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BEZRIK MELK. Ein bezahlter Feiertag darf nicht nur einzelnen Religionsgruppen zugestanden werden – das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Jänner. Diese Entscheidung entfachte eine Debatte um den Karfreitag, der bisher für Gläubige der evangelischen (A.B. und H.B.), altkatholischen und methodistischen Kirche ein Feiertag war – im Bezirk Melk gehören rund 600 Menschen diesen Kirchen an. Die Regierung will den Karfreitag zu einem halben Feiertag (ab 14 Uhr) für alle machen. Tips hat den evangelischen Pfarrer László László, AK-Bezirksstellenleiter Peter Reiter, und WKO-Bezirksstellenobmann Franz Eckl um Stellungnahmen gebeten. Am 27. Februar soll der Karfreitag im Nationalrat behandelt werden. Dabei könnte der halbe Feiertag von ÖVP und FPÖ dingfest gemacht werden.

Foto: MIA Studio/Shutterstock.com
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László László, Evangelischer Pfarrer in der Pfarrgemeinde Melk-Scheibbs: Ich finde das sehr schade, für mich ist das eine halbe Lösung. Am Karfreitag kommen am Vormittag immer viele Menschen zum Gottesdienst – oft mehr als zu Weihnachten. Für viele Evangelische ist der Karfreitag ein wichtiger Identifikationspunkt. Den Karfreitag anstelle des Pfingstmontags für alle freizugeben, wäre für mich eine zumindest interessante Lösung gewesen.

Peter Reiter, Bezirksstellenleiter der AK Melk: Es herrscht heller Aufruhr, wir haben schon viele Anfragen zu dem Thema bekommen. Ich halte den halben Feiertag für eine schlechte Lösung. Man hat sich offenbar nicht „drüber getraut“ über einen gesetzlichen Feiertag oder einen ergänzenden frei wählbaren Urlaubstag. Dass man einer Gruppe etwas wegnimmt, ist äußerst bedenklich. Ich denke, dass die Kollektivvertragspartner das ganze bei den nächsten Kollektivvertragsrunden aufgreifen werden. Jetzt heißt es einmal „Start frei“ für die Juristen.

Franz Eckl, Bezirksstellenobmann der WKO Melk: Der Karfreitag ist einer der wichtigsten Einkaufstage vor Ostern, daher denke ich, dass der halbe Feiertag keine glückliche Lösung ist. Wir haben schon eine sehr hohe Anzahl an Feiertagen. Wenn die Wirtschaft weiter belastet wird, werden Kosten entstehen, die dann an die Konsumenten weitergegeben werden. Es erspart sich damit keiner etwas. Ich denke, die geplante Lösung ist aufgrund des Zeitdruckes entstanden und es ist noch nicht das letzte Wort gesprochen.


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