig logische Reaktion auf dessen vollkommen inakzeptablen Standpunkte. Wer Kindern beibringt, dass Tampons schädlich seien, Homosexualität heilbar und die Temperaturmethode die beste Verhütungsmethode sei, hat nichts an unseren Schulen verloren“, erklärte Douglas Hoyos von den Neos. „Die Qualität der Sexualaufklärung unserer Kinder darf nicht von rückständigen Vereinen beeinflusst werden“, betonte Stephanie Cox von Jetzt.
TeenSTAR verwundert
Der Verein TeenSTAR zeigte sich indes verwundert über die Aussagen des Bildungsministers. „Mit Bedauern nimmt der sexualpädagogische Verein TeenSTAR die Stellungnahme von Bildungsminister Heinz Faßmann zur Kenntnis, die dieser heute gegenüber der Stadtzeitung 'Falter' geäußert hat“, schreibt der Verein in einer Aussendung. Zwischen Verein und Minister hätte es dazu noch kein Gespräch gegeben.
Die Kursleiter von TeenSTAR erhielten laufend Zuspruch und durchwegs positives Feedback. Die Erfahrungswerte von TeenSTAR stünden somit der kolportierten Kritik diametral gegenüber, heißt es in der Aussendung weiter. Die Prüfung durch das Bildungsministerium hätte man stets begrüßt, betont der Verein.
Ab 2020/2021 sollen sich Aufklärungsvereine für die Arbeit an Schulen akkreditieren müssen, so der Wunsch des Bildungsministers Faßmann.


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