„Der größte Feind der Bienen ist der Rasenmäher“
MARIA ANZBACH. Seit etwa 27 Jahren widmet sich Christine Simek mit ganzem Herzen der Imkerei. Mit Tips sprach sie über ihre Liebe zu den Bienen und zur Natur.

„Alles begann, als mein Sohn mit zwölf Jahren Bienen haben wollte. Meinem Mann war es wichtig, dass auch ich lernen sollte, mit Bienen umzugehen. Für den Fall, dass unser Sohn einmal keine Zeit hätte“, erinnert sich Christine Simek an die Anfänge ihrer Imkerei. Als ihr Sohn im Alter von 17 Jahren einen allergischen Schock erlitt, übernahm sie auch sofort die Bienenstöcke.
Imkerei-Wissen
Das Wissen um die Imkerei hat sich Simek bei einer Imkerin aus dem Ort angeeignet. „Die ehemalige Schuldirektorin, Frau Dr. Waldherr, hat mir sehr viel beigebracht“, betont die gebürtige Wienerin, die Interessierten gerne Tipps weitergibt. Zu den Bienen selbst pflegt Simek einen unaufgeregten Umgang. „Ich spreche mit meinen Bienen und gehe ohne Stichschutz zu ihnen. Ich bin gegen Bienengift immun – es tut mir einfach nichts. Im Sommer bin ich in Hotpants, Spaghettiträger-Leibchen und Flip-Flops bei den Tieren. Ich setze mir nur einen Hut auf, weil ich die Bienen nicht in den Haaren haben will. Auf den Hut bin ich haglich“, erklärt Simek.
Kamillentee zur Beruhigung
Besonders vor einem Gewitter seien die Bienen nervös. „Wenn sie spinnen, verrauche ich bei den Stöcken Kamillentee mit Birkenrinde. Dann beruhigen sie sich wieder“. Das Wissen um und die Liebe zur Natur wurden Simek nicht in die Wiege gelegt. In Wien aufgewachsen, durfte sie zwar in den Sommerferien Zeit bei ihren Großeltern auf dem Land verbringen, doch das Interesse an Natur- und Kräuterkunde sei mit ihren vier Kindern gekommen. „Ich konnte doch nicht wegen jedem Husten zum Doktor laufen. Daher habe ich mir das Wissen um Kräuterheilkunde angeeignet und auch erfolgreich an meine Kinder weitergegeben“, so Simek, die ausgebildete Kräuterpädagogin ist.
Bienenwaben ausschleudern
Wenn mehrere Waben ihres Bienenstocks zu mindestens zwei Drittel verdeckelt sind, schleudert Simek diese aus. Den Honig verarbeitet sie zu Met, Senf, Essig oder etwa Chili-Honig. Es entstehen auch Kerzen oder Seifen, die Bienenwachs enthalten. „Der Honig ist der Wintervorrat für die Bienen. Diesen stehle ich ihnen“, erklärt Simek mit einem Augenzwinkern.
Keine Spritzmittel, keinen Rasendünger verwenden
Vor zwei Jahren erzielte die Maria Anzbacherin mit drei Völkern noch 120 Kilogramm Honig. „Im Vorjahr brachten acht Völker nur 20 Kilogramm. Die Ursache ist unter anderem auch das Wetter. Als die Bienen fliegen konnten, hat es geregnet. Als es dann wieder schön war, gab es keine Blüte mehr“, erklärt Simek. Doch das hauptsächliche Problem liege woanders. „Der größte Feind der Bienen ist auf jeden Fall der Rasenmäher und auch die Spritzerei geht mir auf die Nerven“, verweist Simek etwa auf Pflanzenspritzmittel gegen den Buchsbaumzünsler, auf Unkrautvernichtungsmittel, aber auch auf diverse Rasendünger. Wer den Bienen also etwas Gutes tun möchte, sollte nicht zu oft den Rasen mähen und ihn vor allem nicht düngen. „Wichtig ist es, keine Spritzmittel einzusetzen. Auch keine sogenannten natürlichen Spritzmittel. Sie sind für Bienen ebenfalls absolut schädlich“, unterstreicht Simek.
Keine künstlichen Düfte
Jemandem, der Angst vor Bienen hat, rät die Imkerin, keine künstlichen Düfte zu verwenden. „Man sollte nicht ins Parfumflascherl gefallen sein. Bei einem Stich hilft es, Spitzwegerich zu zerreiben und aufzutragen oder ihn zu kauen“, so Simek. Sie wurde übrigens 2017 zum dritten Mal in Folge zur Obfrau des örtlichen Imkerverbandes gewählt und ist derzeit die einzige Frau im Bezirk Sankt Pölten-Land, die einem Imkerverband vorsteht.


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