In Melk wird für die Marktwirtschaft geradelt
MELK. Der Wirtschaftsverein „Zunftzeichen“, die „Radlobby Melk“ und die Stadtgemeinde machen gemeinsame Sache. Mit der Aktion „Einkaufen mit dem Fahrrad“ sollen die Wirtschaft belebt, die Melker Wadeln fit gemacht und die Umwelt geschont werden. Einkaufsradlern, die sich an der Aktion beteiligen, winken Preise. Auch ein neues Fahrrad wird verlost.

Seit wenigen Tagen werden im Melker Rathaus und in zahlreichen Unternehmen Pässe ausgestellt – „Radlpässe“. Sie sollen die Bürger animieren, Einkäufe mit dem Fahrrad zu erledigen. Jeder, der für einen Einkauf in der Melker Altstadt in die Pedale tritt, wird in den teilnehmenden Betrieben mit einem Stempel belohnt. Zwölf Stempelfelder gilt es im Radlpass zu füllen. Für jeden Einkauf mit dem Fahrrad gibt es einen Stempel. Die rund 50 Mitgliedsbetriebe des Zunftzeichens, die Stadtbücherei, das Wachaubad und der SC Melk beteiligen sich an der Aktion. Hat man zwölf Einkäufe mit dem Fahrrad erledigt, kann man den mit Stempeln gefüllten Radlpass im Bürgerservice im Rathaus wieder abgeben, auf einen Gewinn hoffen und sich am besten gleich einen neuen Pass holen. Am 29. September wird im Zuge des Familienfestes eine Verlosung unter allen Einkaufsradlern stattfinden. Hauptpreis ist ein vom Melker Unternehmen „Raum & Rad“ gesponsertes Einkaufsrad. Ab dem sechsten vollgestempelten Radlpass ist ein Sachpreis garantiert. „Mit dieser Aktion soll das Radfahren im Alltag gefördert werden“, erklärt Christian Höller, Sprecher der Radlobby Melk. Sein Verein versucht den Radverkehrsanteil zu erhöhen, um für ein nachhaltiges, umweltorientiertes Verkehrssystem zu sorgen. „Solche Aktionen gibt es bereits an anderen Orten und die Erfahrungen, die wird damit gemacht haben, sind sehr gut“, erklärt Höller und verweist auf Studien, die belegen, dass Kunden, die mit dem Rad kommen, besonders treu sind. „Sie geben zwar weniger pro Einkauf aus, kommen dafür aber öfters.“ Hinzu käme, dass man mit dem Rad bis vor die Eingangstüre vorfahren könne und sich die Parkplatzsuche erspare. Dass Radfahren gesund für den eigenen Körper und die Umwelt ist, ist mittlerweile weithin bekannt. Auch VP-Vizebürgermeister Wolfgang Kaufmann sieht in der Initiative einen Gewinn: „Die Aktion dient dem Dreieck Mobilität, Gesundheit und Belebung der Innenstadt.“ Die Obfrau des Zunftzeichens, Ilse Kossarz, freut sich über die breite Unterstützung und lädt zum Mitmachen ein: „Es gibt viele Gründe, mit dem Fahrrad einkaufen zu fahren und die Angebotsvielfalt in Melk vom Fahrradsattel aus zu entdecken.“ Vorbehalte was die Transportkapazität betrifft, wenn nicht mit dem Auto sondern mit dem Bike vorgefahren wird, weiß Radlobbyist Höller zu entkräften: „Studien haben gezeigt, dass 80 Prozent der Einkäufe auch bequem mit einem Fahrradkorb transportiert werden können. Außerdem beträgt die durchschnittliche Distanz, die Menschen zum Einkaufen zurücklegen, nur 2,5 Kilometer.“


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