Influencerin der besonderen Art: „trudeoma“ begeistert immer mehr Fans

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Claudia  Brandt Tips Redaktion Claudia Brandt, 29.09.2021 11:48 Uhr

MOSTVIERTEL. Seit Mai 2021 ist Gertrude Lechner auf der Social-Media-Plattform TikTok präsent. Als „trudeoma“ gewährt die Mostviertlerin dort täglich Einblick in ihr Leben. Die kurzen Clips begeistern immer mehr Follower, bis zu 300.000 Menschen sehen sich eines der Videos an.

„Lustig, ehrlich, direkt – und sie macht den besten Apfelstrudel der Welt!“. So lautet die Beschreibung der „trudeoma“ auf TikTok. Und genau so präsentiert sich die 90-Jährige auch ihren Followern im Internet. Wobei präsentieren eigentlich der falsche Ausdruck ist. Gertrude Lechner zeigt auf der Social-Media-Plattform einfach kurze Szenen aus ihrem Alltag. Und das völlig authentisch und lebensnah.

Realistische Darstellung

Geprobt oder inszeniert wird hier nichts. „Ich red so, wie mir der Schnabel gewachsen ist und zeig, wie‘s bei uns zugeht“, bekräftigt die Mostviertlerin aus dem Bezirk Melk. Gefilmt wird sie dabei von Enkelin Kathrin Stefan. Die 33-Jährige fungiert in den Clips oftmals als Stichwortgeberin und hat mittlerweile ein gutes Gespür dafür entwickelt, wann es sich lohnt, die Handykamera einzuschalten. Nämlich dann, wenn ihre Oma so richtig in Fahrt kommt.

Unverblümte Kommentare

Gertrude Lechner ist eine energische und selbstbewusste Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt und gerne ihre Meinung vertritt. So manch Zeitgeist-Phänomen, wie der Kleiderstil ihrer Enkelin, kann sie zu einem unverblümten Kommentar animieren („ein ­Fetzenhaufen“). Derlei ist auf TikTok genauso zu hören wie „trudeoma“ beim Singen. Außerdem kann man die Wachauerin im Italien-Urlaub oder beim Tanzen erleben und manchmal verrät sie auch eines ihrer begehrten Backrezepte.

Ausnahmeerscheinung

Auf TikTok ist die 90-Jährige eine Ausnahmerscheinung, ist die Plattform doch vor allem bei Kindern und Jugendlichen beliebt. So war es auch Urenkelin Amelie (10), die im Mai 2021 auf die Idee kam, erstmals ein Video der „trudeoma“ hochzuladen. Schon länger hatte die Familie darüber sinniert, dass man Gertrude Lechners markige Sager eigentlich einem größeren Publikum zugänglich machen sollte.

Bekanntheitsgrad steigt

Seither kümmert sich Amelies Mutter Kathrin Stefan um die technische Umsetzung. Im Regelfall veröffentlicht sie täglich ein neues Video ihrer Oma. Bis zu zwei Stunden investiert die Optikerin in die Bearbeitung der kurzen Clips, indem sie sie schneidet sowie mit Musik und Text versieht. Mit Erfolg. Zuletzt hatte der Kanal rund 23.000 Follower, Tendenz steigend. Doch die Videos der „trudeoma“ ziehen noch weitaus größere Kreise, bis zu 300.000 Menschen schauen sich einen der Clips an. Gertrude Lechner gewinnt zunehmend an Bekanntheit – und wird mittlerweile auch auf ihre Internetpräsenz angesprochen.

„Wer schaut den Blödsinn?“

Wirklich nachvollziehen kann die elffache Großmutter den Erfolg der Clips nicht: „Wer schaut sich den Blödsinn an?“ Die Reaktionen der Follower seien jedenfalls durchwegs positiv, erzählt Kathrin Stefan. Viele schrieben, dass ihnen die „trudeoma“ den Tag versüße. „Es ist ein Spaß für die Leute und für uns, da wir mehr Zeit miteinander verbringen“, bilanziert Stefan. Neben ihr selbst sind auch zahlreiche weitere Familienmitglieder immer wieder in den Videos zu sehen.

Beneidenswert gesund

Dass manche Influencer auf Social Media ein Vermögen verdienen, ist für Gertrude Lechner unvorstellbar. Sie selbst blickt auf ein hartes und arbeitsreiches Leben zurück, jahrzehntelang hat sie einen Gasthof in der Wachau geführt. Auch heute noch packt sie tagtäglich mit an, wenn in der Familie ihre Hilfe gebraucht wird. Die 90-Jährige erfreut sich bester Gesundheit und benötigt keinerlei Medikamente. „Es hält jung, wenn man alles selbst macht“, ist sie überzeugt.

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