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MAUTHAUSEN. Mit gemischten Gefühlen beurteilen die Betreiber der Initiative „DoNeubrücke – Zukunft für die Region“ die Pläne der politischen Verantwortlichen für den Bau einer neuen zusätzlichen Donaubrücke in Mauthausen und wenden sich mit einer Presseaussendung an die Medien. So sehr der Grundsatzbeschluss der oberösterreichischen und niederösterreichischen Landesregierung begrüßt wird, so groß ist die Kritik an dem angedachten Zeitplan. Nach diesem würde die neue Brücke erst 2027 für die nötige Entlastung sorgen – und da auch nur für kurze Zeit.

Gerhard Fischer, Betriebsrat Salvagnini, Ennsdorf Foto: Initiative DoNeubrücke
Gerhard Fischer, Betriebsrat Salvagnini, Ennsdorf Foto: Initiative DoNeubrücke

Nach den derzeit vorliegenden Informationen würde das Projekt erst im Jahre 2021 zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht. Mit dem Bau der Brücke könnte dann bei optimalen Verlauf der UVP erst 2024 begonnen werden, die Fertigstellung würde dann 2027 erfolgen. Bis zu diesem Zeitpunkt prognostizieren Experten eine Zunahme des Verkehrs um fast 30 Prozent – die jetzt schon angespannte Verkehrssituation würde sich weiter dramatisch zuspitzen. „Wir müssen hier im Projekt einen wesentlich schnelleren Weg finden. Die Planungen müssen beschleunigt werden. Ein solch langer Zeitraum ist für die Menschen in der Region nicht akzeptabel“, bringt es Unternehmer Johannes Hödlmayr auf den Punkt.

„Planungen müssen beschleunigt werden“

Die neue Brücke am Standort östlich der jetzigen soll plangemäß in einem zweispurigen Ausbau errichtet werden. Hödlmayr: „Gemäß dem jetzt vorgeschlagenen Zeitplan würde die Fertigstellung kurz vor Ablauf der „Lebenszeit“ der alten Brücke erfolgen. Die derzeitige Brücke müsste dann neu errichtet werden, was zur Folge hat, dass es bis zur deren Fertigstellung um 2032 nur zwei Jahre lang eine Verbesserung der Kapazitäten geben würde.“

2880 Euro Mehrkosten für Pendler

Welch gravierende wirtschaftliche Auswirkungen jedes einzelne Jahr ohne Verbesserung zum derzeitigen Status mit sich bringt, geht aus einer aktuellen – vom IWS (Initiative Wirtschaftsstandort Oberösterreich) beauftragten – Studie von Professor Friedrich Schneider hervor. Der renommierte Ökonom hat festgestellt, dass jedem Pendler damit jährlich 200 Stunden Freizeit verloren gehen. Durch die nahezu täglichen Verkehrsbeeinträchtigungen entstehen zudem jedem einzelnen Betroffenen Kosten von rund 2.880 Euro im Jahr. Die Gesamtkosten pro Jahr Verzögerung beziffert Professor Schneider in der Studie mit rund 75 Millionen Euro – die situationsbedingten Mehrkosten für die ansässigen Unternehmen sind darin noch gar nicht enthalten.

Rasche Verbesserung herbeiführen

„Anhand dieser Dimensionen sieht man, wie wichtig es ist, so rasch als möglich eine Verbesserung der Situation herbeizuführen. Jedes gewonnene Jahr entlastet die Menschen in der Region“, betont Gerhard Fischer, Betriebsrat beim Maschinenbauer Salvagnini in Ennsdorf und einer der Mitinitiatoren der Initiative „DoNeubrücke – Zukunft für die Region“.


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