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MELK. Die ersten beiden Tage der GLOBART Academy 2021 zum Thema „Sinn“ liefen erfolgreich über die Bühne. Die Stipendiaten trafen bereits am Donnerstagnachmittag ein und das Stipendienprogramm zur Zukunft unserer Städte unter der Leitung von Stephan A. Jansen und Martha Wanat begann. Den offiziellen Auftakt der Academy bildete im Anschluss die Arbeit vom 2013 mit dem goldenen Löwenausgezeichneten Künstler Tino Sehgal im Stiftspark.

Gruppenbild Foto: Pascal Schrattenecker
  1 / 2   Gruppenbild Foto: Pascal Schrattenecker

Bei wunderbarem Wetter und vor der eindrucksvollen Kulisse des Kloster Stift Melk ergaben sich bereits hier die ersten anregenden Interaktionen und Unterhaltungen zu Brot und Getränken, um dann gemeinsam im Kolomanisaal den Eröffnungsvortrag von Tino Sehgal zu hören.

In seinem Vortrag sprach Tino Sehgal über die Moderne und ihr „irdisches Streben“ nach immer unsinnigeren Produkten. Dabei sei die Entwicklung der Seele wichtiger als die Entwicklung des Status, denn nur die Erfahrungen, die wir im Leben gemacht haben und durch die unsere Seele wächst, nehmen wir mit ins Jenseits.

Mit Millionenerbin Marlene Engelhorn im Gespräch

Am Freitag führte Ariadne von Schirach mit einem inspirierenden Vortrag über das Zusammenleben von Menschen untereinander und mit ihrer Umwelt in den zweiten Tag unseres Symposiums. Moderatorin Renata Schmidtkunz leitete durch den Vormittag, der im spannenden Gespräch zwischen ihr und der Millionenerbin Marlene Engelhorn endete. Im Gespräch tauschten sich Renata Schmidtkunz und Marlene Engelhorn über die Verknüpfung von struktureller Armut und individuellem Reichtum und über die Beziehungsarbeit, die laut Engelhorn von Personen wie ihr selbst, geleistet werden muss, um der Gesellschaft das zurückzugeben, was sie von ihr erhält, aus.

 Nach dem gemeinsamen Essen im Barockkeller des Stifts ging es mit einem Gespräch zwischen Ordensfrau Melanie Wolfers und Johannes Kaup über die Kraft der Zuversicht weiter. Die Theologin, Autorin und neuerdings auch Podcasterin Melanie Wolfers unterscheidet dabei klar zwischen Zuversicht, durch die man Leid nicht negiert, sondern damit anders umzugehen lernt und zwischennaivem Optimismus. In persönlichen Erzählungen erhielten die Teilnehmer Einblicke in ihre eigene Geschichte im Umgang mit Zuversicht.

Für den Nachmittag verteilten sich unsere Teilnehmer auf die verschiedenen Workshops. Vom philosophischen Spaziergang mit Arno Böhler, über einen Workshop zu wertvollem Lernen und sinnstiftender Bildung von Matthias Mittelberger und Christian Kathan, einem Workshop der Psychotherapeutin Doris Fischer-Danzinger zu sinnvollem Leben bis hin zu einer Schreibwerkstatt, die von der Autorin Petra Nagenkögel geleitet wurde, gab es ein breit gefächertes Angebot.

Den Dingen Sinn durch erkennbare Strukturen geben

Mit einer spannenden Diskussion zwischen Martin Schenk, Romy Kolb und Airan Berg, moderiert von Thomas Trenkler, wurde das Abendprogramm eröffnet. Im regen Austausch mit dem Publikum wurde immer wieder deutlich, wie wichtig Projekte wie der Kulturpass sind, die klassischerweise vom Kulturbetrieb ausgeschlossenen sozialen Gruppen den Zugang zu ihm ermöglichen. Philosoph Markus Gabriel sprach im Anschluss zu seiner Definition von (Lebens-)Sinn und dem Drang des Menschen, insbesondere in Krisenzeiten, den Dingen Sinn durch eine erkennbare Struktur zu geben– ihm zufolge ein Ding der Unmöglichkeit.

Der ereignisreiche zweite Tag wurde mit einer Stiftsführung von Pater Ludwig und Pater Andreas beendet.

Nähere Infos unter:

www.globart.at


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