„Langohren tun der Seele so gut“ - zu Besuch auf der Eselkoppel
EMMERSDORF. Ein treuherziger Blick, lange Schlappohren und eine warme, weiche Nase - kaum hat man die haarigen kleinen Gesellen erblickt, möchte man eigentlich nur noch eines: auf Kuschelkurs gehen und ausgiebig streicheln. Genau das darf Anita Brunner, ihres Zeichens Eseltrainerin, Eselflüsterin, Eselcoach, Eselmasseurin und Eselliebhaberin, jeden Tag genießen. Sie hat sich mit ihrem Anwesen einen Traum erfüllt.

In idyllischem Bauernhof-Ambiente präsentiert sich das liebevoll angelegte „Eselabenteur“ in Emmersdorf, ein Paradies für die Eselschar: Abraham, Bonifaz, Frederik, Fridolin, Kasimir, Sokrates, Stanislaus und Willibald.
Tips: Woher kommt Ihre Liebe zu den Langohren? Und wie kommt man auf die Idee, diese Passion auszubauen und neben einer eigenen Eselkoppel auch noch diese vielfältigen Ausbildungen zu absolvieren?
Anita Brunner: Ich war schon als Kind ein begeisterter Langohren-Fan. Im Kindergarten habe ich mich in das zuckersüße Buch „Mein Esel Benjamin“ verliebt. Ich habe mich immer schon sehr gerne mit Tieren beschäftigt und da ich anscheinend die Herausforderung suche, habe ich mich auf Esel spezialisiert. Natürlich hat alles vor 20 Jahr klein angefangen – mit zwei Eseln, die bis heute Teil des Teams vom Wachauer Eselabenteuer sind. Inzwischen ist unsere Eselbande auf acht Tiere angewachsen, wenn alles passt, werden es noch ein paar mehr. Da mir diese Arbeit sehr Spaß macht und ich noch so viele Ideen rund um meine Esel habe, haben wir uns entschlossenen, einen eigenen Eselstall samt Koppel und Eselmuseum zu errichten.
Tips: Diese Frage muss jetzt sein: Was halten Sie von der weitverbreiteten Meinung, Esel seien störrisch? Und wie sind Esel wirklich?
Anita Brunner: Diese Frage muss ich beinahe täglich beantworten (lacht). Selbstverständlich sind sie nicht störrisch. Esel sind vorsichtige Tiere, sie entscheiden selbst, ob etwas gefährlich ist (und wenn es auch nur eine kleine Wasserlacke ist). Der Esel wird sich in bestimmten Situationen nicht auf den Menschen verlassen, wie es etwa ein Pferd tut. Esel sind eigenständige Tiere. Aber wenn man sich viel mit ihnen beschäftigt, kann man so gut wie alles mit ihnen erreichen und vor allem jede Menge Spaß haben. Man muss nur Eselsgeduld beweisen, damit sich der Esel seiner Sache sicher ist. Unsere Tiere sind es gewohnt zu marschieren und sie kämen nie auf die Idee, grundlos stehen zu bleiben und sich nicht vom Fleck zu bewegen. Der Spruch „Wenn der Esel nicht macht, was du willst, hast du entweder die falsche Frage gestellt oder die Frage falsch gestellt“, beschreibt meiner Meinung nach das Wesen des Esels sehr gut. Das heißt, es liegt an dir, wenn mit dem Esel etwas nicht funktioniert.
Tips: Was lieben Sie an den Tieren am meisten?
Anita Brunner: Wahrscheinlich gefällt mir die Herausforderung, mich mit Esel einzulassen, um dann zu beweisen, dass diese Tiere sehr lernfähig sind und man mit ihnen die unterschiedlichsten Abenteuer unternehmen kann. Es glaubt nämlich keiner, welche Tricks unsere Esel können. Und selbstverständlich liebe ich die warmherzigen Augen und das kuschelige Fell. Esel tun der Seele gut.
Tips: Würden Sie sagen, dass der Esel ein unterschätztes Tier ist?
Anita Brunner: Da fällt mir gleich der nächste Spruch ein: „Der Esel ist kein Pferd mit langen Ohren.“ Wenn ich im Galopp reiten oder eine schwere Kutsche gezogen haben möchte, ist der Esel sicher nicht die beste Wahl. Unternehme ich aber eine entspannende Wanderung oder übe Zirkustricks mit ihm, funktioniert das bestens – Spaß, Gaudi und Vielseitigkeit sind garantiert und keiner glaubt, was alles in den Langohren steckt!
Tips: Was erwartet die Besucher bei Ihrem Tag des offenen Eselstalls am 25. und 26. Mai 2022?
Anita Brunner: Das ist sicher das Highlight des Jahres – das Eselfest „Alles Esel!“. Es gibt ja gleich mehrere Gründe zu feiern: Die Einweihung des neuen Eselstalls – 20 Jahre Wachauer Eselabenteuer – und der österreichische Eselverein IA Austria feiert ebenfalls sein 20-jähriges Bestehen. Es gibt eine „Esellesung“ – Anekdoten, Heiteres, Geschichten und Gschichtln rund um Esel. Selbstverständlich kann man zur Country Music von den „Three G Cowboys“ den Huf bzw. das Tanzbein schwingen. Neben unseren acht Langohren werden auch die Langohren der IA Austria zu uns kommen. Eselkutschenfahrten, Eselglücksrad und Esellotterie, Eselwettrennen samt Karottenwettessen werden angeboten und das Eselmuseum wird eröffnet. Beim Infostand der IA Austria kann man sich über alles Eselige informieren. Ein Workshop „Eseljodelei“ ist ebenfalls geplant und unsere Crazy-Donkeys-Show wird gezeigt. Es gibt Eselkeramik zu bewundern, der holländische Eselverein „Ezelfriend“ kommt mit seinem Eselsouvenirstand und die „Apollo-13-Bar“ wird aktiviert. Es ist sicher ein Fest der Sonderklasse und alle können sagen: „Do bin I A dabei!“
Die nächsten Termine
Sa, 2. April, 10 Uhr Eselsaisoneröffnung - ab jetzt ist die Eselbande wieder da!
So, 10. April, 14 Uhr Palmeselwanderung
Mi und Do, 25. und 26. Mai Eröffnungsfest und Tag des offenen Eselstalls - „Alles Esel!“


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