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MAUTHAUSEN. Die ÖBB Wanderausstellung „Verdrängte Jahre“ beleuchtet die Rolle der Bahn im Nationalsozialismus von 1938 bis 1945. Nach den bisherigen Stationen in Wien, Linz, Salzburg, Graz, Wiener Neustadt, St. Pölten, Brüssel und Tel Aviv wechselt die Wanderausstellung nun ins das Mauthausen Memorial im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen. 

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Im Jahr 2018 feiert die Eisenbahn in Österreich ihr 180-jähriges Jubiläum. Dabei werden die enormen technischen Errungenschaften und die Bedeutung der Bahn für die industrielle Revolution, für Erneuerung und den wirtschaftlichen Aufschwung thematisiert. „Die Österreichischen Bundesbahnen haben sich aber auch mit den dunklen Zeiten des Systems Schiene beschäftigt“, sagte ÖBB-Finanzvorstand Josef Halbmayr, der gemeinsam mit Barbara Glück (Direktorin des Mauthausen Memorial), Talya Lador-Fresher (israelitische Botschafterin), Oskar Deutsch (Präsident israelitische Religionsgemeinschaft), Karoline Edtstadler (Staatssekretärin - BM für Inneres) und Mauthausens Bürgermeister Thomas Punkenhofer die Ausstellung am Bahnhof Mauthausen eröffnete.  

Die Rolle der Bahn im Nationalsozialismus

In der Ausstellung „Verdrängte Jahre“ wird jener Zeitraum thematisiert, in dem die Österreichischen Bundesbahnen (damals BBÖ) ein Teil der Deutschen Reichsbahn waren. Dazu Barbara Glück: „Die Deutsche Reichsbahn war nicht nur entscheidend für die Kriegswirtschaft, sondern war auch das infrastrukturelle Rückgrat der organisierten Massenmorde des Naziregimes. Der Bahnanschluss des Ortes war mit ausschlaggebend für die Errichtung eines Konzentrationslagers in Mauthausen. Die Ausstellung 'Verdrängte Jahre' beschäftigt sich mit der Rolle der Bahn im Nationalsozialismus im Allgemeinen und im Zusammenhang mit der Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen.“ Oskar Deutsch, Präsident der israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) wies darauf hin, dass bereits vor dem Novemberpogrom in Wien, am 8. August 1938, erste Häftlinge für den Lageraufbau in Mauthausen eintrafen: „Teil dieses Systems waren auch Österreichs Bahnen, in deren Zügen tausende ausgehungerte Häftlinge nach Mauthausen verbracht wurden.“

Erbe der Geschichte

Mauthausens Bürgermeister LAbg. Thomas Punkenhofer trat in seiner Rede deutlich dafür ein, das Gedenken an die Opfer der NS-Herrschaft zu bewahren: „Vor rund 80 Jahren mussten sich viele Menschen ungewollt auf eine Reise begeben. Eine Reise in eine ungewisse Zukunft. Diese Menschen haben alles verloren, was sie sich in ihrem Leben aufgebaut haben und wurden in das KZ-System Mauthausen verschleppt, mit dem Ziel der Ausbeutung ihrer Arbeitskraft bis zum Tod. Lebensberechtigt war nur, wer auch leistungsfähig war - wer nicht mehr arbeiten konnte, musste sterben. Als Erben der Geschichte ist es unsere gemeinsame Aufgabe, unsere Gesellschaft so beeinflussen, dass heute auch gut leben kann, wer nicht zu den Leistungsträgern zählt.“

Viele Facetten der Bahn

Für Ausstellungskuratorin Milli Segal war es wichtig, die vielen Facetten in der Geschichte der Bahn in dieser Zeit aufzuzeigen: „In der Ausstellung ist eine überdimensionale Landkarte zu sehen, auf der die Entfernungen von Wien in die einzelnen Konzentrationslager und Ghettos eingetragen sind. Dadurch wird schmerzlich erkennbar und bewusst, ohne andauernde Mithilfe der Bahn hätte der Massenmord an Jüdinnen und Juden, Roma und Sinti, politisch Andersdenkende, Homosexuellen usw. nicht stattfinden können“.

INFO

Die Themenausstellung „Verdrängte Jahre – Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938 – 1945“ gliedert sich in mehrere Abschnitte.

• Der »Anschluss«

• Die Bahnbediensteten

• Emigration und Kindertransporte

• Die Sondertransporte

• Der Widerstand

• Die Zwangsarbeit

• Die Restitution

Ein Teil der Themenausstellung ist zudem eine filmische Dokumentation, die ÖBB-Lehrlinge im Gespräch mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zeigt.

Die Dauerausstellung kann ab 17. April bis 24. August 2018 im Mauthausen Memorial während der Öffnungszeiten – täglich von 9 bis 17.30 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt zur Ausstellung ist kostenlos. Schautafeln, die über den KZ-Komplex Mauthausen, die Außenlager und die Rolle der Bahn beleuchten, sind während der gesamten Ausstellungszeit im Bahnhof Mauthausen, St. Valentin und St. Georgen an der Gusen zu sehen.


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