Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

"Menschlichkeit ohne Grenzen": Virtuelle Befreiungsfeier in Mauthausen mit Zusehern aus aller Welt

Karin Seyringer, 10.05.2020 14:56

MAUTHAUSEN. Die Corona-Situation machte auch die Internationale Befreiungsfeier Mauthausen nicht wie geplant möglich. Das Gedenken zur Befreiung des KZ Mauthausen vor 75 Jahren wurden virtuell abgehalten.

Konzentrationslager Mauthausen (Foto: Volker Weihbold)
  1 / 4   Konzentrationslager Mauthausen (Foto: Volker Weihbold)

Statt zehntausender Menschen, die sonst in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen zusammengetroffen wären, fanden sich Zuseher aus 23 Ländern der Welt ein. Gemeinsam gedachten sie der Befreiung des KZ Mauthausen vor 75 Jahren und den Millionen Toten, die das nationalsozialistische Terrorregime gefordert hat. Das diesjährige Thema „Menschlichkeit ohne Grenzen“ gilt als Maxime für ein besseres Miteinander – auch heute. Die Befreiungsfeier kann hier nachgesehen werden.

Europaweit größte virtuelle Befreiungsfeier

Die europaweit größte Internationale Befreiungsfeier fand am Sonntag, 10. Mai, zum ersten Mal virtuell statt. Von 11 bis 12 Uhr konnte international unter www.mkoe.at und österreichweit in ORF III an der Befreiungsfeier teilgenommen werden. Nach der internationalen Begrüßung und der Verlesung des Mauthausen Schwurs in 17 verschiedenen Sprachen durch Jugendliche folgte die Begrüßung durch MKÖ-Vorsitzenden Willi Mernyi. „Eine virtuelle Befreiungsfeier ist für mich keinesfalls ein würdiger Ersatz für eine Befreiungsfeier in der Gedenkstätte Mauthausen. Die persönlichen Begegnungen mit den Überlebenden haben mich persönlich und politisch immer sehr berührt. Dazu gibt es keine virtuelle Alternative.“

Bundespräsident: „Die Menschenwürde ist unteilbar“

„75 Jahre ist es her, dass US-Truppen das Konzentrationslager Mauthausen befreiten. 75 Jahre ist es her, dass das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte beendet werden konnte. Seit 75 Jahren ist Mauthausen ein Ort gegen das Vergessen. Mauthausen ist nicht vom Himmel gefallen. Der Holocaust war der grausame Endpunkt. Am Anfang stand das Schweigen, das Wegschauen als Antisemitismus und Rassismus ihre hässliche Fratze zeigten und schleichend von der Gesellschaft Besitz ergriffen. Mauthausen ist das steingewordene 'Niemals wieder!'. 'Niemals wieder' bedeutet heute: keine Toleranz gegenüber Rassismus, keine Toleranz gegenüber Antisemitismus. Die Menschenwürde ist unteilbar!“

Zeitzeugen sprachen

Den Höhepunkt der virtuellen internationalen Befreiungsfeier bildeten die zahlreichen Überlebenden und Zeitzeugen, die aus der ganzen Welt teilnahmen. Berührend Zeitzeugin Liliana Segre: „Nur das Bewusstsein über das, was geschehen ist, kann als Impfstoff gegen das dienen, was es hervorgebracht hat.“

Virtuelle Gedenkwochen

Zusätzlich zur virtuellen Internationalen Befreiungsfeier finden bis 20. Mai noch die virtuellen Gedenkwochen statt. In dieser Zeit werden erstmalig Originalprotokolle der US-Befreier, Kurzvideos von KZ-Überlebenden und Zeitzeugen, Statements von Opferorganisationen, Botschaftern und lokalen Gedenkinitiativen und vieles mehr auf www.mkoe.at, dem MKÖ YouTube-Kanal, der MKÖ Facebook-Seite und auf Instagram vorgestellt.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden