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MATTIGHOFEN/MUNDERFING. Der österreichische Motorrad-Hersteller KTM hat am Montag am Sitz der Motorsport-Abteilung in Munderfing jenes Werksteam präsentiert, das in dieser WM-Saison erstmals an der „Königsklasse“ MotoGP teilnehmen wird. „In einem dreijährigen Programm haben wir unsere Hausaufgaben gemacht, jetzt wird es Wirklichkeit“, sagte Stefan Pierer, Chef der KTM-Gruppe, kurz bevor die Motorräder enthüllt wurden.

Foto: APA (EXPA/Eisenbauer)/EXPA/REINHARD EISENBAUER
Foto: APA (EXPA/Eisenbauer)/EXPA/REINHARD EISENBAUER

Für das oberösterreichische Team ist es ein Schritt in eine neue Ära. Erstmals schickt man mit der RC 16 ein Motorrad im KTM-typischen Orange in der wichtigsten Motorrad-Klasse an den Start. Neben dem MotoGP-Team präsentierte der Hersteller am Montag vor rund 250 Medienvertretern, Partnern und Mitarbeitern auch das Moto2- und Moto3-Team. Auch in der zweithöchsten Kategorie Moto2 geht KTM erstmals an den Start. Damit ist der Lückenschluss vom Rookies Cup über die Moto3 und Moto2 bis zur MotoGP vollendet.

Saisonauftakt Ende März

Bis zum WM-Saisonauftakt am 26. März in Katar hat das Team noch viel Arbeit vor sich - das wird auf absehbare Zeit auch während der Saison so bleiben. „Wir sind keine wirklichen Anfänger, aber in diesem Segment sind wir Anfänger. Die ersten Tests waren schwierig, aber es läuft sehr gut“, sagte Pierer. Die Latte liegt zunächst bewusst niedrig.

„Wir wollen ernsthafte Konkurrenten sein“, meinte KTM-Motorsportchef Pit Beirer. Die beiden WM-Piloten Pol Aspargaro und Bradley Smith sind sich ihres Pioniergeistes bewusst. „Im Moment ist das Fahren noch wild, ein bisschen zu wild. Aber es fühlt sich sehr gut an. Jedes Mal, wenn wir aufsteigen, rücken wir der Konkurrenz ein Stück näher. Das ist wirklich cool“, sagte Aspargaro.

Beim bisher einzigen MotoGP-Start, einem Wild-Card-Einsatz beim Saisonfinale in Valencia im November letzten Jahres, kam KTM-Testpilot Mika Kallio nicht ins Ziel, bei den winterlichen Testfahrten lagen die KTM-Piloten meist im hinteren Drittel des Feldes. „Wir wollen im Lauf der Saison standfest werden und um Punkte fahren können“, erklärte MotoGP-Team-Manager Mike Leitner.

Langfristig sind die Ziele freilich andere. „In den kommenden drei Jahren wollen wir uns dem Podium annähern und das Podium auch berühren“, sagte Firmenchef Pierer. Auch Motorsport-Chef Beirer will in spätestens drei Jahren um Siege mitfahren. „Es muss ein Ziel sein, dass dann einer unserer Fahrer ein Siegfahrer ist oder uns ein Siegfahrer so sehr vertraut, dass er zu uns wechselt“, erklärte Beirer.

Motorsportbudget von 50 Millionen

Das lässt sich das Unternehmen auch einiges kosten. Laut Pierer ist das MotoGP-Budget mit Abstand der größte Teil im Motorsportbudget. Der gesamte Motorsportbereich beläuft sich auf 50 Millionen Euro. Das Projekt MotoGP hat schon vor dem ersten Rennen deutliche Spuren hinterlassen. Für die RC16 stellte KTM in Munderfing unweit des Firmensitzes eine hochmoderne, 10.000 Quadrameter große Rennfabrik hin, in der nun der Großteil des KTM-Motorsports gebündelt ist.

„Das erste große Ziel war, die Struktur zu gründen, die für die MotoGP notwendig ist. Das Gebäude musste geschaffen werden. Wir haben 60 neue Leute eingestellt, die mit Infrastruktur ausgestattet werden mussten. Nun wollen wir ein seriöser Player in der Klasse sein“, sagte Beirer. (APA)


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