MAUTHAUSEN.Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen bildet in Kooperation mit dem Verein _erinnern.at_ Vermittler aus, die Besucher auf Rundgängen begleiten. Nach drei Lehrgängen arbeiten derzeit 60 Vermittler an der Gedenkstätte. Die nächste Ausbildung startet Mitte Juni.

Etwa die Hälfte der jährlich rund 200.000 Besucher sind jünger als 20 Jahre. Um vor allem Jugendlichen die Geschichte des Nationalsozialismus näher zu bringen, wurde ein am Dialog mit den Besuchern orientiertes Vermittlungskonzept entwickelt. „Die Geschichte des Nationalsozialismus ist keine abgeschlossene Geschichte, sondern hat noch immer etwas mit uns zu tun. Die Gedanken, Wahrnehmungen und Prägungen, die die Besucher an diesen Ort mitbringen, sollen in den Rundgängen, in den Begegnungen hier auch aufgegriffen werden. Als Pädagogin bin ich überzeugt, die Gedenkstätten sind jugendlichen Besuchern zuzumuten. Allerdings hängt viel von der Vorbereitung ab und von der Auseinandersetzung mit diesen Orten,“ sagt Gudrun Blohberger, Leiterin der pädagogischen Abteilung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Im Dialog mit BesuchernDas pädagogische Konzept legt großen Wert auf Interaktion mit den Besuchern. Waren es früher Guides, die historisches Wissen vermittelt haben, versucht man heute eher in einen Dialog mit den Besuchern zu treten. Die Vermittler sollen eine adäquate pädagogische und didaktische Betreuung von Besuchern der Gedenkstätten Mauthausen und der Außenlager ermöglichen. „Das Wichtigste ist, zu erreichen, dass die Besucher etwas mitnehmen können – sei es eine Frage, sei es das Gefühl zu haben, es hat etwas mit mir zu tun,“ sagt Barbara Glück, die Leiterin KZ-Gedenkstätte Mauthausen und 40 Nebenlagern. Bewerber aus dem Umkreis bevorzugtEs werden 36 Interessierte für den neuen Ausbildungslehrgang aufgenommen. Nach einem ersten Ausbildungsblock Mitte Juni folgen sieben weitere im Zeitraum von September bis Dezember 2015. Mit einem Proberundgang im März 2016 wird die Ausbildung abgeschlossen. Mit dem positiven Abschluss der Ausbildung erwerben die Absolventen ein Zertifikat, das sie dazu qualifiziert, im Auftrag der KZ-Gedenkstätte Mauthausen Rundgänge für Besucher durchzuführen. Interessenten sind eingeladen, sich für die Teilnahme an der Ausbildung zu bewerben. Bevorzugt werden Menschen, die ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in der Nähe haben. Bewerbungen können bis 19. April 2015eingereicht werden an:KZ-Gedenkstätte Mauthausen PädagogikErinnerungsstraße 14310 MauthausenFax: + 43 7238 2269 40gudrun.blohberger@bmi.gv.at INFO Anforderungsprofil:· Kenntnisse der Neueren und Neuesten Geschichte mit dem Schwerpunkt NS-Geschichte· Kommunikations- und Vermittlungsfähigkeit· einwandfreie mündliche Ausdrucksfähigkeit in Deutsch, Englisch und/oder weiteren Sprachen – ein Nachweis über die hohe Sprachkompetenz in Fremdsprachen ist z.B. in Form von Zeugnissen zu erbringen· zeitliche Flexibilität und regelmäßige Verfügbarkeit für Rundgänge, mindestens einmal pro Woche zwischen Montag und Freitag


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