Bildungsangebote der Gedenkstätte helfen, die Geschichte zu verstehen
MAUTHAUSEN. Vor dem Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen wurden zwischen 21. und 24. August Spielfilme zum Thema „Rechtsprechung mit „Unschuldsvermutung“ – Stigmatisierung und Traumatisierung der NS-Opfer durch Nachkriegsprozesse“ gezeigt.

Die historische Epoche des Nationalsozialismus stellt die Herausforderung, aus der Geschichte zu lernen. Eine Filmreihe an vier Abenden widmete sich dem Thema: „Rechtsprechung mit „Unschuldsvermutung“ – Stigmatisierung und Traumatisierung der NS-Opfer durch Nachkriegsprozesse“. Dabei warf Professor Frank Stern (Universität Wien) in Einführungen und Diskussionen Fragen auf zur juristischen Aufarbeitung der NS-Verbrechen nach 1945. Warum wurde gezögert, rechtlich Bilanz über geschehene Untaten zu ziehen und Urteile zu fällen, die zumindest ansatzweise als Gerechtigkeit gewertet werden konnten? Mit der Filmretrospektive wurde in Erinnerung gerufen, dass in einer Gesellschaft, die sich der eigenen Verbrechen der Vergangenheit nicht stellt, Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus erneut alltäglich werden.
Rundgang
Das Bildungsangebot an der Gedenkstätte findet seine Fortsetzung am Samstag, 7. September. Ab 10 Uhr findet ein begleiteter Rundgang zu Thema „Der Zweite Weltkrieg und seine Auswirkungen auf das KZ-System“ statt. Die Häftlingsgesellschaft internationalisierte sich, ihre Arbeitskraft für die deutsche Rüstungsproduktion wurde immer wichtiger. Gegen Kriegsende fungierte das KZ Mauthausen als Auffanglager für Zehntausende vor den alliierten Armeen evakuierte Häftlinge. Der Rundgang versucht diesen Auswirkungen des Kriegsverlaufs auf den Ort und die Geschichte des KZ Mauthausen nachzuspüren. Treffpunkt: Bookshop KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Verbindliche Anmeldungen werden unter Tel: +43 1 376 3000-121 ,E-Mail: info@mauthausen-memorial.org, online: www.mauthausen-memorial.org entgegengenommen.
Dialogforum
Am 20. und 21. September findet das 11. Dialogforum Mauthausen mit dem Thema „#hinschauen - NS-Gedenkstätten und Gegenwartsbezüge“ statt. Das diesjährige Dialogforum an der KZ-Gedenkstätte Mauthausen geht unter Beteiligung von namhaften Experten in Vorträgen, Diskussionen und Workshops auf zentrale Fragestellungen der pädagogischen Theorie und Praxis ein.


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